Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 23 (1.12.1930)
- Article
- Drei neue Bücher für die jüdische Jugend (zu Chanukka empfohlen) [Rezension]
- Date
- 1930-12-01
- Page
- Seite 334 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 23 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 367 Vückerschau Drei neue Bücher für die jüdische Jugend (zu Chanukka empfohlen) 1. Jüdischer Jugendkalender für 1930/31 (Jüdischer Verlags Berlin) Der Jüdische Jugendkalender 5691 (für das Jahr 1930/31), herausgegeben von Emil Bernhard Cohn, ist soeben erschienen. Die Großloge für Deutschland U.O.B.B. und die Jüdische Gemeinde Berlin hat die Jugendschristenkommission zusammengestellt, die in gemeinsamer Arbeit auch diesmal ein wohlgelungenes Merkchen geschaffen hat. Äußerlich hat der Kalender mit seinen reichhaltigen Illustrationen und seiner künstlerischen Ausgestaltung die alte Form behalten. Man merkt die steigende Mehrarbeit der Jugend selbst. Reizende Illustrationen der Dreizehn- und Vierzehnjährigen zieren die teils heiteren, teils ernsten Beiträge, unter denen eine umfangreiche spannende Geschichte vom „Schinderhannes" besonderen Eindruck macht. Lebensbeschreibungen berühmter Juden, ein Theaterstück, Gedichte, Bastelarbeiten, Rätseln wechseln miteinander ab. Ein schönes Zusammensetzspiel,' das der Jugend besondere Freude machen wird, ist dem Buche beigegeben. Der Preis beträgt RM. 2.85, also ein beliebter Normalpreis, der erschwinglich und bei der guten Ausstattung wirklich billig ist. Da eine neutrale Kommission aus allen Lagern des Judentums jeden einzelnen Beitrag von der Hand bekannter Pädagogen unid Schriftsteller hat prüfen lassen, dürfen wir dem Buche den besten Erfolg wünschen. Dr. S. 2. Helden und Abenteuer der Bibel. Ein Kinderbuch von Joachim Prinz (Paul Baumann-Verlag, Charlottenburg 1930). Es hat bisher an literarisch vollwertigen biblischen Erzählungen gefehlt. An fast allen bisher bekannten Wiedergaben der biblischen Geschichte haftet etwas Muffiges, Unfreies und Unjugendliches. Zum ersten Male wird hier versucht, in einwandfreiem heutigen Deutsch die Geschichten zu erzählen, wie es die Psyche des Kindes verlangt. Man muß diesen Versuch als gelungen betrachten. Hier ist kein Kinderbuch geschrieben worden, sondern auf eine neuartige und bisher noch nicht erprobte Methode Kindern erzählt und während der lebendigen Erzählung ausgezeichnet worden. So haben diese alten Geschichten die Ursprünglichkeit der Bibel behalten und an neuer Lebendigkeit gewonnen. Eltern und Kinder werden den Verfasser dafür Dank wissen. 3. Aus Tagen der Nok. Berichte und Dichtungen. Ausgewählt von Dr. S. Hirsch. — Jüdische Jugendbücherei, 6. u. 7. Bändchen. (Unter Mitwirkung der Jugendschriften-Kommission der Großloge für Deutschland VIII. U.O.B.B. Herausgegeben von Dr. Arthur Galliner.) Frankfurt a. M., I. Kauffmann 1930. Die Auswahl von Dr. Siegmund Hirsch vom Philanchropin in Frankfurt zeigt Feingefühl und intime Kenntnisse der Literatur. Die Geschichten, Szenen, Gedichte und Balladen aus der jüdischen Leidensgeschichte geben zugleich einen Überblick durch die wichtigsten jüdischen Epochen des Mittelalters. Die acht dargebotenen Stücke enthalten: 1. „Der gelbe Fleck" von Hans Florian. — 2. „Brich aus in lauten Klagen" von Heime. — 3. „Der Tod des Rabbi Kalonymus bar Meschullam" von Salomo bar Simeon. — 4. „Ein Passah-Fest in Liberias" von A. Strindberg. — 5. „Abarbanel vor Ferdinand und Jfabella" von P. Philippfon. — 6. „Der Kampf für die heiligen Bücher" von M. Lehmann (Aus Lehmanns „Rabbi Joselmann von Rosheim). — 7. „Quitzow, der Judenklemmer" von Theodor Fantane. — 8. „Die Austreibung der Frankfurter Juden im Fettmilch- Aufstand." Von I. Kracauer. — Der Golem von L. Kompert. — Vier charakteristische Bilder vervollständigen das ausgezeichnete Jugendbuch. F. Karin Michaelis, „Das heilige Feuer". Schicksale und Menschen. Carl Reißner Verlag, Dresden. In diesen kleinen Geschichten von Karin Michaelis stehen unauffällig neben den treffendsten Einzelbeobachtungen letzte Erkenntnisse. Es handelt sich, wie immer bei dieser großen und überquellend reichen Frau, um die, die die Menschen zu Unrecht leiden machen. Es handelt von den Verelendeten, von den Tieren, von den Kindern, von den Frauen, und auch so ganz unauffällig und wie nebenbei von den Juden. Fanfaren aus reiner und reicher Menschlichkeit, aus unbegrenztem Gerechtigkeitsgefühl. Und sie sagt es gerade heraus (in: „Abrechnung mit dem Verstand"): „Schämt Euch nicht Euerer Gefühle, wenn auch die Erziehung zur Kritik ihre guten Seiten hat, bewahrt Euch die Wärme". Das sei hiermit getan und dies Buch aufs wärmste gelobt, dies Buch „heiligen Feuers" voll. Clem. Krämer. JÜDISCHER GESANGVEREIN E V MÜNCHEN Dirigent; Jos. Ziegler ODEON 6. Dezember KONZERT zum 10 jährigen Stiftungsfest Solisten: Gertrude Masser, Violine Sonja Ziegler, Sopran Kantor M. Neu, Bariton Kurt Bettsack, Klavier Prob Sagerer, Orgel Der Chor des jüdischen Gesangvereins Karten i m Vo r v e r k a u I: Bacharach, Frauenstrafje; Goldberg, Schwant halerstralje; Büro der Gemeinde; Ewer-Buchhandlung, Oifostra|je Münchner Schreinerwerkstätten FÜR KUNSTGEWERBE E.G.M.B.H. Gediegenste Einzelmöbel, Ausstattung kompletter Wohmmgen u. Villen MÜNCHEN, LUDWIGSTRASSE 26 ecrüUfun tr 'RüvLuMackl 1 Deutsche Mscherel Felix Brandner G. m.b.H. München, Thierschstr. 14 Tel. 23 7 08 Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech KUNSTAUKTION AM 16. DEZEMBER 1930 Sammlung aller Kunsfgegensfände für das Jüdische Ritual ,11. KATALOG MIT 6 TAFELN M. 1.- HUGO HELBING ■ MÜNCHEN LIEBIGSTR. 21