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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-11-15 · 22 (15.11.1930) · p. Seite 352

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
22 (15.11.1930)
Article
Hebräischer Club in München
Date
1930-11-15
Page
Seite 352 (sequence 2)
Language
German
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352 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung - Nr. 22 den groß waren, daß die meisten wohl viel besser hebräisch zuhören und verstehen als sprechen konnten, und daß das gesprochene hebräisch nicht immer dieselbe Vollendung zeigte wie das Referat von Herrn Percikowitsch. Dieser sprach über die hebräische Dichtung in Spanien, nachdem vorher Justizrat Straus den jungen hebräischen Klub als Ausfüllung einer bisherigen Lücke im Münchener jüdischen Leben begrüßt hatte. Den Schluß bildete ein hebräisches Gesellschaftsspiel, das allen Anwesenden gleichmäßig die Teilnahme gestattete und für manchen wie ein angenehm leichter Unterricht war. Wir hoffen, daß dieser hoffnungsvolle Anfang eine enffprechende Fortsetzung findet und sich der Kreis der Teilnehmer und ihre Kenntnisse dauernd erweitert. E. E. vückerschau Alax Picard: Das Alenfchengesichf. 2. Auslage. Delphin-Verlag, München 1930. Dieses wunderbare Buch muß mit besonderem Nachdruck genannt werden. Es ist das gründlichste und umfassendste Werk der Physiognomik seit langer Zeit. Es geht uns an durch die Wichtigkeit seines Themas, durch den lebendigen Reichtum seiner Erkenntnisse und den religiösen Ernst seiner Darstellung. Picard lehrt uns im Menschengesicht wieder ein sinnvoll geordntes Ganzes begreifen. „Das Menschengesicht ist das Ebenbild Gottes." Von dieser erhabenen Mitte aus deutet er nicht nur, klarer und tiefer als je ein Physiognomiker vor ihm, die verschiedenen individuellen oder chpischen Eigenschaften und Ausdrucksformen des Menschengesichts — sondern er deutet auch, dank einer seltenen Fähigkeit der Intuition, die universalen Zusammenhänge und Wechselwirkungen. Ja, er sieht beinahe mehr metaphysisch von innen als empirisch von außen her. Nach immer neuen Seiten hin schildert er das Verhältnis des Menschen zu den übrigen Wesen und Gebilden der Schöpfung (Tieren, Pflanzen, Sternen), den Unterschied zwischen früheren Geschichtsepochen und unserer Gegenwart, den Einfluß der irdischen Bedingungen (Landschaft, Beruf, Rasse) auf das Menschengesicht. So gibt uns Picard zum erstenmal ein physiognomisches Weltbild. - Im Gesicht des heutigen Europäers sieht er Entartung und furchtbaren Abfall von Gott. Unerbittlich zeigt er die Wurzel des Übels, die in uns selber liegt. Doch Picard verdammt nicht bloß, er zeigt uns zugleich die Möglichkeit der Erneuerung. Ein uraltes Blutswissen und eine fraglose Glaubenskraft gibt seinen Sätzen vollendete Würde und Sicherheit. Sein Buch mag manchen Leser erschrecken — viele wird es beglücken. Der Delphin-Verlag (Dr. Richard Landauer) hat das Buch typographisch und buchtechnisch vorbildlich ausgestattet. Die Bildtafeln fesseln mit jedem Stück und verdeutlichen den nicht immer leichten Text. Erich Aron. JÜDISCHER GESANGVEREIN E ■ V Dirigent;Jos. Ziegler 6. Dezember KONZERT zum 10jährigen Stiffungsfest Solisten: Frau Anni Steiger-Befzak, Violine Frau Sonja Ziegler, Sopran Herr Kantor Neu, Bariton Herr Dr. Betzack, Klavier Herr Prof. Sagerer, Orgel Der Chor des jüdischen Gesangvereins Kinderchor von Herrn Kantor Lachmann Karten im Vorverkauf: Bacharach, Frauenstrafje; Goldberg, Schwan! halerstra^e; Büro der Gemeinde; Ewer-Buchhandlung, Ottostrafje Der". das Lokal _ jedes Einheimischen und Fremden NEUER PÄCHTER 2 HANS FÜRST CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabl Nachmittags Konzert. Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen. Mäßige Preise. Kein Eintritt. Kein Weinzwang INHABER: HANS KECKEISEN TELEFON NR. 90 7 76 August Lander, Antlitz der Zeit. 60 Photos deutscher Menschen des 20. Jahrhunderts. Transmare Verlag München 1930. Mit einer Einleitung von Alfred Döblin. Aus dem umfassenden noch nicht veröffentlichten Bildwerk des Kölner Photographen August Sander (45 Mappen zu je 12 Lichtbildern) ist der vorliegend Band nur eine kleine Auswahl. Diese 60 Bilder sollen die moderne deutsche Gesellschaft in typischen Vertretern und Gruppen abbilden. Die Aufnahmen stellen beispielsweise dar: Westerwälder Bauern, den Herrn Lehrer, Kleinstadtbürger, Schlossermeister, Arbeiterfamilie, ProletarierMutter, Handlanger, Revolutionäre, Werkstudenten, einen katholischen Geistlichen, den Herrn Wachtmeister, einen Schenkkellner, Architekten, eine Putzfrau, einen Arzt, Industriellen, einen Literaturkritiker, einen Kräuterheilkundigen, einen kommunistischen Führer, einen Kohlenträger, Komponisten, Preisträger, bäuerliches Brautpaar, und so weiter, in 60 Lichtbildern. Ein Durchblick durch' alle Beoölkerungsschichten Deutschlands, ohne je karikaturistische oder tendenziöse Absicht! Kein Schauspieler ihrer Klasse, sondern ausschließlich Gestalten und Gruppen. die in ihrer Schicht, in ihrem Beruf ganz unbefangen aufs tieffte eingebettet sind. Dadurch entsteht, mit Hilfe einer hochentwickelten künstlerisch bedeutenden photographischen Technik ein Bildbuch, das sich zu den Photographie-Alben unserer Väter und Großväter wie ein Kopf von George Grosz zu einem konventionellen Familienbildnis irgendeines konventionellen Gesellschaftsporträ- » Erstklassige Küche, gepflegte Weine und Biere I Die deutsche Kapelle Erich Olschewski | s p i e I t nachmittags und abends Hochprima silber blanker Salm ... . . . Pfand 11k. 2.90 Zander - Schill ... . Pfand Mk. 1.- Schwarzfelder Spiegelkarpfen Pfand Mk. 1.40 Feinkost Franz Lun München Leopoldstraße 39 / Telefonruf 30 5 42 / Zusendung frei Haus Antonius-Wäscherei Sommerstraße 60 Fernruf 44438 Lindwurmstraße 97 17

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