Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 1 (1.1.1931)
- Article
- Gefallenenehrung. Die Ortsgruppe München des Reichsbundes jüdische Frontsoldaten
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 'Jtr. 1 den furchtbaren Opfern des Weltkrieges schwarz auf weiß vor Augen zu stellen. Diese Einzelbilder mit den kurzen Begleittexten reden eine erschütternde Sprache und erfüllen immer noch mit tiefer Wehmu:. Mit nochmaligem Dank und dem Ausdruck vorzüglicher Hochschätzung München, den 11. August 1930. gez. M. Faulhaber. Generalfeldmarschall Kronprinz Rupprecht von Bayern: „Der Ortsgruppe München des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten meinen herzlichsten Dank für die freundliche Überreichung des Gedenkbuches! Ich freue mich, dieses Werk zu besitzen, mit dem die Ortsgruppe dem Heldentum ihrer Kameraden, die ihre Treue zum Vaterlande mit dem Tode besiegelt haben, ein würdiges Denkmal gesetzt hat. Viele von ihnen haben unter meinem Oberbefehl gefochten. Ihnen allen gilt mein dankbares und ehrendes Andenken. Berchtesgaden, den 24. September 1930. gez. Rupprecht. Der Reichswehrminister: „Für die liebenswürdige Übersendung des Gedenkbuches für die im Weltkrieg gefallenen jüdischen Frontsoldaten der Ortsgruppe München sage ich meinen verbindlichsten Dank. Möge das Beispiel unserer gefallenen Kameraden dem deutschen Volk über alle konfessionellen, Standes- und Parteischranken hinaus zum Vorbild für Einigkeit, Pflichtbewußtsein und Opferbereitschaft dienen. Berlin, den 23. September 1930. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr sehr ergebener gez. Groener. Der 1. Bürgermeister der Landeshauptstadt München: „Für die freundliche Übersendung Ihres Werkes „Unseren gefallenen Kameraden" danke ich bestens. Ich bin überrascht über die große Anzahl von Kriegsopfern, die Sie in den Kreisen Ihrer Freunde zu beklagen haben. Mit besonderem Interesse habe ich ersehen, daß eine Reihe von Söhnen von angesehenen Münchener Bürgern auch unter diesen Opfern zu suchen sind. Die Veröffentlichungen aus diesen Briefen erweisen eine große Pflichttreue und die Wertschätzung, die diese pflichttreuen Kämpfer auch in den Kreisen ihrer Kameraden gefunden haben." München. 16. Juli 1930. In ausgezeichneter Hochachtung! gez. Dr. Scharnagl, Oberbürgermeister. Herr A. Percikowilfch (Hebräischer Lehrer) wurde am 11. September 1930 vom Amtsgericht München als Dolmetscher für die hebräische Sprache gemäß § 189 GVG. öffentlich bestellt und allgemein beeidigt. Wohlfahrtsamt der Lultusgemeinde. Es mehren sich Fälle, in denen Gemeindemitglieder durch Sammlungen von Einzelpersonen oder auswärtigen Anstalten in Anspruch genommen werden, ohne daß sie die Würdigkeit und Bedürftigkeit der Gesuchsteller zu prüfen in der Lage sind. Es ist festgestellt worden, daß Unterstützungen durch Vorlage gefälschter Zeugnisse oder Empfehlungen erschlichen worden sind. Es empfiehlt sich daher, Unterstützungen erst nach oorausgehender Erkundigung beim Wohlfahrtsamt oder bei geeigneten Persönlichkeiten zu bewilligen und die Unterstützung möglichst durch Vermittlung des Wohlfahrtsamtes auszufolgen. Wohlfahrtsamt der Israelitischen Kultusgemeinde gez: Rabb. Dr. Baerwald, Dr. Straus. Goldene Hochzeit. Herr Dr. M. Neuhaus, Konradstraße, seit 45 Jahren Mitglied der Kultusgemeinde München, konnte am 29. Dezember 1930 das Fest der Goldenen Hochzeit feiern. Die Feier in der Synagoge fand am 27. Dezember statt. Vereine Tagung des Landesverbandes Bayern r. d. Rh. des Central-Vereins Ani Sonntag, dem 7. Dezember, fand in München unter dem Vorsitz des Landesverbands-Vorsitzenden, Herrn Sanitätsrat Dr. V a r o n, eine stark besuchte Tagung des Landesverbandes Bayern r. d. Rh. des Central-Vereins statt. Als erster Redner erstattete der bisherige stellvertretende Syndikus des Landesverbandes, Herr Rechtsanwalt Wilhelm Levin - ger den Tätigkeits- und Rechtsschutzbericht, aus dem hervorging, in welch intensiver Weise der Landesverband im vergangenen Jahr, vor allem aber anläßlich der letzten Reichstagswahlen, gearbeitet hat. Besonders ausführlich behandelte Rechtsanwalt Levinger die Frage des Rechtsschutzes in der Abwehr der in bedenklichem Maße zunehmenden Boykottbestrebungen. Das Hauptreferat hielt als Vertreter der Centrale Herr Syndikus Dr. Alfred Wiener, Berlin, der in groß angelegtem Vortrag ein Bild der gegenwärtigen politischen Strömungen und ihrer Bedeutung für das deutsche Judentum gab. Den Kassenbericht erstattete Herr Karl Adler, München. Der neue Syndikus des Landesverbandes, Herr Dr. Werner C ahnmann, gab verschiedene Anregungen zur praktischen Ausgestaltung der Arbeit des Landesverbandes. Am Nachmittag fand eine ausgedehnte Aussprache statt. Zu Beginn gab Herr Sanitätsrat Dr. Baron der Versammlung bekannt, daß im Interesse einer Verjüngung des Borstandes sowohl er als auch der bisherige 2. Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Herr Justizrat Dr. G a l l i n g e r, Nürnberg, sich entschlossen hätten, von ihren Ämtern zurückzutreten. Trotz lebhafter Gegenvorstellungen aus dem Kreise der Versammelten beharrten die beiden Vorsitzenden auf ihrem Entschlüsse. Die Versammlung nahm darauf hin folgende Resolution an: „Die Versammlung nimmt mit Bedauern davon Kenntnis, daß die Herren Sanitätsrat Dr. Baron und Justizrat Dr. G a l l i n g e r gebeten haben, von der ihnen einstimmig zugedachten Wiederwahl abzusehen." Auf Antrag von Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner, München, werden die beiden Herren Sanitätsrat Dr. Baron und Justizrat Dr. Ga Hing er zu Ehrenvorsitzenden des Landesverbandes ge- Hierauf wurden durch einstimmige Wahl folgende Herren zu Vorsitzenden des Landesverbandes bestimmt: 1. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Alfred Werner, München. 1. stellvertr. Vorsitzender: Rechtsanwalt Dr. Walter Berlin, Nürnberg. 2. stellvertr. Vorsitzender: Justizrat Dr. Eugen Strauß, Augsburg. Im übrigen blieb der geschäftsführende Vorstand des Landesverbandes unverändert. Zur Frage „Gemeinden und Abwehr" wurde folgende Entschließung angenommen: „Der Landesverband Bayern des Central- Vereins hält die von nationaljüdischer Seite ausgehenden Pläne, die Abwehrarbeit auf die Gemeinden und deren Verbände zu übertragen, für höchst bedenklich. Die religiösen Gemeinden find nach Wesen und Struktur zur Führung dieses Kampfes nicht geeignet. Ihre Arbeit kann die auf der Erfahrung von vier Jahrzehnten beruhenden Tätigkeit des Central-Vereins nicht ersetzen. Unsere Kultusgemeinden würden durch Übernahme der Abwehr in den politischen Tageskampf hineingezogen, ihres neutralen Charakters ent- ADLER rn fl I E n 11t E n I# E vormals Heinrich Kleyer A.-G. 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