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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-10-15 · 20 (15.10.1930) · p. Seite 324

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
20 (15.10.1930)
Article
Oktober-Programm
Date
1930-10-15
Page
Seite 324 (sequence 1)
Language
German
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322 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 20 Ztutori&icrtv rm- Elecirola ColnmDia Odeon Grammoplion PariopUon OSW. SCHRAMM I kMu n eh e n Rosenstraße £ Steinway & Sons innen kennen TüUrmer Scniedmayer nsw. Jüdischer Jugenbverein Oktober-Programm I. Unsere Donnerstagabende finden, wie bisher, im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, statt und beginnen um 20.30 Uhr. An ihnen wollen wir im Verlauf unserer Winterarbeit die Frage zu beantworten versuchen: „Proletarisieren wir?" Als Auftakt zu diesem Problem schrach am 9. Oktober 1930 Herr Dr. Franz Haber von der Handelskammer über das Thema: „Beherrscht der Kapitalismus die Wirtschaft?" Als weitere Vortragsabende sind in Aussicht genommen: 16. Oktober 1930. Dr. Ludwig Feuchtwanger: „Die Stellung der Juden im und zum Kapitalismus". 2 3. Oktober 193 0. Dr. Ernst Wellisch: „Die Arbeitslosigkeit im Lichte der Umgestaltung der deutschen Wirtschaft." 3 0. Oktober 193 0. Freie Aussprache. n. Unsere Freitagabende finden nach den Feiertagen, crst mals am 17. Oktober wieder regelmäßig statt, und zwar von nun ab im Jugendheim, Herzog-Rudolf-Straße 1, Beginn 20.30 Uhr. III. Auf Wunsch vieler Mitglieder soll neben den Vortragsabenden eine Arbeitsgemeinschaft über das Thema: „Wesen und Bekämpfung des Antisemitismus" gehalten werden. Anmeldungen an Herrn Hermann Knoblauch, Trogerstraße 40, erbeten. IV. Wir machen unsere Mitglieder daraus aufmerksam, daß die Beiträge (RM. —.75 pro Monat) an den Vortragsabenden entrichtet werden können. Fräulein Paula Neuwirch hat sich bereit erklärt, wenn Fräulein Bober verhindert sein sollte, das Inkasso zu übernehmen.! ■ , l Verkauft Bausteine für das Jugendheim, Euer Jugendheim! (Zu haben bei Herrn Dr. Keßler, Wagmüllerstraße 20/0.) vückerschau I. Erich Liebermann, „neuland rhylhmen". Verlag G. Fromherz, München. Der jugendliche Münchener jüdische Dichter I. Erich Liebermann hat mit seinem Erstlingswerk, dem Bändchen „Neuland rhythmen", einen beachtenswerten Versuch zur Wiederbelebung der Lyrik unternommen. Es ist ein auffallender Zug der neuesten Literatur überhaupt, jenes Tasten nach Neugestaltung lyrischer Stoffe; Gefühle und Gedanken in ein dichterisches Gewand zu kleiden, das dem modernen Menschen zugänglich ist, und ihm jenes Erleben zu vermitteln, das bei unseren Vätern die Lektüre klassischer Stoffe auszulösen vermochte. Zu einem dieser Suchenden nach Neuland zählt auch Liebermann, der ganz aus eigenem Sehnen und Drängen zu ungefähr denselben Usern wie Talhoff in seinem Totenmal fand. Ein tiefer religiöser Wille ist in allen seinen Gedichten zu spüren, ob sie nun eigene Erlebnisse der jungen Seele behandeln oder sich direkt an biblischen Stoff anlehnen. Man fühlt eine Erzieherschaft Bubers aus diesen Rhythmen heraus, die ihnen jedoch immer noch die ausgesprochen persönliche Note läßt. Ihre volle Wirkung können diese Gesänge allerdings nicht bei bloßer Lektüre ausüben, sondern erst eine chorische Ausführung wird ihr Innerstes zu geben vermögen. R. Ar und die Sintflut, Sieben Jahre Ausgrabungen in Ehaldäa, der Heimat Abrahams. Von Dr. C. Leonard Wolley (Leipzig, F. A. Brockhaus, 1930). Die Ausgrabungen der gemeinsamen Expedition des Britischen Museums und des Museums der Universität von Pennsylvanien unter Leitung Woolleys haben eine vollständige Umwälzung unserer Kenntnis von den Anfängen menschlicher Kultur mit sich gebracht. Lange bevor die Pharaonen ihre prächtigen Bauten zu ihren und der Götter Ehren auftürmen ließen, bestand in der Heimat Abrahams schon eine alte hohe Kultur. Wie die Ausgräber die verschiedenen Schichten Urs im Verlaufe sieben arbeitsreicher Jahre langsam aufdeckten, schildert Woolley als erster und nur in diesem überaus fesselnden Buche. Die Archäologie ist ja eine der lebendigsten und aufschlußreichsten Wissenszweige überhaupt. Man fühlt und bangt mit den Forschern, wenn sie um die Erhaltung der entdeckten Kostbarkeiten zittern, und freut sich mit ihnen des endlichen großen Erfolges. Fortuna hatte mehr als einmal ihre freigebige Hand dabei im Spiele. So bescherte sie den Gelehrten einen wertvollen Goldschatz, der ohne ihre Hilfe nie gefunden worden wäre. Die Ausgräber hatten eine Kapelle entdeckt, deren Mauern ihnen älter zu sein schienen als die in ihr verwendeten Pflaster. Um dies festzustellen, befahl Woolley den arabischen Arbeitern, zwölf Ziegel aus dem Heiligtum herauszunehmen und in das Loch hinunterzugraben. Eine solche Arbeit war den Arabern neu, da sie stets angewiesen waren, auf keinen Fall einen Ziegel fortzuräumen, der sich noch an seinem Platz befand. So konnten sie diesen plötzlichen Frevel nicht begreifen. Als sie merkten, daß die Anordnung ernst sei, kamen sie zu dem Schluß, daß die Forscher nach vergrabenem Gold ausschauten. Sie glaubten Woolley auch nicht, als er ihnen sagte, daß es ein zweites Pflaster sei, das gesucht würde. Woolley ging fort und ließ die Leute bei der Arbeit. Aber nach wenigen Minuten kam einer zu ihm gerannt: tatsächlich lag gerade unter den Pflasterplatten ein ganzer Schatz von Goldperlen, Ohrringen und Anhängern und eine lange goldene Nadel mit einem Kopf in Gestalt einer Frau, die ein langes Gewand trug. Wahrscheinlich waren die Sachen in einem Augenblick der Gefahr hier versteckt und später vergessen worden: denn sonst wurde nirgends in der Nähe derartiges gefunden. Die Schätze in den Ruinen von Ur übersteigen an Pracht'oft noch die schon berühmt gewordenen Kostbarkeiten aus dem Grabe Tut-ench-Amuns. Der Leser kann sie in dem Buche Woolleys, das mit nicht weniger als zweiundneuzig Originalbildern von den Ausgrabungen auf Kunstdrucktafeln und einem Plane Urs geschmückt ist, staunend betrachten. Ur liegt etwa halbwegs zwischen Bagdad und dem Persischen Golf. Zwei Kilometer östlich der neu entdeckten Ruinen von Ur läuft die Eisenbahnlinie, die Basra mit der Hauptstadt des Irak verbindet. In seinem Buche The Sumerians (deutsch unter dem Titel ..Vor 5000 Jahren", Stuttgart 1929) halle Woolley Geschichte und Groß- & Sonderklasse ■■■■■■■■■■ Münchener Gaststätten Fürstenstr. 2/Tel.27313 Nächst Odeon Bietet Ihnen das Beste an Küche u. Keller zu mäßigen Preisen. Clllflflfiirflß' Lieferung unserer SpelllUUIlllltllC« zialitäten und komplette Menu in jeder Preislage frei Haus. Aparte Gesellschaftsräume f. Sitzungenu. Festlichkeit. zwei Wiener Künstler, täglich abends halb 8 Uhr.

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