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Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern · 1930-10-15 · 9 (15.10.1930) · p. Seite 19

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Journal
Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
Volume
1930
Issue
9 (15.10.1930)
Article
Salomon Eisemann, Würzburg
Date
1930-10-15
Page
Seite 19 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 9 Mitteilung«» des Jüdischen Lehrervereins für Bayern 19 schullehrerstelle mar die Auszeichnung für gute Qualifikation und damals das Wunschziel aller jüdischen Lehrer. Ein Vierteljahrhundert wirkte er in Westheim als Lehrer, Chasan und Schachet. Erfolgreich war er als Pädagoge tätig, eine Pestalozzinatur, die in der Erziehung der Jugend ihre Hauptaufgabe sah. Seine Erfolge waren so groß, weil er als Lehrpersönlichkeit, durch sein Leben aus die Jugend stark einwirkte und weil, wie bei Pestalozzi, der Geist seiner Erziehung Liebe war. Durch seinen klugen Sinn und die hohe Begeisterung ist es ihm gelungen, den göttlichen Funken in den Herzen der Kinder zu entzünden und durch die Jugend auch auf die Erwachsenen erzieherisch zu wirken. So war Salomon Eisemann das Musterbild eines idealen Jugendbildners, dem die allergrößte Anerkennung seiner Behörden und Vorgesetzten zuteil wurde. Gesundheitliche Rücksichten zwangen den Dahingeschiedenen im Jahre 1912 in den Ruhestand zu treten. Er siedelte nach Würzburg über. Aber auch jetzt noch galt sein Streben der Weiter- und Fortbildung. Bei Trauerfällen tröstete er Leidtragende im Trauerhause durch trostspendende Worte und während der Omertage folgte ein aufmerksames Publikum feinen feinsinnigen, geistreichen Vorträgen. Das Leichenbegängnis des Verlebten gestaltete sich denn auch zu einer großen Trauerkundgebung. Die geräumige Halle des Würzburger israelitischen Friedhofes konnte die zahlreichen Teilnehmer aus allen Kreisen der Gemeinde und den Reihen der Amtsbrüder nicht fasten. An der Bahre entwarf Bezirksrabbiner Dr. Hanover in tiefempfundenen Worten und in schmerzlicher Klage ein getreues und erschöpfendes Bild von Salomon Eisemann Vt. Studiendirektor Stoll entbot im Aufträge des „Jüdischen Lehrervereins" für Bayern" und namens der „Bezirkskonferenz Würzburg" die letzten Gruße der Kollegen. Nachdem noch Oberlehrer Düring für den „Bayerischen Lehrerverein" und den „Bezirkslehrerverein Würzburg-Stadt" mit herzlichen Worten Abschied genommen hatte, sprachen in schmerzbewegten Worten Weil (Hof) im Namen der weiteren und Dr. Eisemann (Nürnberg) als Sohn, im Namen der engeren Familie Worte des Abschiedes und des Dankes. So war das Leben des teuren Toten reich an Mühe und Arbeit, aber auch gesegnet von Erfolgen, Glück und Freude Wir dürfen von ihm die Worte Friedrich Th. Wischers für seinen toten Freund Berthold Auerbach sagen: „In fernen Tagen wird dein Name über manche Lippen gehen, die in warmem Gespräch dich nennen und ehren und rühmen. Du bist sterbend nicht gestorben. Leb wohl Toter! Sei gegrüßt. Lebendiger!" Äopold Weil, Hof a. d. Saale. Das Erholungsheim für jüdische Beamte in Bad Ems Seminardirektor Stoll, der Vertreter des Jüdischen Lehrervereins für Bayern im Ausschuß des Erholungsheimes, stellt uns in liebenswürdiger Weise einen Bericht über die Einweihung des Heimes, die am 7. September stattfand und an der er teilnahm, zur Verfügung. Da fast alle jüdischen Zeitungen über die Einweihung mehr oder weniger ausführlich berichteten, so sei hier — den eingeschränkten Raumverhältnissen Rechnung tragend — nur der Teil veröffentlicht, der das größte Interesse der jüdischen Beamtenschaft beanspruchen darf. Die Schriftleitung. Das neu ausgebaute Anstaltsgebäude mit einem großen Hof- und Gartengrundstück von etwa 2000 Quadratmeter Fläche stellt mit Einrichtung einen Vermögenswert von 200 000—250 000 RM. dar. Durch freiwillige einmalige Spenden aus Beamtenkreisen, durch eine einmalige größere spende des Preußischen und Bayerischen Landesverbandes und durch private Spenden war es möglich, das Heim durchaus modern einzurichten. Alle Räume find vornehm und anheimelnd möbliert, mit fließendem kalten und warmen Wasser und allen zu einem derartigen Heim gehörenden Bequemlichkeiten ausgestattet. Für den Umbau und Aufbau eines Stockwerkes wurde eine Hypothek von 40 000 RM. ausgenommen, deren Zinsenlast von 3200 RM. im wesentlichen durch die jährlichen Mitgliedsbeiträge gedeckt werden soll. Infolgedessen wurde der Jahresbeitrag für das Jahr 1931 auf 5 RM. festgesetzt. Das Heim enthält 28 Zimmer mit etwa 38 Betten, außerdem die notwendigen Nebenräume, insbesondere einen großen Speisesaal für 50 Personen, modern eingerichtete Bäder in jeder Etage, eine große Liegehalle unter Glasdach, dazu Hof- und Gartenräume. Allerdings ist der Garten im wesentlichen als Nutzgarten für die Anstaltszwecke verwendet, das Gelände grenzt aber unmittelbar an die Kuranlagen des Bades. Der Betrieb wird geleitet von einer Oberschwester mit einer Köchin und einem Hausdiener, der zugleich die Gartenarbeiten zu leisten hat. Es ist vorgesehen, einen kleinen Teil der Räume, im ganzen etwa 4 oder 5 Zimmer mit 8—10 Betten für solche Beamte im Ruhestände, bzw. Beamte und ihre Ehefrauen, zur Verfügung zu stellen, die ihren Lebensabend dauernd im Heim verbringen wollen. Der größere Teil der Räume steht erholungsbedürftigen Beamten zur Verfügung. Sowohl für Altersals Erholungszwecke können jedoch nur Vereinsmitglieder ausgenommen werden. Die Kosten für dauernden Aufenthalt im Altersheim sind mit 135 RM. pro Person und Monat festgesetzt, für Erholungssuchende auf 5 RM. pro Tag. Aufnahmeberechtigt sind nur Vereinsmitglieder und ihre Ehefrauen, weiterhin Beamtenwitwen; es wird erwogen, ob Familienmitglieder, soweit der Raum ini Speisesaal ausreicht, an der Verköstigung gegen billiges Entgelt mit den im Heim befindlichen Eltern teilnehmen können. — Für die Ferienmonate Juni, Juli, August wird der Raum des Heims für aktive Beamte und deren Ehefrauen reserviert, die im Ruhestande befindlichen Beamten können für Erholungszwecke nur während der anderen Zeit des Jahres zugelassen werden. Ehefrauen können nur gemeinsam mit ihren Gatten, Beamtenwitwen hingegen auch allein ausgenommen werden. Einzahlungen im Monat August 1930 Von: Eschwege (Frankfurt) 20.—, Eschwege (Frankfurt) 10.—, Gutmann (Ottensoos) 10.—, Gutmann (Köln) 10.—, Hammelburger (Jchenhausen) 10.—, Hönlein (Nürnberg) 15.—, Kahn (Westheim) 30.—, Kissinger F. (München) 20.—, Kissinger I. (München) 16.—, Neumann (Kassel) 12.—, Reinhold (Forchheim) 30.—, Wälder (Hörstein) 17.—, Uhlfelder (Nürnberg) 2.—, Wechsler (Alzenau) 30.—, Rose (Altenstädt) 161—, Brückheimer (Mairktbreich 15.—, Schwarzenberger (Bödigheim) 11.—, Edelstein (Sugenheim) 15.—. Hönlein (Nürnberg) 30.—, Neumann (Feuchtwangen) 10.—, Rosenbaum (Ingolstadt) 20.—, Neuberger (Niederwerrn) 25.—, Stein (Haßfurt) 15.—, Weil (Hof) 50.—, Ehrenreich (Berlin) 10.—, Heß (Nürnberg) 15.—, Rosenstein (Schopfloch) 15.—> Rülf (Nürnberg) 20.—, Zeilberger (Floß) 20.—, Rülf (Nürnberg) 20.—, Pollack (Marktbreit) 5.—, Buttenroieser (Hamburg) 10.—, Köstrich (Uehlfeld) 15.—, Eschwege (Würzburg) 35.—, Freudenberger (Thüngen) 15.—, Wechsler (Berlin) 25.—, Schloß (Aschaffenburg) 15.—, Ochsenmann (Frankfurt) 20.—, Stein (Berolzheim) 30.—, Schapiro (Bamberg) 20.—, Schmid (Ansbach) 10.—, Eschwege (Frankfurt) 5.—, Ehrmann (Friedberg) 10.—, Kissinger (Würzburg) 20.—, Heller, Adler (Königshofen) 15.—, Bamberger (Kitzingen) 30.—, Berlinger (München) 13.—, Bierschild (Prichsenstadt) 30.—, Blumenthal (Unsleben) 17.—, Ehrmann (Friedberg) 15.—, Edelstein (Sugenheim) 2.—, Einstädter (Nürnberg) 45.—. Durch: Hellmann (Würzburg) 350.—, Weil (Hof) 10.—, Dr. F. Gutmann (Öttingen) 25.—. Diejenigen Kollegen, die mit Jubiläums- und Jahresbeiträgen noch im Rückstand sind, werden ersucht, dieselben baldigst auf unser Scheckkonto Nr. 6479 Nürnberg einzuzahlen. Würzburg, 1. September 1930. M. He hl mann. Neujahr-Enlhebungsliske 3 Sulzbacher (Hanau), Blumenthal (Hofheim), Schmid (Ansbach). VereinsmitteUungen Diejenigen Kollegen, die noch nicht im Besitze unserer Fesffchrift und unserer neuen Vereinssatzungen sind, wollen diese beim Schriftführer anfordern. (Adresse: München 13, Tengstraße 2.) ' Die Vereinsleitung. Für den Inhalt der „Mitteilungen" verantwortlich: Max Adler, München.

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