Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 8 (15.4.1931)
- Article
- Macht und Recht
- Date
- 1931-04-15
- Page
- Seite 119 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 8 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 119 interessanten Ausführungen, die mit dem Rufe schlossen: „Im Kampfe sollst Du Dein Recht finden!" Im Anschluß an den Vortrag fand die diesjährige Generalversammlung der Ortsgeruppe statt. Herr Kommerzienrat Dann erstattete den Tätigkeitsbericht. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. An Stelle des von hier verzogenen Herrn Rabbiner Dr. Grünfeld wurde einstimmig Herr Rechtsanwalt J.-R. Dr. T e u t f ch in den Vorstand gewählt. Dr. B. Aus baveriscben öemeinden Frau Fanny Lüneburger an ihrem 100. Geburtstag gestorben Würzburg, den 1. April 1931. Voriges Jahr konnten wir noch von dem 99. Geburtstag von Frau Fanny Lüneburger, der Großmutter von Herrn Rechtsanwalt Michael Siegel in München, berichten und ein Bild der alten Dame bringen. Nun hat es das Geschick gefügt, daß die Greisin, die älteste Würzburgerin, an chrem 100. Geburtstag, am 1. April, verschieden ist. Noch bis etwa acht Tage vor ihrem Geburtstag war Frau Lüneburger auffallend rüstig und entschlief an ihrem 100. Geburtstag an Altersschwäche. Vereine Zionistische Ortsgruppe München. Mittwoch, den 18. März 1931, fand die ordentliche Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt Herr Dr. Emrich ein kurzes Referat über „Probleme der zionistischen Propaganda". Hierauf erstattete Herr Lichtenauer als erster Vorsitzender Bericht über die Arbeiten im abgelaufenen Geschäftsjahr. Den Kassenbericht erstattete Herr Hirsch, den Bericht über den Keren Hajessod Herr Lustig, über den Keren Kajemeth Fräulein Blau, über die Schekelaktion Fräulein Hohenberger, über die Hebräischen Sprachkurse und das Palästinaamt Herr Grünbaum. Herr Lichtenauer berichtete über die Gemeindearbeit. Nach vorgenommener Entlastung des Vorstandes wurde zur Neuwahl der Ämter geschritten. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Ehrenvorsitzender: J.-R. Dr. Elias Straus; erster Vorsitzender: Bernhard Lustig; zweiter Vorsitzender: Dr. I. Emrich; Schriftführer: Dr. I. Emrich; Kassier: Gottfried Hirsch; Beisitzer: Dr. Leopold Berger und Frau Dr. Eliasberg; Keren-Hajefsod-Kommission: Bernhard Lustig, Justin Lichtenauer, Paul Grünbaum, Gottfried Hirsch, Dr. Albert Weihl, Dr. Berthold Weiß; Nationalfonds-Kommission: Dr. I. Emrich, Frau Meta Harburger; Schekelkommission: Camilla Hohenberger, Franz Holzinger; Presse-Ausschuß: Jakob Reich, Dr. Julius Siegel, Dr. Raphael Straus; Kassenrevisoren: Max Landmann, Josef Schachno; Hebräische Sprachkurse und Palästinaamt: Paul Grünbaum; Vertreter für den Gesamtvorstand: J.-R. Dr. Emil Fränkel, Dr. M. I. Gutmann, Theo Harburger, D. Horn und ein jüngerer Vertreter der Ostjuden, der noch kooptiert werden soll. Die Scholem-Asch-Jubiläumsfeier des jüdischen Kulturvereins Perez im März dieses Jahres vermittelte interessante Eindrücke über die .ostjüdische Eigenkultur. Jiddische Chöre des jüdischen Gesangvereins unter der Leitung von I. Ziegler, der Vortrag von jiddischen Volksliedern durch Frau Sonja Ziegler, Rezitationen aus Werken von Scholem Asch durch M. Bronstein (Berlin) waren der Rahmen für die Festrede von Schriftsteller Josef Löwy und für die Aufführung des Schauspiels „Mit'n Strom". Löwy gab einen übersichtlichen Durchblick durch das reiche, international anerkannte literarische Schaffen von Asch und charakterisierte die Wechselwirkung slawischer und jüdischer Einflüsse in den lyrischen, epischen und dramatischen Werken des Dichters. Zum Schluß hob der Redner die Bedeutung von Asch als Vorkämpfer der jiddischen Sprache neben Mendele Moicher Jeforim, Perez und Scholem Aleichem hervor. Die sehr gelungene Aufführung des Schauspiels „Mit dem Strom" führte tief in die geistigen Konflikte zwischen Aufklärung und dem alten traditionellen Judentum in Polen hinein. In der Hauptrolle des Dooid, der sich vom altftommen Rebbe zum Austlärer wandelt, machte Bronstein einen sehr echten Eindruck. Der Verein Perez hat sich mit der Veranstaltung dieses Abends ein großes kulturelles Verdienst erworben. Jüdisches kammerorchesier München. Die Übungsabende des Orchesters finden künftighin am Montag um 20.15 Uhr beginnend im Lesfingfaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Rgb., Erdgeschoß, statt. Nächster Übungsabend: Montag, 13. April 1931, 20.15 Uhr, Lessingsaal. Tüchtige Streicher und Bläser, die in das Orchester eintreten wollen, werden gebeten, an einem der Übungsabende mit ihren Instrumenten zu erscheinen. Vorherige schriftliche Anmeldung beim Leiter des Orchesters, Heinrich Lamm, Bruderstraße 12/0 links, ist erwünscht. hebräische Sprachkurse München. Am 25. März begannen die Ferien für die Kinderkurse. Wiederbeginn des Unterrichts am Dienstag, dem 21. April. — Am 15. April ist Schluß des Wintersemesters und Beginn des Sommersemesters. In sämtlichen bestehenden Kursen werden neue Schüler ausgenommen. Außerdem beginnt ein Anfängerkurs. Vorherige Anmeldung erforderlich im Unterrichtslokal, Herzog-Rudolf-Straße 1, Tel. 297449. kadimah. Die in der „Gemeindezeitung" vom 15. März von Walter Koschland für die Führerschaft des Münchener Kadimah veröffentlichle Erklärung entspricht nicht den Tatsachen. Es ist richtig, daß der Bund Kadimah in zwei Teile auseinandergefallen ist, doch ist bis heute die Frage, ob eine Wiedervereinigung nicht stattfinden kann, noch offen. Nicht richtig ist aber, daß sich der Münchener Bund in seiner Gesamtheit dem Leipziger Pfadfinderbund J.P.B. angeschlossen habe. Dies trifft nur für die von Walter Koschland geführten Jungensgruppen zu. Die Mädchengruppen dagegen setzten ihre Arbeit unverändert im Reichsbund im Rahmen der Berliner Bundesleitung fort. Die Bundesleitung des Kadimah Dr. Walter Mecklenburg. Verein für jüdische Museen in Bayern. Der im vorigen Winter ins Leben gerufene Verein hält am Mittwoch, 22. April, abends 8.15 Uhr, im Saale der Gesellschaft „Concordia", Prannerstraße 4, seine erste ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die satzungsgemäße Einladung erfolgte in Nr. 7 der „Gemeindezeitung". Die Tagesordnung sieht vor: 1. Bericht des Vorstandes, 2. Vorstandswahlen und Aufstellung des Ehrenausschusses, 3. Propaganda, 4. Verschiedenes, 5. Vorlegung der Erwerbungen. Im Anschluß hieran findet ein Vortrag des Geschästsleiters, Herrn Theodor Harburger, über „Jüdisches Museumswefen" mit Lichtbildern statt. Gäste sind bei dieser Veranstaltung sehr willkommen. vücderschau Das Verbrechen als Ausdrucksform sozialer Entmutigung. Unter diesem Titel erscheint Ende April im Verlag von I. Schweitzer in München ein Buch des Münchener Rechtsanwalts Dr. Eugen Schmidt, des langjährigen Schriftleiters der Gemeindezeitung. Das Buch von Dr. Eugen Schmidt enthält eine einführende Betrachtung über das Werden und die Behandlung der kriminellen Persönlichkeit auf Grund der Erkenntnisse der modernen Psychologie. Nach Erscheinen werden wir noch ausführlicher über den Inhalt berichten. Das Hohelied. Drei neue Versuche der Erklärung? Im ersten Viertel des Jahres 1931 haben wir nicht weniger als drei 1 I. Das Hohelied, übertragen und gedeutet von Joseph C a r l e b a ch (Frankfurt a. M., Hermon-Verlag 1931.) — 11. Das Lied der Lieder. Übertragen, mit Einführung und Kommentar von Carl Gebhardt (Berlin, Philo-Verlag 1931). — III. Die althebräische Literatur und ihr hellenistischjüdisches Nachleben. Von D. Dr. Johannes Hempel, Prof, in Göttingen, im Handbuch der Literatur-Wissenschaft, herausgegeben von Oskar Walzel, Wildpark-Potsdam 1931, S. 25ff.). Verkaufsstellen { Hiltensbergerstraße 8 Fernsprecher 3 70 6 46 Glückstraße 10 Fernsprecher 2 96 9 44 Thierschstraße 19 Fernsprecher 22 0 82 Schleißheimer Straße 100 Winzererstraße 92 Belgradstraße 28 Für Säuglinge und Kinder nur Boschhof*Vorzugsmilch Hauslieferung durch Boschhof-Verkaufszentrale Schleißheimer Straße 100/ Tel. 370326