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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-06-01 · 11 (1.6.1931) · p. Seite 170

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
11 (1.6.1931)
Article
Von der Arbeit Hermann Segalls
Date
1931-06-01
Page
Seite 170 (sequence 1)
Language
German
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170 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 11 ttus der Semeinde München Von der Arbeit Hermann Segalls Der frühere Präsident des Senats der Akademie der bildenden Künste Berlin, Professor Dr. Arthur von Kampf, gewährte dem Münchener jüdischen Kunsnnaler Herrn Hermann Scgall einige Sitzungen zu einer Porträtzeichnung. Segalls letzte Arbeiten, Nötelzcichnung Gchcimrat Carlo Marr, Zeichnungen seiner Mutter, seines Bruders (Dr. Jacob Scgall), sein Selbstbildnis, wurden in der Gemcindezeitung voriges Jahr gewürdigt. Maler Schülein 50 Jahre Am 28. Mai wurde der seit einigen Jahren in Berlin tätige, aber in München geborene und durch die Neue Seccsiion sowie durch verschiedene Sondcrausstcllungcn in München sehr bekannte Maler Julius Schülern 50 Jahre alt. Außer in München hat Schülein auch viel in Paris gemalt. Er ist besonders ein Maler von Städtebildern neuerer Art; seine zahlreichen Münchener Ansichten von einem sehr geschmackvollen malerischen Milieu sind am bekanntesten geworden. Richard Huldschiner gestorben In Innsbruck verstarb im Alter von 61 Jahren der bekannte Arzt und Dichter Dr. Richard Huldschiner. In Gleiwitz geboren und in Bozen herangewachsen, verlebte er seine Studienjahre in Würzburg, Berlin und München. 1908 ließ er sich in Hamburg als Arzt nieder. 1912 und 1913 reiste er als Schiffsarzt nach Kuba, Mexiko, Nord- und Ostafrika und Ostasien. 1913 kehrte er nach Bozen zurück. Im Kriege diente er in der deutschen und der österreichischen Armee. 1915 wurde er als Chef des Standschützen-Bataillons Bozen an die italienische Front geschickt, wo er an den harten Hochgebirgskämpfen teilnahm. Nach dem Kriege ließ er sich in Innsbruck nieder und vertrat dort als Korrespondent die Ullstcinblätter. Von seinen Werken sind bekannter geworden der Roman „Die stille Stadt", der Tiroler Novellenband „Arme Schlucker", die Erzählungen „Fegefeuer", „Starkenbcrg" und „Das adlige Schützenfest", schließlich sein Mystcricnbuch „Der Tod der Götter", historische Visionen des Völkeruntergangs, des Kulturverfalls. Sein letztes Werk war der Roman „Beatus", der in einem autobiographischen Rahmen drei Gestalten zusammensaßt, verbunden durch den Gedanken der Seelenwanderung und der ewigen Wiederkehr. Richard Huldschiner war treuer Jude und in der zionistischen Organisation aktiv tätig. An der Vorbereitung des zionistischen Weltkongresses in Hamburg nahm er hervorragenden Anteil. Der Verstorbene wurde am 23. Mai im Münchener Krematorium zur letzten Ruhe geleitet. Zu seinem Abschied waren Freunde und Berufsgenossen in großer Zahl versammelt. Die Staatsrcgicrung war durch Herrn Dr. Eisele vertreten. Hierin zeigte sich, daß die Wirksamkeit Huldschiners in München, wo er lange Jahre tätig war, unvergessen ist. Die Freundschaft, die er sich in München erworben hat, klang auch in den Gedächtnisreden der Trauernden nach. Im Namen der Freunde sprach Dr. Raphael Straus, für die Deutsche Dichtcr-Gedächtnis-Stiftung Herr I a e k e l, für den Verein Auswärtige Presse Herr Fries. Namens des Hauses Ullstein legte Herr Jung, namens des Schriftstcllerschutzverbandes Herr Defregger einen Kranz nieder. Eine reiche Blumenspende stifteten auch die „Südtirolcr in treuem Gedenken". Wer Huldschiners Beiträge in der Tagcspresse verfolgt hat, hat die Formsicherheit, den Geschmack, die Mäßigung bei aller Prinzipientreue immer wieder mit Vergnügen festgcstellt. Seine Schreibweise war fern von aller Sensationshascherei. Für einen Journalisten unserer konkurrenzreichen gehetzten Gegenwart war das nicht immer ein Vorzug, und der Dichter Huldschiner hat unter den Lasten dieses Berufslebens mitunter geseufzt. Mit Leidenschaft konnte er sich den Eindrücken des politischen Lebens hingeben, wenn sie, wie die vielen politischen Prozesse nach der Revolution zu seinem poetischen Erlebnisdrang sprachen. Aber es war ihm eine drückende Last, an jeder belanglosen Theaterpremiere, jedem größeren Schützenfest, an jeder großen Vereinstagung teilnehmen zu müssen. Die Formen, die unsere Tagespresse seit zwanzig Jahren angenommen hat, boten der großen schriftstellerischen Begabung, über die Huldschiner verfügte, viel weniger Raum, als der bloßen Berichterstattung. Auf seinem eigentlichen Lebensgcbiet, der Dichtung, liegen Huldschiners eigentliche Leistungen. Seine Novellen und Romane liegen in der Mitte zwischen Stieler und Fontane, weniger weich als jener, aber idyllischer als dieser. Sein Künstlertum und seine Herzenswärmc erwiesen sich auch darin, wie er in jüngeren Jahren-von der grandiosen Bayerische Handelsbank gegründet 1869 ^München gegründet 1869 Gold-Hypothekenbestand Ende 1930: rund GM. 272'600,000.— Gold-Pfandbriefumlauf Ende 1930: rund GM. 269'200,000.— Z0/oi* Swnware Gold-Hypoihekenpfandb riefe, mündelsicher * stiftungsmäßig * lombardfähig, in Stücken zu 100,200,500,1000,2000 und 5000 Goldmark, feit 2. Januar 1931 kapitalertragsteuerfrei. An- und Verkauf der Gold-Hypothekenpfandbriefe an unseren Schaltern Nr. 56—58 von morgens 8^/2 Ühr bis abends 4 Ühr durchgehend, sowie bei allen Tankstellen. DAS preiswürdige Münchner tuchhaus SONNENSTRASSE 8 IM PHÖBUSPALAST Deutsche Neuwäscherei Felix Brandner G.m.D.H. München, Thierschstr. 14 Tel. 23708 Annahmestelle auch Jägecstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech -4- " Ein Hauch köstlich zarten Parfüms schafft oft erst dkeAtmosvhäre deS oollkgen Wohlbehagens. 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