Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 2 (15.1.1931)
- Article
- Chanukafeier in Ichenhausen
- Date
- 1931-01-15
- Page
- Seite 26 (sequence 2)
- Language
- German
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26 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 liche Chanukafeier statt. Das Orchester der jüdischen Jugendgruppe unter seinem bewährten Dirigenten Nastali Reichenberger, verschönte den Abend. Die herzlichen Worte des ersten Vorsitzenden der Kultusgemeinde, Herrn Julius Krämer, der ausgezeichnete Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Neuwirth über „Die Unsterblichkeit der Seele nach jüdischer Auffassung" und alle Darbietungen von ernsten und heiteren Liedern und Vorträgen hielt die Mitglieder der größten Landgemeinde in Bayern bis nach Mitternacht gesellig beisammen. Jchenhausen. Der hiesige Bickur-Cholim-Verein beging in erhebender Weise unter Teilnahme seiner sämtlichen hiesigen und teilweise auswärtigen Mitglieder am 25. Dezember 1930 seine 50jährige Gründungsfeier. Der prächttg geschmückte Saal zeigte als Erinnerung das Bild seines unvergeßlichen Gründers, Herrn Hauptlehrer Thalmann s. A. Der Sohn des Vorstandsnachfolgers, Herr Max Thalmann, gedachte in seiner nach Inhalt und Form tief durchdachten Ansprache der edelsinnigen Gründer dieser segensreichen Einrichtung, der leider schon verstorbenen Hauptlehrerseheleute Julius und Mathilde Thalmann, die sich in hiesiger Gemeinde durch ihr vorbildliches, gemeinnütziges Wirken den Dank der Nachlebenden erworben haben. Der Verlauf der Feier gestaltete sich durch Ansprachen der Herren Rabbiner Neuwirch, Kultusvorstand Krämer, Hauptlehrer Hammelburger, ferner durch gesangliche und deklamatorische Darbietungen des Synagogen-Chors (dirigiert von Herrn N. Reichenberger), des Gesangvereins Zion, des Herrn Kantor Schwarz sowie der Herren Max Regensburger und Theo Gerstle sehr anregend. Aus der Pfalz Bad Dürkheim—Wochenheim. Die hiesige Kultusgemeinde hat einen schmerzlichen Verlust erlitten. Ein Herzschlag hat am 1. Dezember (11. Kislev) ihrem treuen und beliebten Kultusbeamten, Herrn Samuel Schloß, im erst 56. Lebensjahre ein rasches Ende bereitet. Über 22 Jahre hat der Verstorbene rastlos und unermüdlich seinen Obliegenheiten in der Gemeinde seine ganze Kraft gewidmet. Herr Distriktsrabbiner Dr. Steckelmacher schilderte am Grabe die Verdienste dieses frommen Beamten. Sodann rief der Kultusvorstand der Israelitischen Gemeinden Dürkheim—Wachenheim, sowie im Aufträge des Verbandes Israelitischer Kultusgemeinden der Pfalz, Herr Stadtrat Strauß, Bad Dürkheim, dem Verblichenen ehrende Worte des Dankes nach. Aus der Gemeinde Bamberg Gemeinde wählen. In der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg haben im Dezember w I. die Wahlen zu den Gemeindekörperschaften staügefunden, und zwar ohne Wahlkampf, auf Grund eines zwischen den Parteien geschlossenen Kompromisses und eines darauf beruhenden einzigen Wahlvorschlages. Die Gemeindekörperschaften haben sich in den Sitzungen vom 28. Dezember konstituiert. Das Ergebnis der Wahlen ist im Amtlichen Anzeigenteil dieser Nummer veröffentlicht; auf diese Bekanntmachung im Amtsteil sei besonders hingewiesen. Aus dem Verbände Schochtim-Verband Bayerns Die Herren Kollegen werden höfl. gebeten, die fälligen Mitgliedsbeiträge für das erste Halbjahr 1931 von RM. 5.— und RM. 2.— für den Reichsverband von Shochtim auf Postscheckkonto Nr. 36559, Amt Nürnberg (unter I. Lubinski) zu überweisen. Schweinfurt, 8. Januar 1931. Lubinski, Kassier. Vereine Verein zur Abwehr des Antisemitismus E. V. Ortsgruppe München Der Verein, der im Juni 1930 im „Bayerischen Hof" eine große Versammlung abgehalten hat, bei welcher Gelegenheit auch die Ortsgruppe München gegründet wurde, teilt uns mit, daß am Mittwoch, dem 28. Januar 1931, 8 Uhr abends, im kleinen Saal F. M. Feiler: Antisemitismus Eine psychoanalytische Lösung des Problems Aus dem Inhalt: Zivilisation, Kultur und Triebleben / Arische und jüdische Zivilisation / Der Konflikt des Ariers mit dem Juden / Die jüdischen Gebräuche / Das „Lächerliche“ am Juden / Die „jüdische Schlauheit“ / Der unheimliche Jude / Jude — Vater / Der gekreuzigte Christus, Jude und Vaterkomplex / Das erotische Verhältnis zum Juden / Die jüdische Gebärde / Der jüdische Witz / Asket, Künstler und Antisemitismus usw. Das Buch ist erschienen im „Archiv für angewandte Psychologie“, F. M. Feiler Berlin-Wilmersdorf, Nassauische Straße 42 Preis 4 RM. Lieferung durch Nachnahme des Hotel „Union", seine erste Mitgliederversammlung stattfinden wird. Das Referat des Abends wird Herr Konsul Walter Frhr. von Falkenhausen mit dem Thema „Der Antisemitismus und unsere Aufgaben" halten. Zu dieser Versammlung haben nur Vereinsmitglieder Zutritt. Wir werden ferner gebeten mitzuteilen: Es besteht Veranlassung ausdrücklich darauf hinzuweisen, daß zur Entgegennahme von Beitrittserklärungen für die Ortsgruppe München des Vereins z. A. d. A. n u r die Herren von Sandt und Erck als Geschäftsführer des Ausschusses ermächtigt sind. Die „Abwehrblätter" sind ausschließlich das Organ des Vereins z. A. d. A. Da es sich in letzter Zeit mehrfach ereignethat, daß unter Hinweis auf die „Abwehrblätter" und Schriftstücke des Vereins z. A. d. A. für andere Besttebungen geworben wurde, so z. B. für das „Friedenswerk Marienau", sieht sich der Verein zu der Erklärung veranlaßt, daß er solchen Bestrebungen vollkommen fernesteht und jeder Hinweis auf den Verein bei Werbungen für andere Zwecke unberechtigt ist. Orksgruppe München des Jüdischen Frauenbundes Am Donnerstag, dem 15. Januar 1931, abends 8 Uhr, Prannerstraße 4/0 (Concordia), findet ein Vortragsabend mit dem Thema statt: „Beruf und Erholung" (Kurzreferate berufstätiger Frauen). Außer den Mitgliedern und Freunden des Jüdischen Frauenbundes sind vor allem alle Berufstätigen willkommen. Jüdischer Jugendverein. Januar 1931 — Programm Donnerstag-Abende Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1 Rückgeb. Beginn: 20.30 Uhr. 15. Januar: Vortrag des Herrn Bäckermeisters B r a d e r - München über das Thema „Der jüdische Handwerker". 22. Januar: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Jahres- und Kassenbericht. 2. Entlastung des Vorstandes. 3. Neuwahl der Vorstandschaft. 4. Anträge und sonstiges. Anträge müssen bis 15. Januar 1931 schriftlich beim 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. S. Kehler, Wagmüllerstraße 20/1, eingereicht werden. 29. Januar: Faschingfeier (Lessingsaal). Freitagabenid-Feiern finden regelmäßig im Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, Beginn: 20.30 Uhr statt. Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind immer herzlich willkommen. Arbeitsgemeinschaften: Die von uns angeregte Arbeitsgemeinschaft über „Wesen und Bekämpfung des Antisemitismus" findet im Rahmen des Jugendheimes unter Leitung von Herrn Syndikus Dr. C ahn mann statt. Beginn: Januar. Näheres wird an unseren Vereinsabenden bekanntgegeben. Auf Anregung aus Mitgliederkreisen veranstalten' wir ein Preisausschreiben über das Thema:. „Die besonderen Aufgaben des Jugendvereins in der Gemeinschaft des Jüdischen Jugendheims M ü n ch e n."