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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-09-01 · 17 (1.9.1930) · p. Seite 273

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
17 (1.9.1930)
Article
Martin Buber
Date
1930-09-01
Page
Seite 273 (sequence 1)
Language
German
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Nr. 17 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 273 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hoff in ■ f.ecSgsreFebruf22 Marlin Buber Martin Buber ist soeben zum Honorar-Professor für Religionswissenschaft in der Philosophischen Fakultät der Universität Frankfurt am Main ernannt worden. An dieser Ehrung nehmen auch die Juden Bayerns, besonders Münchens, mit herzlicher Freude teil. Martin Buber, der ReligionSphilosoph, der vor allem die Geschichte der Prophetie und der religiösen Mystik dargestellt hat, wurde 1878 in Wien geboren. Er ist ein Enkel des Erforschers der Haggada und der Midraschim, Salomo Buber. Er studierte in Wien, Leipzig, Berlin und Zürich Philosophie und Kunstgeschichte und veröffentlichte eine Reihe grundlegender religionsphilosophischer Werke. Heute gehört er nicht nur auf dem Gebiete der jüdischen, sondern auch auf dem der allgemeinen Religionswissenschaft zu den führenden Persönlichkeiten. Uber die Grenzen der Konfessionalität hinaus ist er mit allen Kreisen verbunden, die die Wiedererweckung religiöser Grundkräfte erstreben. Mit dem Katholiken Wittig und dem Protestanten Weizsäcker gab er die religionöwissenschastliche Zeitschrift „Die Kreatur" heraus. Von Bubers Schriften sind zu erwähnen „Mein Weg zum Chassidismus", „Vom Geist des Judentums", „Die jüdische Bewegung", „Reden über das Judentum", „Die Geschichten des Rabbi Nachman", „Die Legende des Baalschem", „Der große Maggid", „Das verborgene Licht", Ekstatische Konfessionen", „Reden und Gleichnisse des Tschuang-Tse", „Daniel", „Ich und Du". Mit dem früh verstorbenen Dichter- Denker Franz Rosenzweig hat er die Bibel neu übertragen. Bubers Bedeutung für die innere Entwicklung des Zionismus war sehr groß. Er war 1901 Redakteur des zionistischen Zentralorgans „Die Welt", auf dem V. Zioniftenkongreß war er Führer der kulturpolitischen demokratischen Fraktion. Auf dem 12. Zionistenkongreß in Karlsbad 1921 trat er für eine Politik der Verständigung mit den Arabern ein. Die jüdische Jugend aller Richtungen ließ sich von ihm entscheidend beeinflussen. Heute steht er der Bewegung für das arbeitende Palästina nahe. Buber ist Mitbegründer des ^Jüdischen Verlages", er redigierte eine Zeit lang die von diesem Verlage herausgegebene Zeitschrift „Der Jude". In der Gemeindezeitung haben wir zuletzt anläßlich seiner Februar-Vorträge in München, Augsburg, Nürnberg und Bamberg ausführlich über das Schaffen Bubers geschrieben (vgl. Nr. 4 und 5). Das hier wiedergegebene Bild ist von Helene Bieberkraut in München (Atelier für künstlerische Photographie) bei der letzten Anwesenheit Bubers in München anläßlich der Tagung der jüdischen Jugendverbände im Juni dieses Jahres ausgenommen. Das Bohe Lied der Menschlichkeit Walter Tschuppik schreibt in der letzten Nummer der „Süddeutschen Sonntagspost" (vom 24. August): Im Phöbuspalast ist, seit gestern, der Film „Der Fall Dreyfus" Dreyfus und nicht Bassermann-s edler Oberst Picard. Selbst der zu sehen. Hauptmann Dreyfus, käme er leibhaftig-lebendig daher, ist nicht die Wer aufs tiefste ergriffen, gerührt und erhoben sein will, der sehe letzte Ursache unserer Ergriffenheit. Er ist ia nur ein Symbol einer sich diesen Film an. Märchrerschaft im Kampf gegen Dummheit, Bösartigkeit, Gehässig- Es macht es nicht das nun schon historische Thema, das den meifett, Unmenschlichkeit und Rassenhaß, sten vertraut ist; es macht es nicht die Darstellung, nicht Kortners Nein, die schönste Figur dieses Filmes ist eigentlich der Dichter ADLER ADLEERKE -------Ki*lX.e' FRANKFURT AH HAIN Filiale München, Augustenstr. 40, T. 50206/07 Automobile / Fahrräder / Schreibmaschinen

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