Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-11-15 · 22 (15.11.1930) · p. Seite 353

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
22 (15.11.1930)
Article
August Sander, Antlitz der Zeit [Rezension]
Date
1930-11-15
Page
Seite 353 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2727810-2727900-2727922-2739082--06884-2739132
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 22- Bayerische Israelitische Gemeindezektung 353 Listen verhält. Den rapiden Wechsel der sittlichen Vorstellungen in den letzten Jahrzehnten zeigen diese unerbittlichen Bilder. Eine Sozialpsychologie, zu deren Lektüre allerdings durchgebildete und gereiste Kenntnisse unid Urteile gehören! Die Bilder ohne Worte sagen dann mehr als dicke abstrakte Bücher über unsere heutige Gesellschaft. L. F. Sozialer Auf- und Abstieg im Deutschen Volk. Statistische Methoden u n d E rge b n i s s e. Heft 117 der Beiträge zur Statistik Bayerns. Herausgegeben vom Bayerischen Statistischen Landesamt. München 1930. I. Lindauersche Universitätsbuchhandlung. Vorliegendes Werk entstammt den Untersuchungen der von Präsident F. Zahn geleiteten Arbeitsgruppe I, 2 des Reichs-Enquete- Ausschusses; welche mit der Erforschung der Wandlungen in der Beoölkerungs-, der beruflichen und betrieblichen Struktur im Reich betraut ist. Die Arbeit wurde im Bayerischen Statistischen Landesamt von Dr. I. Nothaas angefertigt und mit Genehmigung des Enqueteausschusses unter die Veröffentlichungen der bayerischen Landesstatistik ausgenommen. Hierbei sind neben allgemein richtunggebenden Schriften wie P. Mombert, Die Tatsachen der Klassenbildung, Schmollers Jahrbuch 1920 und F. Zahn, Beruf und Berufsstatistik, Wirtschaftsaufbau Deutschlands, 4. Auflage des „Handwörterbuchs der Staatswissenschaften", wohl sämtliche bereits früher vorhandenen Untersuchungen zum vorgenannten Thema, wie sie z. B. von Eulenburg, Maaß, Rienhardt geliefert wurden, sowie die einschlägigen Daten der amtlichen Statistik herangezogen. Außerdem wurde eine Reihe neuer Spezialerhebungen durchgeführt, z. B. die Auswertung des in der Biographiensammlung von Degener „Unsere Zeitgenossen. Wer ists?" zusammengetragenen Materials. Die Darstellung erstreckt sich auf die entsprechenden Vorgänge in der sozialen Oberschicht, in den mittleren sozialen Schichten, bei der Arbeiterklasse und den Deklassierten (Kleinrentnern und Armen). Hinsichtlich der Ergebnisse sei hervorgehoben, daß sich die geistige Oberschicht im wesentlichen — zu rund 50 Prozent — aus den Akademikern und den wirtschaftlich kräftigen Kreisen von Handel und Industrie ergänzt, nächstdem aus den mittleren Beamten und Angestellten. Der auch früher geringe Anteil der Rentner, kleineren Beamten und Arbeiter ist unter dem Einfluß der Inflation weiter zurückgegangen. Unter den Vätern der „Zeitgenossen" waren die für den jüdischen Bevölkerungsteil besonders wichtigen Schichten der Großindustriellen und Großkaufleute wie der Rechtsanwälte mit 19,7 Prozent bzw. 3 Prozent vertreten. Die Mittelschicht der Angestellten, Lehrer, mittleren und unteren Beamten ergänzt sich zu etwa 30 bis 40 Prozent aus sich selbst, sonst in der Hauptsache aus dem alten sebständigen, namentlich landwirtschaftlichen Mittelstand, die Arbeiterschaft ebenfalls vorzugsweise aus sich selbst, im übrigen aus den traditionellen Berufen in Landwirtschaft und Handwerk; die jüngste Verelendung des Mittelstandes hat eine Verstärkung des Anteils der höheren Schichten mit sich gebracht. Die Kleinrentner gehörten in der Hauptsache dem Mittelstand, die in Dauerfürsorge Befindlichen der Arbeiterklasse an, doch stammen diese auch in erheblichen Umfang aus dem gewerblich-kaufmännischen Mittelstand und den geistigen, namentlich, künstlerischen Berufen. Spezialuntersuchungen waren dem Berufswechsel der früheren aktiven Offiziere des alten Heeres gewidmet; von diesen hatten über 40 Prozent neue Berufe ergriffen und waren 15 Prozent in ihrem bisherigen Beruf (in der Reichswehr oder Landespolizei) verblieben. Ferner wurden.die Erscheinungen des „sozialen Konnubiums" bei der Eheschließung untersucht, wofür eine nur beim Bayerischen Statistischen Landesamt geführte Statistik die Unterlagen lieferte. Im ganzen erfolgt der soziale Ausstieg, wie auch schon Mombert sestgestellt hat, stufenweise. Daraus erklärt sich der relativ geringe Beitrag der bäuerlichen Bevölkerung und der Arbeiterschaft zur Ergänzung der Oberschicht: ihr aufstrebender Nachwuchs gelangt regelmäßig erst über den gewerblich-kaufmännischen Mittelstand, die mittlere Beamten- und Angestelltenschaft —- in der zweiten oder dritten Generation — in die soziale Oberschicht. Jedenfalls wird die größere Klassenfestigkeit und günstigere Aufstiegsmöglichkeit der auf Besitz begründeten Schichten überwiegend dargetan; Erforschung der Ursachen des sozialen Auf- und Abstiegs lag außerhalb des Bereichs der Untersuchung. Dr. Ph. Schwartz. Wilhelm Steigenberger G.m.b.H. KOHLEN - GROSSHHNDLUNG München-Högenhausen Montgelasstraße 21 Telephon 4 80 671-73, 4 80285 Kohlen, Koks, Briketts, Holz Deutsche Neuwäscherei Felix Brandner G.m.h.H. München, Thierschstr. 21 Tel. 23 7 08 Annahmestelle auch Jagerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech?fern'nfui„ 'HütdiatMcto. 7 BAMBERG Adolf Haajf? Bavaria-Drogerie Bamberg, Langesfr. 15 Tel. 287 Kaffee Tee Kakao « Medizinal-Drogen Parfümerien Sanitäre Artikel Münchner Schreinerwerkstätten FÜR KUNSTGEWERBE E. G M. B. H. Gediegenste Einzelmöbel, Ausstattung kompletter Wohnungen u. Villen MÜNCHEN LUDWIGSTRASSE 26 Theaterrose (Harmonie) Hans Sünkel Bamberg Eingänge * Schönleinsplatz Sdiillerplatz Theatersirafie Restaurant null Cafe mit heslemRul GroSe u. kleine S51e für Veranstaltungen. Schönst schattiger Garten Mitte der Stadt BiOX-ULTRA ZAHNPASTA nach Hofrat Dr. Zack«*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.