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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-06-01 · 11 (1.6.1931) · p. Seite 169

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
11 (1.6.1931)
Article
Neuhebräische Sprachprobe
Date
1931-06-01
Page
Seite 169 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 169 Neuhebräische Sprachprobe Anfang und Schluß der Ansprache von Sir Herbert Samuel zur Eröffnung des Instituts für die Wissenschaft des Judentums in Jerusalem am 22. Dezember 1925 E — Europäisches Fremdwort sämeah änz m öd, 'al-sehass'ädirn11 härzsönim Ijissüd hä- ’ünzbersztäE haibrit13 blrüSäläjim hitqaddmü bmiddä käzö, *ad-sehanhälat-hammösädx jkölä liptöah hajjöm et-hammäkönt lmaddaeAxhajjahdüt, nösäp3 lammäkön habbtökeml^ haqqajjämArkbärAx-. Ima an-nahel* et-'bödat-hammehqär whallimmüd, fälä5 bzde®- hammösäd lirkös1 mörzm8 mpursämzmAx• meäräsöfi sönötxo. hinn-nl sbaxx-räsönxz lädaatxz, semmispar-hattalmidzm haddörszm lhikkänesAxel-hammäkön gädöl. mqawwe11 änz sellö-ja arkü hajjämzm whepes hahanhälä Ijassed mäkön lahqzrat-hattarbüt15 Ar. haräblt16 jesexi Ipoal. . . en säpeqAx-, se al-ha ünzbersztä hazzöt jihje Ihitgabber 'alharbe-miksölzmxz rühänijjzm19, Isönijjzm wgam kalkälijjzm. jükal3* lihjöt, semmörehä wtalmzdbhä jistärküAr■ Ihaqrzb qorbänöt. ak-haddäbär hazze hü hanzmabtiabPlaünzbersztä et-hitpatthütäh, wzkölzm1 änü lömar lithillatha enösijjüt, kt ha ädärn öheb et-haddäbär sebbadö2 hiqrzb 'asmö3, jöter min haddäbär, sehisszg* mimmennü raq tanügöt bilbad. änz m ahelh lammäkön hazze jämzm ärukkzm sel-tö'eiet* whaslähä! Ich freue mich sehr, daß die ersten Schritte zur Gründung der hebräischen Universität in Jerusalem so weit (eig. in ’einem Maße wie dieses) fortgeschritten sind, | daß (eig. bis daß) die Leitung der Anstalt heute das Institut für die Wissenschaften des Judentums eröffnen kann, hinzu zu dem schon bestehenden biochemischen Institut. | Zur Leitung der Forschungs- und Unterrichtstätigkeit ist es der Anstalt gelungen (eig. in die Hände der Anstalt äufgestiegen), bekannte Lehrer aus verschiedenen Ländern zu gewinnen. | Ich bin voll Zufriedenheit zu wissen, daß die Zahl der Schüler, die in das Institut einzutreten wünschen, groß ist. | Ich hoffe, daß die Tage nicht lang sein werden, bis der Wunsch der Leitung, ein Institut für die Erforschung der arabischen Kultur zu gründen, zu Wirklichkeit wird. | . . Es ist kein Zweifel, daß diese Universität viele geistige, sprachliche und auch wirtschaftliche Schwierigkeiten zu überwinden haben wird. 1 Es kann sein, daß ihre Lehrer und Schüler gezwungen sein werden, Opfer zu bringen. | Aber dieser Umstand ist es gerade, was der Universität ihre Entwicklung sichert, 1 und wir können zum Ruhm der Menschheit sagen, daß der Mensch die Sache, deretwegen er sich aufgeopfert hat, mehr liebt als die Sache, von der er nur Vergnügen erlangt hat. 1 Ich wünsche diesem Institut lange Tage des Gedeihens und Erfolgs! 17 zu sa ad. 18 Nisbe. 1 zu wsd jsd „gründen“. 2 althebräisch „Stelle“, nomen loci zu kärt (kwn) „er stand fest“. 3 zvsp „hinzufügen“. 4 Intensiv. 5 ’lj. 8 zu jde, stat. constr. von jädäjim, Dual von jäd (zweiradikalig). 7 wird falsch lirkös gesprochen. 8 zurj Kausativ. 9 zu eres. 10 Inj 11 stat. constr. zu iäiecC „satt“. 12 zu rsw. 13 jd\ 14 qwj. 15 rbj „heranwachsen“. 10 Nisbe. 17 ws\ 18 nomen instrumenti zu käsal „er strauchelte“. 19 Nisbe mit der aramäischen Endung -äni. 20 wkl (Perf. jäkol). 21 Kausativ zu bätah „er vertraute“. 1 zu jäköl, jkölim. 2 zu ba ad. 8 eig. „seinen Knochen“ ('esem), schon althebräisch für das Reflexiv. 4 jig. 8 zu althebräisch ahle ,,o daß doch!“. 8 vfl. Bemerkung der Redaktion zur obigen Sprachprobe: Die Sprachprobe, die dem angeführten Werk von Professor Bergsträsser (Einführung in die semitischen Sprachen, Seite 57—59, entnommen ist, gibt in der linken Spalte die wissenschaftlich gebräuchliche Umschrift der Sprachlaute; die Umschrift in Verbindung mit den 29 Fußnoten setzt eine erschöpfende grammatikalische Analyse des Textes voraus. Dagegen weist die Umschrift auf die neuhebräische (sephardische) Aussprache zwar unzweideutig hin, ohne daß sie sich in allen Einzelheiten mit ihr deckt; z. B. wird im Neuhebräischen bei d, g und t die Spiranticrung nicht beachtet (Bergsträßer S. 31, Note 4). In der Frage der Aussprache kann weder dem Sephardischen noch dem Aschkenasischen eine Priorität oder eine größere Korrektheit zugesprochen werden. Die unentbehrliche vorläufige Konvention muß dem Sephardischen den Vorrang geben. Diese durch historische Aufälle aller Art entstandene Vorherrschaft der dem Sephardischen ähnlichen Aussprache muß jetzt trotz ihrer „papierncn" Entstehung anerkannt werden; der Einsicht in die lebendige und gewachsene Art des aschkenasischen Hebräisch steht die Notwendigkeit, sich auf das Sephardische zu einigen, nicht entgegen. Man sagte gewiß unter den europäischen Juden nie galuth mit Betonung der letzten Silbe, sondern immer nur goles mit Betonung der vorletzten und Verflüchtigung des langen u der letzten Silbe in ein tonloses e. Man sagte immer sehtuss und nicht soh'tuth, ehovssu und nicht haihau, owes und nicht abhoth. Aber nur über die lapidare „Richtigkeit" der Grammatik führt der Weg (jenseits von allen modernen Nationalbegriffen) zu neuer bewußter Hochhaltung der hebräischen Sprache. Der Verwahrlosung der hebräischen Sprache kann auch bei Beibehaltung der traditionellen Betonung nur durch Bewußtwerden des sprachlichen Baues begegnet werden. Dem Aschkenasischen ist die Betonung meist auf der vorletzten oder auf der dieser vorausgehenden Silbe eigentümlich, dem Sephardischen die Betonung der Endsilbe. Verkaufsstellen { Hiltensbergerstraße 8 Fernsprecher 3 70 6 46 Glückstraße 10 Fernsprecher 2 96 9 44 Thierschstraße 19 Fernsprecher 22 0 82 Schleißheimer Straße 100 Winzererstraße 92 Belgradstraße 28 Für Säuglinge und Kinder nur BoschhofsVorzugsmilch Hauslieferung durch Boschhof-Verkaufszentrale Schleißheimer Straße 100/ Tel. 370326

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