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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-03-15 · 6 (15.3.1931) · p. Seite 88

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
6 (15.3.1931)
Article
Professor Samuel Landauer 85 Jahre
Date
1931-03-15
Page
Seite 88 (sequence 2)
Language
German
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88 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr.« 5.ACKERMANN« MÜNCHEN Promenadestraße 12 / Fernsprecher 933 94/92587 Abteilung: Immobilien: Vermittlung in allen Sparten Abteilung: Hausverwaltung: Beste Wahrung der Hausbesitzer-Interessen bei billigster Berechnung Abteilung: Vermietung: Büro-, Geschäftsräume, Läden usw. nasmm in Mainz absolviert hatte, die Universitäten München, Leipzig und Straßburg. In München promovierte er 1872 auf Grund seiner arabischen Dissertation: „Über die Psychologie des Ibn Sinä". 1875 wurde der junge Gelehrte Privytdozent für orientalische Sprachen in Straßburg, 1884 Bibliothekar der Universitäts- und Landesbibliothek dortselbst, 1894 Honorarprofessor und 1905 Ober-, bibliothekar in Straßburg. Seit Ende 1918, wo er als Deutscher über Nacht Straßburg verlassen mußte, hat er sein Domizil in Augsburg. Von seinen zwölf außerordentlichen Werken und Arbeiten seien besonders genannt: „Kitäb al Amänät von Saadja", das ist eine Veröffentlichung des arabischen Urtextes des religionsphilosophischen Werkes von Saadja (933), betitelt: „Emunot we — deot, Glaubenslehre und Philosophie"; ferner die „Masorah zum Onkelos" sowie Studien zu Merx „(Lrestomattna Targumiea", außerdem verschiedene „Kataloge der orientalischen Handschriften" der Universitäts- und Landesbibliothek in Straßburg und der Großherzoglich badischen Bibliochek in Karlsruhes Bor einigen Tagen brachte der unermüdliche Gelehrte zu seiner und der Wissenschaft großen Freude noch ein Hauptwerk zur Vollendung, an dem er seit acht Jahren im ehrenvollen Aufträge der Berliner „Akademie für die Wissenschaft des Judentums" gearbeitet hat: „Das Targum der Prophetae Posteriores". Durch diese (Ebiiton der aramäischen Übersetzung der Propheten „Jesaias", „Jeremias", „Ezechiel", „Daniel" und der sogenannten 12 „Kleinen Propheten" hat die Wissenschaft nunmehr zum ersten Male einen einwandfreien aramäischen Targumtext dieser genannten Prophetenbücher. Der Gelehrte war Gegenstand mannigfacher Ehrungen, sowohl lokaler Art als auch ganz besonders seitens seiner vielen heute in höchsten Ändern und Würden stehenden Schüler und sonstigen Verehrer des In- und Auslandes. Mögen sich an ihm die Worte des Psalmisten auch weiterhin ganz erfüllen: vrp D»uy"n Q’itsn rn'aa yinw T.y Noch im hohen Alter sprossen und grünen sie, die tnitM □ Dr. Fränkl. Kompositionen von Paul Frankenburger. Am 21. Februar konnte man in Augsburg bei einer Veranstaltung des Münchener Domchores drei Kompositionen des Augsburger Kapellmeisters Paul Frankenburger hören. Der „Bayerische Kurier" vom 25. Februar schreibt darüber: „... Die mustergültige Chorvereinigung .... brachte noch die Augsburger Erstaufführung von drei zusammenhängenden, wirklich auf hohem Niveau stehenden Motetten unseres zielstrebenden, aus der Münchener Schule hervorgegangenen Augsburger Kapellmeisters Paul Frankenburger, der den Nachweis des reichbegabten, von durchaus verfeinertem Schönheitssinnn beseelten Tondichters schon zu wiederholten Malen erbracht hat.." Bon Paul Frankenburger brachte schon im verflossenen Sommer der Münchener Domchor unter Leitung von Prof. Berberich drei Motetten, denen Texte nach Hiob (12, 14 und 19) und nach Jesaia unterlegt waren, zur Uraufführung. Vereine Tagung des Bundes gefehestreuer Israelitischer Gemeinden. Die diesjährige Tagung des Bundes gesetzestreuer Israelitischer Gemeinden fand am 22. Februar in Schweinfurt statt. Aus dem Bericht des Vorsitzenden, Herrn Bezirksrabbiner Dr. Stein, konnten die Teilnehmer wieder erfahren, welche Fülle von Arbeit der Bund im abgelaufenen Jahre geleistet hat. Bei welcher Angelegenheit auch immer Interessen des bayerischen gesetzestreuen Judentums zu vertreten waren, immer war der Bund auf dem Plan, und dank seiner zielbewußten Arbeit hatte er m in der Regel Erfolg zu verzeichnen. Cs liegt in der Natur der Sache, daß über diese Tättgkeit und deren Bedeutung immer nur ein kleiner Teil informiert ist; die Generalversammlung war deshalb dem Vorsitzenden dankbar, daß er hier Gelegenheit gab, auch einmal von dieser Seite der Bundesarbeit zu erfahren. Der Redner referierte ferner über die Tätigkeit des Bundes in der Schechito-Angelegnheit und zur Versorgung mit Koscherfleisch, über die ausgedehnte Tätigkeit des vom Bunde aufgestellten Sofers über Versorgung von lehrerlosen Gemeinden und Subventionen für Instandsetzung von Mikvoaus usw. Auch im vergangenen Jahre arbeitete der Bund mit der Lei- . tung des Verbandes bayerischer Israelitischer Gemeinden in allen das bayerische Judentum betreffenden Fragen einträchtig zusammen. Die an das Referat des Vorsitzenden anschließende Diskussion brachte noch verschiedene Anregungen und unter dem Beifall der Anwesenden wurde noch zum Ausdruck gebracht, daß der Bund gesetzestreuer Israelitischer Gemeinden in ten zehn Jahren seines Bestehens eine Fülle von Segen dem bayerischen Judentum gestiftet habe und aus ihm nicht mehr wegzudenken fei. Am Nachmittage versammelte ein Bundestag eine große Schar von Zuhörern. Justtzrat Dr. Hommel (Schweinfurt) richtete im Namen der Kultusgemeinde Schweinfurt eine überaus warme Begrüßung an den Bund, dessen Arbeit gerade für den Wo er gerade angesichts der gegenwärtig drohenden Gefahren für besonders wertvoll erachtet. Bezirksrabbiner Dr. Stein beleuchtete die Bedeutung des Bundes, der auf der einen Seite berufen ist, die Interessen des bayerischen gesetzestreuen Judentums innerhalb des Verbandes bayerischer Israelitischer Gemeinden zu wahren, der aber darüber hinaus, wie Redner im Anschluß an einen Midrasch ausführte, im Sinne der Philosophie eines Ben-Alai praktische religiöse Tat als Ausgangspunkt religiösen Lebens pflegt. In seinem groß angelegten Referat über: „Der Sabbat, seine Idee, seine Forderung, seine Verwirklichung", enttollte Bezirksrabbiner Dr. Ephraim (Burgpreppach) ein fein gezeichnetes Bild von der Schönheit und Bedeutung des Sabbats. Das besondere Verdienst, des Redners war es aber, daß er die Probleme, die der Sabbat der gegenwärtigen Generation stellt, mit Ausführlichkeit behandelte und die Wege zeigte, die deren Lösung erfordert. Das zweite Referat: „Die portugiesischen Marannen" von Bezirksrabbiner Dr. Stein vermittelte den Anwesenden ein ergreifendes Bild vom Heroismus unserer verfolgten Brüder, die mehr als 400 Jahre allen Gefahren zum Trotz im Herzen Juden geblieben sind und nun heute mit einem ungeheuren Opfermut wieder die volle Vereinigung mit der jüdischen Gesamtheit erstreben. Mit reichem Beifall dankten die Hörer den Rednern für die weihevollen Stunden, die sie ihnen gespendet und deren Labsal in der Not der Gegenwart doppelt wohltuend empfunden wird. I 114 Millionen H IHHHH Reichsmark kommen in der neuen I ■■■■ Prß.-Südd. Klassenlotterie H zur Ausspielung. ■ Ziehung der Ersten Klasse am 20. und21. April 1931 Lospreis yB J/4 V« Vi Los proKlasse S.-IO.- 20.- 40.-M Original-Lose empfiehlt und versendet: MM München Müllers Postscheck-Konto Amt München Lotteriekostenlos I Staatliche Lotterie- Einnahme:

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