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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-12-15 · 24 (15.12.1930) · p. Seite 380

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
24 (15.12.1930)
Article
Kalenderreform
Date
1930-12-15
Page
Seite 380 (sequence 1)
Language
German
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380 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 24 Kalenderreform Die Frage einer Kalenderreform wird in der Öffentlichkeit immer eingehender erörtert und wird voraussichtlich in einigen Monaten auch auf der Tagesordnung des Völkerbundes ftehen. Diese Angelegenheit soll auch in diesen Blättern demnächst behandelt werden. Da die in Aussicht genommene Kalenderreform den Sabbat in jedem Jahr auf einen anderen Tag fallen lassen würde, würden für die Israelitische Religionsgemeinschaft nicht zu schildernde Schwierigkeiten eintreten. Es wird daher gegen diesen Plan von den jüdischen Gemeinden in der ganzen Welt Protest erhoben. Es empfiehlt sich, daß alle Personen, die an der Aufrechterhaltung des Sabbats Interesse nehmen, ihren Namen in die Protestlisten eintragen. Derartige Protestliften liegen in München bei den Herren Rabbinern und im Büro der Kultusgemeinde auf. Hus dem Verbände Nürnberg. Herr Fabrikbesitzer Max Neu wurde am 1. Dezember im 62. Lebensjahre zu Grabe getragen. Die übervolle Trauerhalle gab einen beredten Ausdruck für die Verehrung, deren sich der Verblichene erfreute. Sein kluger Rat und seine Hilfsbereitschaft waren ,tets zur Verfügung, wo es galt, zu raten und zu helfen. Den Angelegenheiten des Judentums, der jüdischen Gemeinde, der jüdischliberalen Vereinigung, dem Armenunterstützungsverein, der Bne- Brith-Loge und nicht zuletzt dem Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden galt sein Bemühen in nie versagender Tätigkeit. Er war Mitglied der Tagung des Bayerischen Israelitischen Gemeindeverbandes und hat durch fein ausgleichendes sympathisches Wesen die größte Verehrung und Wertschätzung bei allen Richtungen genossen. Der Aufschwung der Nürnberger Logen ist nicht zum geringsten sein Verdienst. rrr Rabbiner Dr. Freudenthal wußte in beredten Worten das Charakterbild, die Fähigkeiten und den nie versagenden, nimmermüden Eifer des Verblichenen für das Judentum ins rechte Licht zu stellen. Namens der Maimonidss-Loge sprach Herr Rabbiner Dr. Heilbronn dem teuren Bruder und Freund Worte des Dankes und der bleibenden Erinnerung. Herr Rechtsanwalt Dr. Jung sprach im Namen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, welchen Max Neu mitbegründen half, Worte der Dankbarkeit für den pflichteifrigen Mitarbeiter aus, dessen Andenken nie vergessen werden wird. 5lus der Gemeinde München Das israelitische Pensionat an der kaulbachstratze — 25 Jahre Dem Jubiläumsbericht in der vorigen Nummer ist noch nachzutragen, daß als Architekt des Erweiterungsbaues von 1910 wie auch der ersten Adaptierungen von 1905 sich Herr Regierungsbaumeister a. D. Richard Kaufmann (München-Solln) besonders verdient gemacht hat. Sein Name darf bei dem Jubiläum nicht vergessen werden. Das israelitische Krankenheim bietet zwei jungen Mädchen Gelegenheit, sich Kenntnisse in der Krankenpflege als Helferin zu erwerben. Meldungen erbeten bei der Frau Oberin, Krankenheim israelitische Privatklinik e. V., Hermann-Schmidt-Straße 5. Ausstellung Jüdisches Jugendheim Am Freitag, den 19., Samstag, den 20. und Sonntag, den 21. Dezember, findet in den Räumen des Jüdischen Jugendheimes, Herzog-Rudolf-Straße 1, eine Ausstellung von Photographien, Zeichnungen, Aquarellen usw. der Jüdischen Jugend statt. Die eingegangenen Arbeiten versprechen einen außerordentlich interessanten Überblick über das Schaffen der Münchener Jüdischen Jugend zu geben. Der Ausstellung angeschlossen sind eine Sonderschau von Kinderzeichnungen und handwerklichen Arbeiten des Lehrlingsheimes, ferner eine Serie von Photos von Ignaz und Georg Gidalewitfch. Wir laden zum Besuch dieser Ausstellung alle Interessenten aufs herzlichste ein. Der Eintritt ist frei. Das Jüdische Jugendheim, München, Herzog-Rudolf-Straße 1, bemüht sich, seine Räume zu einem Treffpunkt der gesamten jüdischen Jugend zu machen. Zu den Dingen, durch die vor allem gerade die Jugend, die nicht in Bünden organisiert ist, in das Jugendheim und feine Arbeit eingeführt werden soll, gehören das Lesezimmer und die öffentlichen Vorträge. Im Lesezimmer liegen von dieser Woche an alle interessierenden Zeitschriften, jüdische und nichtjüdische, aus. Die wichtigsten von ihnen seien hier genannt: Bayerische Gemeindezeitung, Jüdisches Echo, Jüdische Rundschau, C.-V.-Zeitung, Dawar, Menorah, Morgen, Jeschurun, Zion, Literarische Welt, Auslese, Atlantis, Koralle, Weltbühne, Tagebuch, Sozialistische Monatshefte, Neue Blätter für Sozialismus, Neue Schweizer Rundschau usw. Es wäre sehr erfreulich, wenn recht viele Jugendliche diese Gelegenheit benützen würden, sich über das geistige Leben in der jüdischen und allgemeinen Welt zu orientieren und mit anderen jungen jüdischen Menschen zusammenzukommen. Daneben werden von Zeit zu Zeit Vorträge veranstaltet, zu denen ebenso jeder willkommen ist. So sprach am Montag, 1. Dezember, Herr Dr. Erich Feuchtw a n g e r über „Die Möglichkeit einer Psychologie der Juden". Außer diesen öffentlichen Veranstaltungen werden auch einige Kurse und Arbeitsgemeinschaften abgehalten, zu deneu sich noch Teilnehmer melden können; Arbeitsgemeinschaft über das Thema „Kapitalismus und Sozialismus" (Näheres wird noch bekanntgegeben), Gymnastik für Mädchen (Montag, 8.30 bis 9.30 Uhr, Lessingsaal), Nähkurs (Dienstag 8 bis 10 Uhr, Jugendheim), Basteln für Mädchen (Mittwoch 8 bis 10 Uhr), Basteln für Jungens (Näheres wird bekanntgegeben). Englisch für Anfänger (Mittwoch 7.30 bis 8.30 Uhr). Englisch für Fortgeschrittene (Donnerstag 7.30 bis 8.30 Uhr). Alle Veranstaltungen sind unentgeltlich. Der Kinderhort, der dem Jüdischen Jugendheim angeschlossen ist, veranstaltet am Mittwoch. 17. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Lessingsaal eine Chanukkafeier. Zu ihrer Ausgestaltung stellt dankenswerterweise Herr Wiesel mehrere Filme und die Firma E i s e n m a n n den Vorführungsapparat zur Verfügung. Palästina-Arbeiten: Außer den bekannten schönen Stickereien (Kinderkleidchen, Kleidern, Borten, Taschen, Decken usw.) aus den palästinensischen Werkstätten findet man bei Wallach, Haus für Volkskunst und Tracht, Residenzstraße 3, wunderschöne, eigenartige und außerordentlich preiswerte Korbarbeiten orientalischer Juden. Es ist eine Freude die schönen Dinge verschenken, besitzen oder auch nur anschauen zu können. MOAUS ZUR IESCHUOSI Prachtvolle elektrische Aufnahme auf ODEONsSCHALLPLATTEN - : Preis pro Platte RM. 3.50 Neue Apparat-Modelle ODEON «MUSIKHAUS JACOB München, Neuhauser Strafje 12 (neben Pschorr) Fernsprecher Nr. 91217 Beleuchtungskörper hans endres hochmodern und antik Augsburg) Annastraße Radio-Anlagen neuester Konstruktion

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