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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-05-01 · 9 (1.5.1931) · p. Seite 137

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
9 (1.5.1931)
Article
125 Jahre israelitischer Verein für Krankenpflege, Bestattungswesen und religiöse Belehrung (Chewra Kadischa) e. V. in München
Date
1931-05-01
Page
Seite 137 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 9 Bayerische Israelitische Geineindezeitung 137 Vereine 125 Jahre Israelitischer Verein für Krankenpflege, Bestattungswesen und religiöse Belehrung (Chewra Kadischa) E. V. in München Am 5. Mai 1931 (Lag'be omer 5691) werden es 125 Jahre, daß der Verein gegründet wurde. Aus diesem Anlaß wird am Sonntag, dem 5. Mai 1931, vormittags 10 Uhr, im (alten) israelitischen Friedhofe an der Thalkirchner Straße eine Gedenkfeier stattfinden. Anschließend wird ein Rundgang an die Grabstätten von Frauen und Männern führen, die sich um den Verein verdient machten. 2lm 5.- Mai 1931, abends 7.15 Uhr, vereinigen sich die Mitglieder des Vereins mit geladenen Freunden und Gönnern desselben zu einem gemeinsamen Mahle. Auf die Einladung im Anzeigenteil wird verwiesen. Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Ortsgruppe München e. V.ilnser nächster kameradschaftlicher Abend findet am Mittwoch, dem 6, Mai, in der Gaststätte Schwarz, Schlosserstraße 2, statt. Hebräische Sprachkurse, München. Am 15. April hat das Sommersemester begonnen. In sämtlichen 'bestehenden Kursen werden neue Schüler ausgenommen; außerdem wird ein neuer Anfängerkurs gegründet, zu dem Anmeldungen entgegengenommen werden im Unterrichtslokal Herzog-Rudolf-Straße 1, Tel. 297349. — In den Kinderkursen hat der Unterricht am 21. April wieder begonnen. Der neue Stundenplan für das Sommersemester wird noch bekanntgegeben. Ein Gang durch die jüdische Musik, von den Anfängen bis zur Gegenwart; so hieß der Vortrag, zu dem die Jesaia-Loge zum 24. März eingeladen hatte. Ein Thema, das wohl eine Reihe von Vorträgen verlangt, um einigermaßen erschöpfend behandelt werden zu können. Wir schwer ist es z. B. schon vom Anfang der jüdischen Musik zu sprechen. Die Wissenschaft behauptet, vom alten Judentum ist uns keine Note erhalten geblieben, deshalb gibt es keine spezifisch jüdische Musik. Damit hat man sich , aber nicht abgefunden; und bis zum heutigen Tag hat man nicht aufgehört, die „Überlieferung" zu Rate zu ziehen. Je tiefer man in sie eindrang, um so mehr Probleme entstanden; und die Frage: „Was verstehen wir unter jüdischer Musik?" ist heute schwieriger zu beantworten denn je. Die Nefercntin des Abends, Frau Alice Jacob-Loewenson (Berlin), ließ aber von all diesen Schwierigkeiten nicht viel erkennen. Ihre These lautete: „Das Judentum ist ein Unikum; also ist auch die jüdische Musik ein Unikum." Den Sprechgesang (Dibbur), wohl den wichtigsten Teil der jüdischen Musikalität, berührte sie nur kurz. Man hörte nichts von der Pentatonik; es handelt sich dabei um eine Skala, die sich nicht wie die moderne Tonleiter innerhalb einer Oktave aus zwölf Halbtönen, sondern aus fünf Ganztönen zusammenseht, und die man neuerdings dem Sprechgcsang zugrunde legen will. Die Auswahl der Tonstücke, die neben den kurzen Ausführungen durch Schallplatten zu Gehör gebracht wurden, war nicht ohne Willkür. Die Entwicklung der Synagogcnmusik kam dabei zu kmz. Salomon Rossi lehnte die Vortragende ab, weil er den vierstimmigen Sah eingeführt hat. Sulzer und Lewandowsky wurden als Epigonen der Romantik mit einem Sah erledigt. Doch die darauffolgende Schallplatte brachte mit „lei lesseliimiolio" von Lewandowsky wohl das beste und „jüdischste" Stück des Abends und widerlegte so eigentlich die Referentin. Was man auch gegen Lewandowsky einwenden mag, die Tatsache, daß er über ein halbes Jahrhundert die deutsche Synagogenmusik beherrschte und sie heute noch beherrscht, spricht deutlicher und kräftiger als alle neuen Theorien, die man neuerdings gegen ihn aufzustellen bemüht ist. Für die moderne jüdische Musik standen wohl keine Schallplatten zur Verfügung, was Frau Jacob-Loewenson Gelegenheit gab — namentlich beim Vorspiel der sehr interessanten Volkstänze von A. Weprik — sich als tüchtige Pianistin zu zeigen. Joseph Ziegler. Jüdischer Jugendverein München I. Donnerstagabende. Lessingsaal. Beginn: 20.50 Uhr. 7, Mai: Unterhaltungsabend (unter Mitwirkung des Jüd. Kammerorchesters). II. Freitagabende. Jugendheim. Beginn: 20.50 Uhr. III. Tennisgruppe. Der Jügendverein bietet all denen, die Freude am Tennisspiel haben, auch heuer wieder Gelegenheit, sich diesem Sport- Ztveige zu widmen. Plahbeitrag nur 40 Rpf. pro Spielstunde. Auch für Anfänger ist beste Gelegenheit zum Erlernen geboten. Unsere Mitglieder erhalten Vorzugspreisebeim Trümer. Interessenten erhalten unser „Ten- Wäscherei Münchener Hausfrauenbilfe Geong Hocken Lancfwehr*stnaß& 5?/5Q TELEFON : 596 858 ' E.WESCHLER DAS ATELIER DER ELEG. DAMENMODEN SONNENSTRASSE 12 ■ TEL 91481 Regenmäntel Ulster und Paletots Eigene Herstellung. Nur hochwertige Qualitäten Vollkommen in Schnitt und Verarbeitung Hau p, t Preislage: 138.- 148.- 165.- SAKKO-ANZÜGE ab RM. 260.— In unserer bekannt exquisiten Ausführung LOTZ & LEUSMANN München Perusastraße

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