Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 10 (15.5.1931)
- Article
- Zur jüdischen Familienforschung
- Date
- 1931-05-15
- Page
- Seite 151 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 151 Raum, der im Rahmen einer Festschrift zur Verfügung stand, konnte der Gegenstand nicht erschöpfend behandelt und vieles nur angedeutet werden, was man gern breiter und tiefer ausgeführt gesehen hätte. Die Verordnung vom 22. April 181Z, durch die den Juden in Mccklenburg:Schwerin die Annahme fester Familiennamen zur Pflicht gcrnacht wurde, trug emanzipatorischen Charakter. Die Verordnung für das Herzogtum Mecklenburg-Strelitz vom 1. Juni 1814 war eine fiskalisch-administrative Maßnahme. Sicherstem bringt nun neben älteren Listen die auf Grund der genannten Verordnungen in den einzelnen Orten angenommenen Familiennamen erneut zum Abdruck und baut damit vor unseren Augen jüdische Siedelungen wieder auf, die in dem seitdem verfloffcnen Jahrhundert durchgehends ihre Struktur verändert haben, fast überall auf-ein Minimum zusammengeschrumpft, wenn nicht ganz verschwunden sind. Denn Mecklenburg, einst ein Land stärksten jüdischen Bevölkcrungsantcils, ist inzwischen ein typisch judenleeres Land geworden. Nach dein Muster, das D r e i f u ß in seinem Buch über die Familiennamen der badischen Juden aufgestellt, sucht Silberstein auch die Namen der mecklenburgischen Juden zu klasiifizieren. Dabei ergibt sich die überraschende Tatsache, daß eine Reihe von Namen auf Herkunft aus Bayern Hinweisen; und wirklich kann Silberstein dann diese Herkunft auch dokumentarisch belegend Wieso aber dieser Zuzug aus dem Süden kam, und warum er sich nur -in Mecklenburg-Schwerin, nicht aber inr Lande Strelitz findet, das bleibt noch festzustellen. Jüdisches Wanderschicksal, festgehalten im Farniliennamen, schlägt die Brücke von Norden nach Süden. Dr. Jacobsohn (Berlin-Hermsdorf). plus der Gemeinöe München Staatsrat Teitel in München. — Ortsausschuß für russisch-jüdische Flüchtlingshilfe Der Vorsitzende des Verbandes rusiischer Juden in Deutschland, der wirkliche Staatsrat Jakob Teitel, weilte in diesen Tagen in Begleitung des Syndikus des Verbandes, Rechtsanwalt Dr. A. Goldenweiser, und des Herrn Dr. S. Spiegel in München. Zu Ehren des Herrn Teitel fand am 2. Mai vormittags ein Empfang in den Räumen der jüdischen Kultusgemeinde statt. Herr Teitel würde von dem Vorsitzenden des Vorstandes der Gemeinde München und des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr. Alfred Ncumcyer, herzlich begrüßt. Staatsrat Teitel, sagte Dr. Neumeyer, sei in München ein willkommener Gast und sein Werk finde hier das vollste Verständnis. Anläßlich des Besuches des Herrn. Teitel in München hat die Gemeinde beschlossen, einen angemessenen Betrag für das Hilfswcrk zur Verfügung zu stellen. Herr Teitel wurde ferner von Herrn Rabbiner Dr. Baerwald, von dein Vorsitzenden der Gemeindevertretung Dr. Ernst Wilmersdörfer, ferner von Justizrat Dr. Karl Oestreich, Justizrat Dr. Elias Straus und Dr. Alsed Werner begrüßt. Der offizielle Begrüßungsabend fand am 2. Mai abends in den Räumen. der Concordia statt. Oberstlandcsgerichtsrat Dr. Neumeyer skizzierte in seiner Ansprache den Lebensweg Teitels. Rabbiner Dr. Baerwald hob in seiner -Begrüßung den unauslöschlichen Optimismus und den Glauben an den Menschen hervor, die die ganze soziale Tätigkeit Teitels sowohl in Rußland wie auch jetzt im Exil beherrschen. Professor Dr. Klugmann begrüßte.Staatsrat Teitel im Namen der Münchenloge. Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner im Namen der Jesaia-Loge und Justizrat Dr. Max Feuchtwanger im Namen der orthodoxen Kreise. Staatsrat Teitel dankte für das ihm und dem Verbände . entgegcngebrachte Verständnis und führte aus, die katastrophale Lage der. Flüchtlinge zwinge ihn, trotz seines hohen Alters immer wieder Reisen in verschiedene Städte für Sammelzwecke zu . unternehmen. Rechtsanwalt Aleis Goldenweiser, Syndikus des Verbandes russischer Juden in Deutschland, gab alsdann in einem Referat eine Analyse des Flüchtlingsproblcms vom sozialen und rechtlichen Standpunkte. Das Schlußwort hielt Justizrat Dr. Elias Straus, der ausführte, die Existenz des von Staatsrat Teitel geleiteten großen Verbandes sei eine unbedinate Notwendigkeit, denn seine Aufgaben können von den Wohlfahrts- Institutionen der Gemeinden nicht erfüllt werden. Nach Schluß der Versammlung fand die Gründungssitzunq des Landesausschußes Bayern für Flüchtlingshilfe statt. Der Ausschuß hat nachstehenden Aufruf erlassen. 1 Reichsausschuß für russisch-jüdische Flüchtlingshilfe Ortsausschuß München Der anläßlich des Besuches von Exzellenz Jakob Teitel in München gegründete Ortsausschuß für russisch-jüdische Flüchtlingshilfe möchte die Zu jedem Kaffee gehört . Mühlen Franck Der”. das Lokal_ jedes Einheimischen und Fremden NEUER PACHTER J HANS FORST Deutsche Neuwascherei Felix Brandner G. m.h.H. Mfinchen, Thlerschstr. 14 Tel. 23 7 08 Annahmestelle auch Jägeratr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech KGW wem DAS preiswürdige MÜNCHNER TUCHHAUS SONNENSTRASSE 8 IM PHÖBUSPALAST nach Maß, Schlafanzüge, usw., auch aus mitgebrachten Stollen. Garantie iür tadellosen _Sitz. Großes Lager in Hemdenstoffen und Einsätzen. Trikotwäsche nach Maß. Reparaturen und Umarbeiten Stoffverkauf auch nach Meter. Krawatten usw. Spezialität: Frack- und Smokinghemden. JC Uf ALE Kaufingerstraße 15/1, zweiter Aufgang, Restaurant Domhof ■ Fernsprecher 92190 Oberhemden CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabl Nachmittags Konzert. Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen. Mäßige Preise. Kein Eintritt. 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