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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1931-02-01 · 3 (1.2.1931) · p. Seite 38

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
7 (1931)
Issue
3 (1.2.1931)
Article
Oberkantor Theodor Fränkel, Nürnberg
Date
1931-02-01
Page
Seite 38 (sequence 1)
Language
German
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WttkilllllM Des Züöillhen Lehrewerems für Kapern Schriftleitung: Max Adler, München y 1931 München, 1. Februar Nr. 2 Oberkantor Theodor Frankel, Nürnberg r\"V | Noch kurz vor der Jahreswende hat der Schnitter Tod neuerdings unsere Reihen gelichtet. Am 28. Dezember verschied nach einem schweren Martyrium unser lieber Freund Theodor Frankel im 58. Lebensjahre. Einem Lehrerhause entstammend, fand er selbst als Lehrer und Vorbeter eine gesegnete, an äußeren wie inneren Erfolgen reiche und anerkannte Täügkeit zunächst an der israelitischen Volksschule zu Salzkotten, hieraus als Kantor in Düsseldorf und über 29 Jahre hindurch im Dienste der Kultusgemeinde Nürnberg. Seine stattliche, repräsentative Erscheinung, seine sonnige, frohe Natur, seine offen-ehrliche Art, nicht minder eine angeborene, vornehme Würde, die sich doch auch wieder in schlichter Selbstverständlichkeit in jeden Rahmen zu passen wußte, ließen ihn bald in süddeutscher Art verwurzeln und sicherten ihm die Zuneigung und Verehrung aller Kreise. Begnadet mit einer prächtigen, wohlklingenden Stimme, gestaltete er begeistert und begeisternd seiner großen Gemeinde jeden Gottesdienst zu einer neuen Weihestunde. Und wie er als Kantor Hervorragendes leistete, so verdiente er auch als Schulmann die volle Anerkennung, die man ihm zollte. Erfüllt von strengem Gerechtigkeitssinn, lobte und tadelte er ohne Ansehen der Person, hielt straffe Disziplin in seinen Klassen, behandelte dennoch jedes Kind aus seiner zahlreichen Schüler- und Schülerinnenschar seiner Eigenart gemäß und sicherte sich die Achtung und Geltung im Lehrkörper der Anstalt, die ihn befähigte, gelegentlich auch unerschrocken und erfolgreich für sein Judentum und seine Mischen Schüler einzutreten. Dieser mutigen Art seines Wesens entsprechend, gehörte er zu den eifrigsten und begeistertsten Mitgliedern des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, wie er anderseits als treues Mitglied unseres Vereins stets offen und selbstlos für die Hebung der geistigen und materiellen Interessen seiner Standesgenossen eintrat, obwohl ihn selbst ein gütiges Geschick ihren Sorgen enthoben hatte. Eine dichtgedrängte Schar von Trauernden hatte sich eingefunden, um dem von schwerem Leid Verklärten die letzte Ehre zu erweisen. In bewußt auf jede äußere Form verzichtender Art, die darum um so tiefer erschütterte, umriß Herr Rabbiner Dr. Freudenthal das Bild des Verblichenen, wie es sich ihm als Freund und Weggefährten vieler Jahre eingeprägt hatte. Innige Worte der Verehrung und der Dankbarkeit sprachen ferner Herr Kommerzienrat Aufseeser namens der Kultusgemeinde, Herr Dr. Heilbronn im Aufträge des Beamtenkörpers derselben, Herr Dr. Bamberger für unfern Verein, sowie Vertreter der Loge, des Reform- und Realgymnasiums, des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten und des Landsturmbataillons, dem der Verstorbene angehört hätte und das ihm nun auch die letzten militärischen Ehrungen zuteil werden ließ. Bl., Nürnberg. Auszug aus dem Protokoll der 49. Mitgliederversammlung vom 24. und 25. August 1930 in Würzburg Nachdem unsere „Mitteilungen" in Nr. 8 vom 1. Okt. 1930, und die „Blätter für Erziehung und Unterricht" ausführliche Berichte über unsere Tagung brachten, beschränken wir uns hier im wesentlichen auf die Bekanntgabe der gefaßten Beschlüsse und der auf Grund der Satzungen zu erledigenden vereinsgeschäftlichen Angelegenheiten. 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden: Der Vorsitzende gedenkt zunächst mit einem warmen Nachrufe der im Berichtsjahre Heimgegangenen Kollegen: Moses Hofmann (Rothenburg a. d. Tauber), Meier Rosenberger (Sinzheim, 1 Baden), Jakob WÄchselbaum (Adelsberg), Adolf Mayer (Niederhochstadt, Pfalz), Moses Marx (Nürnberg), Moses NuHbaum (Bad Kiffingen), Leopold Gutmann (Dettingen), Baruch Wolf (Lendershausen), Ahron Rosenblatt (Memmingen). In seinem weiteren Bericht behandelte er folgende Punkte: a) Mitgliederbewegung, b) Verbandsbeschlüsse, c) Stellung zu anderen Organisationen, ck) unsere neuen Satzungen, e) Erholungsheim in Bad Ems, i) Stellung zu Gegenwartsfragen, g) Fortbildungskurse, h) Jugendzeitschriften, i) Änderungen in den Kommissionen, Ir) Entschließung des Staatsministeriums betr. Einführung einer Lesefibel. 2. Nach dem Bericht des Kassiers ergibt sich folgendes Bild über Einnahmen und Ausgaben: Einnahmen: Kapital-Zinsen. 3984.25 RM. Mitgliederbeiträge . .. 4525.— RM. Spenden.'. 2701.10 RM. Sonstige Einnahmen. 314.10 RM. 11524.45 RM. Ausgaben: Verwaltung (dazu Abgabe an den Reichsverband der jüd. Lehrervereine und Kosten der „Mitteilungen") .. 937.24 RM. Unterstützungen. 8980.— RM. Sonstige Ausgaben. 990.54 RM. 10907.78 RM. 3. Revisiansbericht: Die beiden Rechnungsrevisoren: Steinhäuser (Höchberg) und Bamberger (Kitzingen) haben die Rechnung geprüft und als richtig und ohne Erinnerung befunden. Dem Kassier, Oberlehrer Hellmann, wird für seine mustergültige, präzise und peinlich genaue Rechnungsführung Dank und besondere Anerkennung ausgesprochen. Für das Rechnungsjahr 1930 werden Berlinger (Schweinfurt) und Stolberg (Höchberg) zu Kassenrevisoren bestimmt. 4. Wahl der Vertreter in den Rat des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden: Auf Vorschlag der Verwaltung werden Rosenfeld und Stoll in den Rat abgeordnet; Ersatzmann für Rosenfeld ist Krämer (München), für Stoll Hellmann (Würzburg). 5. Ernennung von Ehrenmitgliedern: Nach warmherziger Würdigung durch den Vorsitzenden beschließt die Versammlung.unter lebhaftem Beifall: Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, den Präsidenten des Verbandes, zum Ehrenmitglied des Vereines zu ernennen. Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer hat die Ehrenmitgliedschaft mit folgendem Schreiben angenommen: „Der Jüdische Lehrerverein für Bayern hatte die Güte, mir anläßlich seiner goldenen Jubelfeier die Ehrenmitgliedschaft zu verleihen. Ich möchte für diese, mich in hohem Maße ehrende Auszeichnung und die Übersendung der Festschrift den herzlichsten Dank erstatten. Das Zeichen unserer Verbundenheit, das Sie hiermit ausgerichtet Haben, ist das Symbol gleichen Strebens und gleicher Richtung. Wir wollen mit allen unseren Kräften dem jüdischen Gedanken dienen. Wir glauben aber diesen Dienst in besonderem Maße auch dadurch leisten zu können, daß wir unsere Lehrer, die sich uns als die vornehmsten Träger des jüdischen Gedankens mitdarstellen, in den Stand setzen, chre für die Zukunft unserer Gemeinschaft entscheidende Aufgabe der Jugendbildung in einem geistigen Hochstande und frei von wirtschaftlichen Sorgen zu erfüllen. Die augenblickliche, durch die allgemeine Notlage begründete Einschränkung der wirtschaftlichen Ausstattung darf hierbei nur als eine vorübergehende Maßnahme in Betracht kommen. Mit dem größten Interesse urck> lebhafter innerer Anteilnahme werde ich die Entwicklung Ihres Vereines verfolgen, und was an mir liegst, stets dahin wirken, daß die Stellung des jüdischen Lehrers in Bayern und im Reiche seiner für das Judentum so bedeutsamen Aufgabe entspricht." Aus Anlaß des goldenen Vereinsjubiläums werden die noch lebenden Gründungsmitglieder des Vereins: Leopold Adler (Marktbreit), Ascher Eschwege (Frankfurt a. M.), Hemrich ^rmaun (Friedberg), Jacob Geßner (Rostock), David Kissinger (Würzburg), Joseph Kissinger (Frankenwinheim), Simon Kissinger (Ursprüngen), Sigmund Pollak (Marktbreit) und Abraham Joseph Wechsler (Aschbach) zu Ehrenmitgliedern des Vereins ernannt. 6. Entschließungen: 1. Die 49. Mitgliederversammlung des Jüdischen Lehrervereins für Bayern nimmt mit Besorgnis Kenntnis von den in der letzten Tagung des Verbandes gefaßten Beschlüssen, die Änderung

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