Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Journal
- Mitteilungen des Jüdischen Lehrervereins für Bayern
- Volume
- 1930
- Issue
- 7 (15.7.1930)
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- Einladung zu der am Sonntag, den 24. August 1930 in Würzburg im Platz'schen Garten stattfindenden 49. Mitgliederversammlung und zu der damit verbundenen 50jährigen Jubiläumsfeier des jüdischen Lehrer
- Date
- 1930-07-15
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- German
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(Mitteilungen des Indischen Lehrervereins für Wem Schriftleitung: Max Adler, München 1930 München, 15. 3uli Nr. 7 Einladung zu der am Sonntag, den 24. August 1930 in Würzburg im Platz'schen Garten stallfindenden 49. Mitgliederversammlung und zu der damit verbundenen 50jährigen Jubiläumsfeier des Jüdischen Lehrervereins für Bayern Programm: I. Sonntag, den 24. August, nachmittags 13 Uhr: Sitzung der Verwaltung. Hierzu sind die Ehrenmitglieder und die Mitglieder der Verwaltung, sowie die Referenten und Antragsteller eingeladen. II. Sonntag, 15 Uhr: Mitgliederversammlung. Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Gefchäfsbericht des Vorsitzenden. 3. Kassenbericht. 4. Bericht der Kassenrevisoren und Entlastung der Verwaltung. 5. Wahl zweier Kassenrevisoren für das Geschäftsjahr 1930. 6. Wahl der Vertreter und der Ersatzleute zum Rate des „Verbandes". 7. Sterbefallschutz. Referent: Uhlfelder, Nürnberg. 8. Jubiläumsstiftung. 9. Wünsche und Anträge. III. Sonntag, 20 Uhr. Jubiläums-Festabend. IV. Montag, vormittags 10 Uhr: Jubiläums-Festakt. (Einzelprogramm wird noch bekanntgegeben). Alle Veranstaltungen finden im Platzschen Garten statt. Wir nehmen als selb st verständliche Ehrenpflicht an, daß zur Jubiläumsversammlung sämtliche Vereinsmitglieder erscheinen. Dunkler Anzug ist erwünscht. Die Teilnahme der Frauen und sonstigen Angehörigen unserer Mitglieder wird herzlichst begrüßt. Um die Jubiläumsversammlung richtig vorbereiten zu können, erhielten die Vereinsmitglieder Fragebogen, um deren Bantwor^ung und Einsendung bis längstens 24. Juli wir dringend bitten. München, den 15. Juli 1930. M. Rosenfeld, 1. Vorsitzender. Die Verwaltung: M. Adler, 1. Schriftführer. [ Moses Marx | Als im Jahre 1894 die Stelle eines Volksschullehrers und Kantors in der Israelitischen Gemeinde Gunzenhausen zur Bewerbung ausgeschrieben war, hatten sich 33 Kandidaten um dieselbe beworben, von denen die fünf bestqualifizierten in die engere Wahl kamen und zur persönlichen Vorstellung an den folgenden Sabbaten eingeladen werden sollten. Als erster kam am Sabbat ~h rfcty unser Marx ^"i zum Zuge. Kam, — sah, — siegte! In der Gemeindeversammlung vom 8. Juli 1894 wurde einstimmig beschlossen, Marx der Regierung zur Bestätigung vorzuschlagen und von weiteren Probeberufungen abzusehen. Die Gemeinde hatte keine schlechte Wahl getroffen. Seinem gewinnenden, prächtigen Äußeren entsprachen die inneren Werte. Sei es als Schulmann oder Kantor, fei es als Seelsorger oder Berater und Freund aller Gemeindemitglieder; sein scharfer Geist, seine besonnene Ruhe, sein zielbewußter Wille — sie setzten sich mit unfehlbarer Sicherheit durch. Von seinen Erfolgen in der Schule legen die glänzenden Prüfungsprotokolle Zeugnis ab, in denen selten eine andere Note als I oder I1/« zu finden war. Als Kantor entzückte er jedermann, der seiner angenehmen Stimme und seinem mustergültigen Vortrag lauschen durfte, und als Redner und Prediger war er hinreißend und überzeugend. In seiner Gemeinde war er aber auch ein Friedensfurst. Waren Meinungsverschiedenheiten vorhanden, so brauchte nur Marx einzugreifen — und der Friede war hergestellt. Ein sicheres Taktgefühl, sein klares, zielbewußtes Auftreten und das gewaltige Ansehen, das er überall genoß, kamen ihm in dieser Friedensmission zustatten. Ich bin auch schon 32 Jahre im Amte, habe viele Kollegen und Gemeinden besucht und kennen gelernt, aber daß ein Lehrer in einer Gemeinde eine solche Autorität und ein solches Zutrauen genoß, habe ich sonstwo nicht mehr wahrgenommen. Einer unserer Besten ist dahin gegangen. ’JK n?« h'J Streben wir ihm nach! Levite. In der Oktobernummer unserer „Mitteilungen" vom vorigen Jahre war es uns vergönnt, dem 70jährigen Moses Marx unsere Glückwünsche zum Ausdruck zu bringen. Wir schlossen damals mit dem Wunsche, „daß er noch recht lange Jahre der unsere bleibe und seinen wertvollen Rat und seine hilfsbereite Tat auch weiterhin dem Verein leihen möge". Die Vorsehung hat es anders gewollt. Am 14. Juni hat der Tod diesen Treuesten der Treuen uns entrissen. Was er uns war und was er in 50jährigcr Zugehörigkeit zu unserem Vereine geleistet hat, das haben wir damals zu seinem 70. Geburtstag gesagt. Hier soll nur noch der tiefen Trauer um den Heimgang dieses lieben Kollegen und wahren Freundes, dieses tapferen Vorkämpfers und unermüdlichen Mitarbeiters, der sich für die soziale und ideelle Hebung des Lehrefttandes jederzeit mit ganzer Kraft eingesetzt hat, Ausdruck verliehen werden. Wenn die mittelfränkische Lehrerschaft lange Zeit führend im Vereine tätig war, so ist dies neben unserem Freunde Strauß ein Hauptverdienst des Entschlafenen. Als ganzer Charakter trat er unerschrocken und mutig in kampfdurchtobter Zeit für das Recht des Lehrers ein. Dafür sek auch an dieser Stelle ihm der herzlichste Dank der Lehrerschaft gezollt. Die außerordentliche Liebe und Verehrung, die sich der Verewigte in seiner langjährigen Wirkungsstätte Gunzenhausen erworben hatte, zeigte sich in der überaus großen Anteilnahme an seiner Beerdigung, die in Gunzenhausen stattfand. Namens des Vereins, der durch mehrere Verwaltungsmktglieder und einer Reihe von Nachbarkollegen vertreten war, rief Adler, München, dem treuen Freunde Worte des Dankes ins offene Grab Von Kollegen sprachen noch: Dr. Bamberger, Nürnberg, für den Bezirkslehrerverein und den Pensionistenbund Nürnberg: Levite, Gunzenhausen, der die eigentliche Grabrede hielt und der Vertreter des Bezirkslehrervereins Gunzenhausen, Hauptlehrer Kaiser, Dornhausen. Moses Marx Vt lebt in unseren Reihen weiter, denn er hat für uns gewirkt und gearbeitet. r\2i2h un:: M. Rosenfeld M. Adler