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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-12-01 · 23 (1.12.1930) · p. Seite 330

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
23 (1.12.1930)
Article
Das israelitische Pensionat an der Kaulbachstraße 25 Jahre alt
Date
1930-12-01
Page
Seite 330 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 23 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 363 Immerhin war es der Gemeinde möglich, in den letzten Jahren eine Reihe wesentlicher neuzeitlicher Verbesserungen wie Dampfheizung, fließendes Wasser in allen Räumen anzubringen, die der Behaglichkeit der Insassen dienen. So kann die Kultusgemeinde München heute auf die letzten fünfundzwanzig Jahre des Bestehens des Israelitischen Pensionats mit Stolz zurückblicken und darf mit innigem Dank derer gedenken, die zur Schaffung der Anstalt beigetragen und die sich treu in ihren Dienst gestellt haben. Religion und Muttersprache Lin Preisausschreiben — Anerkennung für Rechtsanwalt Dr. Max Prager (München) Volkstumsfragen sind seit dem Ausgang des Krieges in den Vordergrund des Interesses getreten. Diesem Interesse hat das „Deutsche Institut für Auslandskunde" in Münster i. W. Rechnung getragen und im September 1928 ein Preisausschreiben veröffentlicht: „Religion und Muttersprache." Wider Erwarten ist eine große Zahl von Bearbeitungen zu diesem Preisausschreiben eingelaufen, im ganzen 52. Ihre Verfasser stammen aus Deutschland, Österreich, Jugoslawien, der Tschechoslowakei, Italien, Polen, Holland, Dänemark, Nordamerika, Brasilien und Südafrika. Dem Berufe nach sind Wissenschaftler der verschiedensten Disziplinen, Erzieher, Geistliche, Studierende beteiligt. Das Preisrichterkollegium, das jetzt seine Untersuchungen abgeschlossen hat, setzte sich aus folgenden Herren zusammen: Univ.-Prof. Dr. Viktor Bruns, Berlin-Zehlendorf-West; Univ.-Prof. Dr. Joseph Lukas; Univ.-Prof. Domprobst Dr. Mausbach: Univ.-Prof. Dr. Georg Schreiber, Münster i. W.; Univ.-Prof. Dr. Walther Schücking, Kiel; Geh. Justizrat Univ.-Prof. Dr. H. Triepel, Berlin- Grunewald. Nach sorgfältiger Prüfung der eingegangenen Arbeiten kam das Preisrichterkollegium zu folgenden Ergebnissen: es wurde zuerkannt: der 1. Preis in Höhe von 3000 RM. dem Dozenten an der Deuffchen Hochschule für Politik Dr. Theodor Trentrup, Berlin; der 2. Preis in Höhe von 2000 RM. cand. jur. et phit. Raimund Meyer, Feldkirch-Vorarlberg; der 3. Preis in Höhe von 1000 RM. einem Bearbeiter aus Jugoslawien. Ein Teilpreis wurde zugesprochen dem holländischen Missionswissenschaftler Gregor van den Boom aus Breda in Höhe von 500 RM. Damit ist die eigentliche Preisverteilung abgeschlossen. Cs wurde aber mit Rücksicht auf bemerkenswerte literarische Einzelbeobachtungen noch folgenden Persönlichkeiten eine Anerkennung ausgesprochen, die von einer Zuwendung begleitet war: Rechksanwalt Dr. Max Prager, München; Professor Dr. Wehnert, Hamburg; Pastor Georg von Bosse, deutsch-lutherische St. Paulskirche, Philadelphia USA.; Fräulein Carla Helms, Mittelschullehrerin, Syke bei Bremen; Dr. Georg Schmidt, Frankfurt a. O.; Martin Vorgrimler, Freiburg. i. Br.; Regierungsrat Dr. Holtz, Berlin-Charlottenburg; cand. theol. Johannes Micklinghoff, Münster i. W., ferner drei Ausländsdeutschen in Minderheitsgebieten. kulturelle Arbeit und Rot der Zeit Die Not der Zeit, die auch auf uns Juden drückend lastet, bringt es mit sich, daß vielfach die Berechtigung zur Pflege und Förderung kultureller Bestrebungen angezweiselt wird. Die Sorgen, die jedem Einzelnen die nächsten Aussichten seiner Existenz in trübem Lichte erscheinen lassen, erfüllen viele unter uns mit Mutlosigkeit Aufgaben gegenüber, die über das Tagesinteresse hinausreichen. So gewichtig und selbstverständlich berechtigt das Streben nach Sicherung des mühsam Erworbenen ist, so vordringlich die Erhaltung der sozialen Institutionen und die heute in höherem Grade wie je notwendige Fürsorge für wirtschaftlich Bedrohte geworden ist, so darf doch unserer Gemeinschaft das Gefühl für die Wichtigkeit der Weiterführung kultureller Pflichten nicht verloren gehen. Der Verlust wäre gleichzusetzen einer Selbstaufgabe in geistiger Hinsicht. Es ist daher kein Wunder, wenn in Zeiten materieller Bedrängnis sich immer wieder Kreise finden, die einer Vernachlässigung von Kulturgütern wirksam steuern wollen. So hat sich in unseren Tagen die „Notgemeinschaft deutscher Wissenschaft" ^bildet, um die Weiterführung des geistigen Schaffens in Deutschland zu gewährleisten, so übernahm ein Verein „Germanisches Nationalmuseum" vor nun acht Jahrzehnten in einer wirtschaftlich schwachen Periode die Aufgabe, dem deutschen Volke Schätze seiner Kultur zu erhalten. M. iilberthaii Co KaufingerstraBe 10 Schmuck Silberwaren Gewaltiger I Preisabbau unseres ganzen Lagers Reichste Auswahl in Geschenken in echt Silber von RM. 1.— an hmm GELEGENHEITSKÄUFE WWW Antonius-Wäscherei Sommerstraße 60, ' Fernruf 44 438 Lindwurmstraße 97 Wilhelm Steigenberger G.m.b.H. KOHLEN - GROSSHRNDLUNG München-Bogenhausen Montgelasstrafie 21 Telephon 4 80 6 71 - 73, 4 80 2 85 Kohlen, Koks, Briketts, Holz dPefzmoden Sie kennen unsere Leistungsfähigkeit. Wir beweisen sie aufs neue in einer großen Preissenkung bei gleichbleibenden Qualitäten und Ausführung, überzeugen Sie sich bitte durch einen unverbindlichen Besuch. s§. Or/jans/zy V“1 sySofin neunctusef str. 29

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