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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-02-15 · 4 (15.2.1931) · p. Seite 56

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
4 (15.2.1931)
Article
Das Wunschkind [Rezension]
Date
1931-02-15
Page
Seite 56 (sequence 2)
Language
German
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56 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 4 Kämpfer aus dem Felde von Lützen. Die Mutter aber weiß, daß er nach seinem eigenen Worte., „gar nicht sterben kann..."; und daß Glück und Unglück nur andere Ausdrücke sind für „die Arbeit Gottes an uns..." Es schwingt eine Melodie wie ein tiefer voller Cello Ton in diesem schönen Buche: sehr tief, sehr dunkel, sehr warm... Und doch schleicht sich für uns ein Mißton in diese Harmonie... künstlerisch wie menschlich. Mißtönig und grell — zumal für die Linienführung der Handlung sowohl entbehrlich wie innerlich unwahr — wirkt die Schilderung des Judenhaufes am Gendarmenmarkt in Berlin, des reichen Bankiers „Zacharias Beitel Frankel Kalischer", der mit seinen fetten Hängebacken und feiner überputzten Gattin in unverhüllt antisemitschen Farben gemalt wird... wirklich ein Typus? oder nicht vielmehr ein Einzelner in jenem Berlin, wo Moses Mendelssohn gelebt hatte und wo nun David Friedländer alles mit allem versöhnen wollte? — Und dabei weiß Ina Seidel gut, daß gerade im Berlin jener Tage eine Jüdin lebte, die den letzten Wunsch ihres Wunschkindes zum Leitsatz ihrer Tage gemacht hatte. „Frieden will ich — und jeden Sohn zu seiner Mutter!" So schrieb damals die Stammesgenossin dieses Bankiers Kalischer — Rahel Levin. Bertha Badt-Strauß. Aus der Gemeinde (Mncben In der Reihe der religiösen Vorträge wird am Sonntag, dem 15. Februar 1931, nachmittags.6 Uhr, in der Hauptsynagoge Herr Rabbiner Dr. Freudenthal (Nürnberg) einen Vortrag über »Die goldene Regel" halten. Der Vortrag wird durch musikalische Vorträge, ausgeführt von Frau Ziegler und Herrn Organist Schönnamsgruber, umrahmt. Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde, München Programm Februar und März 1931 Rabbiner Dr. H. Levy (Regensburg): »Iudentum und philosophische Weltanschauung. Drei moderne Versuche ihrer Auseinandersetzung: S. R. Hirsch, Hermann Lohen, Franz Rosenzweig". Mittwoch, 11. Februar, 18. Februar, 25. Februar. 20.15 Uhr. Bibliotheksaal Herzog-Max-Straße 7/1. Eintritt 1 RM. Der Redner wird an der Gedankenwelt der drei bedeutenden jüdischen Persönlichkeiten drei typische Verhaltungsweisen des jüdischen Denkers zur Philosophie erläutern: Ablehnung der Philosophie (Hirsch), Gleichsetzung von Philosophie und Judentum (Cohen), Überwindung der Philosophie (Rosenzweig). Oberregierungsrat Dr. Lichtenstädker (München): »Naturschutz und Iudentum." Mittwoch, den 4. März, 20.15 Uhr, Bibliotheksaal, Herzog-Max-Straße 7. Der Redner hat sich jahrelang den besonderen Fragen des Naturschutzes gewidmet. Sein Vortrag in der Anthropologischen Gesellschaft ist noch in bester Erinnerung. Das Judentum ist im Naturschutz den Kulturstaaten vorangegangen, so daß der Vortrag zum Verständnis dieser bisher wenig hervorgehobenen Seite der jüdischen Kultur beitragen wird. — Eintritt 50 Pf. Studienrat A. Schaalmann, »Kalender und Kalenderreform". 11. März, 18. März, 25. März. 20.15 Uhr im Bibliotheksaal, Herzog- Max-Straße 7/1. Eintritt 1 RM. Die Frage der Reform des bürgerlichen Kalenders ist in ein akutes Stadium getreten. Der Redner wird die Reformvorschläge ausführlich darstellen, außerdem zeigen, wie im Lauf der Zeit der heutige bürgerliche Kalender mit seinen Vor- und Nachteilen zustandegekommen ist. Entstehung und System des jüdischen Kalenders werden eingehend behandelt. Rabbiner Dr. L. Baerwald setzt die Arbeitsgemeinschaft über die Psalmen fort; auch Neueintretende können daran teilnehmen. Vorausgesetzt werden einige Kenntnisse im Hebräischen. Mittwoch, 11. Februar, 18. Februar, 25. Februar, 4. März, 11. März, 25. März. 21.15—22.00 Uhr. Bibliotheksaal. Sitzung des Vorstandes und der Gemeindevertretung vom 5. Februar 1931 In der Sitzung des Vorstandes und der Gemeindevertretung am Donnerstag, den 5. Februar, wurde der Voranschlag für das Iahr 1931 nach ausführlicher Beratung genehmigt. Der ordentliche Etat schließt mit einer Gesamtsumme von RM. 572 910.— gegen RM. 646 320.— im Iahre 1930 (vgl. Nr. 5 der Gemeindezeikung vom 1. März 1930), sieht also Einsparungen von über RM. 73 000.— gegenüber dem Vorjahre vor. Da jedoch mit einem weiteren Rückgang der steuerlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinde gerechnet werden mußte, haben die gemeindlichen Kollegien einstimmig beschlossen, die Ortsumlagen für die Israelitische Kulrusgemeinde München von 7 auf 8 Prozent zu erhöhen, von denen 3 Prozent als Bauumlagen erhoben werden. Es wurde weiterhin beschlossen, im Mai und September 1931 die gemeindlichen Finanzen einer Nachprüfung zu unterziehen, um festzustellen, ob eine Veränderung des Steuersatzes vorzunehmen ist. Über die Etalberatung sowie die sonstigen Verhandlungen folgt ausführlicher Bericht in der nächsten Nummer. Tätigkeitsbericht der hebräischen Sprachkurse München (Aus technischen Gründen verspätet eingesandt.) Der vorliegende Bericht umfaßt die zweite Hälfte des Sommersemesters 1929, d. i. vom 1. September bis 15. November und das Wintersemester 1929, d. i. vom 15. November bis Ende April 1930. In der Berichtsperiode bestanden 6 Kurse für Erwachsene, 3 Kurse für Kinder, ein Bibelkurs, an dem nur Damen beteiligt waren, ein Jesaja-Kurs und ein KJV-Kurs. Kurs I, II, IV und V, die 3 Kinderkurse und der Bibelkurs haben am Anfang der Berichtsperiode begonnen. Kurs III ist am Anfang des Wintersemesters entstanden und wurde am 8. Januar 1930 mit Kurs IV zusammengelegt wegen der gleichen Kenntnisse der Teilnehmer beider Kurse. Der Jesaja- Kurs ist am Anfang des Wintersemesters entstanden. (20. November.) Der KJV-Kurs bestand während des Wintersemesters 1929/30, vom 27. November 1929 bis 26. Februar 1930. Aus der allgemeinen Besuchsstatistik geht hervor, daß insgesamt 15% Wochenstunden erteilt, die von insgesamt 95 Schülern besucht wurden. Davon waren 50 Neueintretende und 45 Schüler aus der vorigen Lehrzeit. Während der Berichtsperiode wurden insgesamt 336 Unterrichtsstunden abgehalten, an denen insgesamt 1425 Schüler, 1144 Erwachsene und 281 Kinder teilnahmen, so daß die.durchschnittliche Zahl der Besucher 4.2 Personen war. Die Finanzierung erfolgte aus den Eingängen der Schulgelder und der Subvention der Israelitischen Kultusgemeinde. Lehrstoff. Kurs I. Lesen, Schreiben und Konversation nach dem Buche „Einführung in das Hebräisch der Gegenwart" von I. Bornstein; Grundlagen der Grammatik; freie Konversation auf Grund des aus dem Buche von Bornstein angeeigneten Wortschatzes. Kurs II. Lesen, Schreiben und Konversation nach dem Lehrbuch von Bornstein und zwar nach den Lektionen 16—20. Wiederholung der ersten 15 Lektionen; grammatikalische Übungen; die ersten zwei Kapitel des Buches Ruth; ausführliche Behandlung dessen Wörter und grammatikalischen Formen. Kurs I II/IV. Auserwählte Abschnitte aus der neuhebräischen Literatur nach dem Buche „Perokim Rischonim" von I. Fischmann in Kurs III und nach „Sefer Haadam", desselben Autors in Kurs IV. Fortsetzung auf Seite 59 r HAUS DER QUALI1Ä1SSTOFFe"\ I> MÜNCHEN KARLSPLATZ 5 N. STARK & Cil d NÜRNBERG \ LUITPOLDSTRASSE 11 J

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