Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 16 (15.8.1930)
- Article
- Inhalt
- Date
- 1930-08-15
- Page
- Seite 247 (sequence 1)
- Language
- German
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Homerische Kachrjchtenblatt öer Israelitischen Kultusgemeinöen in München/ Augsburg/ Hamberg und des Verbandes BagerWer Israelitischer Gemeinden erscheint vm 1. und 15. jeden Monats. — Verlag: B. heller, München, Bezugspreis für nicht elngewtesene Bezieher: Reichsmark 4-So für öos plinganserstraße <$4/ Kernruf 73664 und 73663/ Postscheck München 5987. Zlahr. Anzeigenpreis: Sie 4 gespaltene Millimeter-Zeile 4o Relchspfeunlg vchriftleitung: Or. Luüloig Keuchttoanger, München, Grlllparzerstraste 58 Kamtlienanzelgen, Stellengesuche und ähnliche Angebote ff Reichspfenatg VI. Jahrgang München, §5. August Vit. 16 Jnhall: Dem Jüdischen Lehrerverein für Bayern zum Gruß — 50 Jahre Jüdischer Lehrerverein für Bayern — Die Israelitische Lehrerbildungsanstalt dem Jüdischen Lehrerverein in Bayern zur Goldenen Jubelfeier! — Pädagogisch-psychologische Tendenzen in der Bibel — Bindung und Freiheit — Erinnerungen aus Präparanden- und Seminarzeit — Die jüdische Volksschule und der jüdische Volksschullehrer im bayerischen Schulrecht, im israelitischen Lehrerverein und in der jüdischen Gemeinde — Aus der Jugendzeit Simon Dingfelders s. A. — Wilhelm Meister in Unterprima — Bausteine praktischer Pädagogik /125 Jahre Philanthropin Frankfurt a. M. — Das Schulwesen in Bayern — An die ehemaligen Würzburger! — Aus der Gemeinde München — Aus den Kultusgemeinden der Pfalz — Aus dem Verbände — Mitteilungen des Jüdischen Lehreroereins — Bücherschau — Amtlicher Anzeiger — Bekanntmachungen des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. vem jüdischen Lehrerverein kür IZayern zum 6rutz Von Dr. Alfred N e u m e y e r Der Jüdische Lehrerverein für Bayern begeht am 24. und 25. August in Würzburg die Feier seines 5Ojährigen Bestehens. Wir bringen ihm hierzu die herzlichsten Wünsche der jüdischen Gemeinschaft im Lande. Wenn es als besonderes Glück einer Persönlichkeit angesprochen werden kann, daß sie in Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen die Interessen der Allgemeinheit vertritt, so gilt dies in verstärktem Maße für die Kollektivpersönlichkeit. Es ist als das größte Verdienst des Lehrervereins feftzuftellen, daß er, gegründet zur Wahrung der Standesintereffen, die Angelegenheiten der jüdischen Allgemeinheit wesentlich gefördert hat und dankbar wird der Verein selbst im Sinne seines unvergeßlichen Führers Dingfelder den geschichtlichen Ablauf der Dinge begrüßen, daß es ihm vergönnt war, durch die Förderung seiner Angelegenheiten nachhaltige und segensreiche jüdische Kulturarbeit zu leisten. So ist es geschehen, daß sich die Entwicklung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden seit seiner Gründung im engen Einvernehmen mit dem Bayerischen Lehrerverein vollzogen hat, und eö darf gesagt werden, daß der Verein seine Standesintereffen niemals über das öffentliche Interesse gesetzt hat. So hat er auch in der gegenwärtigen wirtschaftlichen Notlage, in der sich die öffentlichen Korporationen befinden, willig die Opfer auf sich genommen, welche diese Notlage erfordert, und er hat damit ein Vorbild für alle Standes- und Interessenvertretungen gegeben. Diese geschlossene äußere Haltung, ein Ergebnis einmütiger sittlicher Kraft, befähigt den Lehrerverein auch in diesen schweren Zeiten seine wirtschaftlichen und geistigen Aufgaben gleichmäßig und zielbewußt weiter zu verfolgen. Möge die IubiläumSftiftung des Vereins die edlen Bestrebungen verwirklichen, von denen die Lehrerschaft erfüllt ist! Möge das an Ihrem Versammlungsort sich erhebende neue Haus der Lehrerbildung wachsen und gedeihen als die Stätte, die den Ländern und Gemeinden des Reiches die Iugendbildner in vollkommener Weise zuführt! Mögen Sie in diesen erregten Zeiten unsere Jugend erziehen im Sinne Pestalozzis, zu innerer Ruhe und Ausgeglichenheit, im Sinne unserer jüdischen Gemeinschaft zu selbstbewußten Gliedern dieser Gemeinschaft, in Demut vor dem Höchsten, in Liebe zu unserer Vereinigung und zu unserer Heimat! Möge unsere Lehrerschaft die Fürsorge für ihre Angehörigen und die Leistung für die jüdische Gesamtheit auch weiterhin glücklich verbinden! Dies ist der Wunsch der jüdischen Vertretung in Bayern an Ihrem Ehrentag.