Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 7 (1.4.1931)
- Article
- Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Baerwald in Wiesbaden
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 102 (sequence 2)
- Language
- German
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102 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Sir. 7 Inden Deutschlands, Westeuropas, Amerikas zu Großstädtern haben werden lassen. Der Kleinstädter ist zu allen Zeiten kleinlich und philiströs gescholten worden. Aber er hat mit dem Bauern gemeinsam die größere Stetigkeit des materiellen Besitzes, namentlich den höheren Grad von Bindungen, die größere Sicherheit der Lebensformen. Des Großstädters Arbeit ist dagegen meist mechanisiert. Die dargebotenen Kulturgüter werden in der Hast des Lebens nicht verinnerlicht; alles verflacht; vor allem das Familienleben wird immer mehr zerrüttet. Der jüdische Idealismus betätigt sich häufiger außerhalb als innerhalb der jüdischen Gemeinde. Demgegenüber stehen Aktiva: die Großstadt erzieht zum sozialen Verständnis, zum Begreifen größerer Zusammenhänge. So können die Großstadtgemeinden mit Befriedigung auf ihre sozialen Institutionen Hinweisen. Die Wurzeln einer neuen, bewußteren Religiosität — die unproblematische alte geht gewöhnlich beim Kampf um die Existenzgründung verloren — sind zu finden. Selbst eine Tendenz zu wahrer Kultur, zum eigenen Selbst zu gelangen, ist spürbar. Die Versuche, neue Lebensformen zu schaffen, erschöpfen sich allerdings vorläufig meist in Kritik. Zur Behebung der Schäden der Großstadt forderte der Redner Vereinfachung unseres gesamten Lebens, ein neues Verhältnis zur Ruhe des Sabbats und zur Natur. Einfachheit und Einheit sind Merkmale und Ziel unserer Religion. Der Redner glaubt, daß der Großstädter so das rechte Maß wieder finden könne, daß auch er sich die Ruhe und Sicherheit des Kleinstädters erwerben könne, daß auch die Großstadt zur Heimat wird, deren Atmosphäre ihre Bewohner mit sich in die Welt hinaus tragen. Herr Dr. Baerwald schloß mit einem Worte Schleiermachers: „Von mir soll nie weichen der Geist, der den Menschen vorwärts treibt, und das Verlangen, das, nie gesättigt von dem, was gewesen ist, immer Neuem entgegengeht." Michael Strich, ein Münchener Historiker, 50 Iahre. Am 22. Marz feiert einer unserer besten Kenner der deutschen Geschichte, speziell der bayerischen Landesgeschichte, Dr. Michael Strich, seinen 50 Geburtstag. Strich ist geborener Berliner und lebt seit 1903 in München. Seine weitverzweigten Studien, namentlich in den Archiven von München, Paris, Wien, Rom und Turin find zu seinem jetzt im Druck befindlichen, von der Notgemeinschaft deutscher Wissenschaft unterstützten Hauptwerk gereift, das noch in diesem Jahr innerhalb der Veröffentlichungen der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften erscheinen wird. Das Werk führt den Titel: „Das Kurhaus Bayern im Zeitalter Ludwigs XIV. und die europäischen Mächte." Strich beschreibt hier zum erstenmal auf Grund einwandfreien fachmännisch gesichteten Materials, wie der Münchener Hof durch die Persönlichkeit des Herzogs Max Philipp von Bayern zum Mittelpunkt einer nationalen Bewegung wurde. Die noch ungeschriebene Geschichte Bayerns in der Frühperiode Max Emanuels findet hier zum erstenmal eine aktenmäßige Darstellung. Michael Strich ist durch seine größere Monographie über Lieselotte von Kurpfalz (Ullstein 1925), sowie durch eine Reihe bedeutender Aufsätze in der „Historischen Zeitschrift" usw. auch über die Fachkreise hinaus bekannt geworden und zählt zu den geachtetsten Münchener Gelehrten. Der“ ""1 das Lokal_ jedes Einheimischen und Fremden NEUER PÄCHTER J HANS FÜRST M> A f| f* I höchste Leistungsfähigkeit Ih II Kl* I künstlerische Formen IIIU U im 100 Musterzimmer Gebr. REHBOCK Dienerstraße 20 MÖBELFABRIK Bayerische Handelsbank ' Bodenkreditanstalt „ . , „ gegründet 1869 , gegründet 1869 München. Go^d-Hypothekenbestanb Ende 1930: rund GM. 2T2/600,000.— Goid-Pfandbriefumlauf Ende 1930: rund GM. 269'200,000.— H°loisc ÜÄndbore Gold-Hypothekenpfandbriefe, mündelsicyer * stiftungsmäßig * lombardfähig, in Stücken zu -100, 200, 500,1000, 2000 und 5000 Goldmark, seit 2. Januar 1931 kapitalertragsteuerfrei. An- und Verkauf der Gold-Hhpotbekenpfandbriefe an unseren Schaltern Nr. 56—58 von morgens 8^ Uhr bis abends 4 Üh durchgchend, sowie bei allen Äanlstellen. kille Ludwig (FRÜHER TEICHLEIN) - LUDWIGSTRÄSSE 4 Das vornehme Familien-Cafe Eigene Konditorei auch abends Deutsche Neuwäscherei Felix " G. m. ö. H. München, Thlerschstr. 14 Tel. 23 708 Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spazial-Dampfwaschanstah, imr Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech DAS ATELIER DER ELEG. DAMENMODEN I SONNENSTRASSE 12 . TEL. 91481 Wasdaepei - Mündiener Hausfrauenhilfe Geong Hocken LGncfwehr>sfr*a/3e 57/50 TELEFON : 596 858 ■ 9755 8537 17