Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 13 (1.7.1930)
- Article
- Ausstellung jüdischer Kultgeräte und -einrichtungen für Synagoge und Haus
- Date
- 1930-07-01
- Page
- Seite 185 (sequence 2)
- Language
- German
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208 Baherische Israelitische Gemeindezeitung Nr.-13 Abb. 2. Chanukkah-Leuchter aus Münchener Privatbesitz israelitischer Gemeinden des Landes Gelegenheit geboten, manch schönes Stück zu sehen, das sonst der Allgemeinheit nicht zugänglich ist. Besondere Hervorhebung verdienen der Thoraschrein (siehe Abb. 1) und einzelne Teile der ehemaligen Synagoge von Colmberg (Mittelfranken), die bis vor kurzem nicht erkennen ließ, daß sich unter ihrer alten weißen Tünche ein farbenprächtiges Werk des Elieser Sußmann CaZ, des Künstlers der Bechhofener und der damit verwandten Synagogen barg. Schöner Thoraschmuck und wertvolle Vorhänge und Mäntelchen (Erzeugnisse einer in jüdischen Händen ruhenden Stickerkunst) sind aus allen Teilen Bayerns beigefteuert worden. Die Gemeinden Augsburg, Höchberg, Krumbach und Sulzbach haben das ihre zu diesem Teile der Ausstellung beigetragen. Neben solchen umfangreicheren Arbeiten zeugen die vielen von privater Seite zur Verfügung gestellten Erzeugnisse der Kleinkunst von der Schmuckfreude und dem religiösen Sinn unserer Ahnen. Becher zum sabbatlichen Kidusch, B'samimbüchsen in allerlei Formen, Chanukka-Leuchter (siehe Abb. 2), Ssederschüffeln, Megilloth- Efther und ausgezierte Gebetbücher seien aus der Zahl der ausgestellten Gegenstände herausgehoben. So verfolgt die Ausstellung neben ihrer kunftgefchichtlichen Tendenz auch den Zweck, das jüdische Brauchtum lebendig werden zu lassen, vieles, das unserem Bewußtsein zu entschwinden droht, uns vor Augen zu führen und den Sinn für das Schöne in der Ausübung der religiösen Gebräuche wieder zu wecken. Wenn moderne Künstler daraus Anregungen zu ihrem Schaffen gewinnen, wenn der Wunsch in einem größeren Kreise feste Gestalt annehmen würde, einen dauernden Ort der Aufbewahrung alten mit dem Judentum verbundenen Kunstgutes zu schaffen, so würde von dieser kleinen, kurz währenden Ausstellung eine Wirkung ausgehen, die ihren Wert über die Tagesbedeutung hinausheben könnte. Münchner lagung des Verbandes der jüdischen jugendvereine Deutschlands Um einer objektiven und streng sachlichen Berichterstattung, der diese Zeitung zu dienen hat, nahezukommen, drucken wir einen zusammensassenden Zeitungsbericht, ferner den Bericht eines Jugendlichen (als Dokument) ab und möchten auch nachdrücklich zum Vergleich auf den kritischen Bericht in der „Jüdischen Rundschau" (vom 13. Juni, wiederabgedruckt im „Jüdischen Echo", Nr. 24 vom 13. Juni) von Herrn Dr. Ignaz Emrich Hinweisen. Nur durch Zusammenhaltung der drei Referate kann ein Bild über die Bedeutung der Tagung entstehen. I. Am 8. und 9. Juni wurde in der Tonhalle die achte ordentliche Delegiertentagung des Verbandes der jüdischen Jugendoereine Deutschlands abgehalten, nachdem ihr am Sonnabend, dem 7. Juni, Gottesdienste und gesellige Veranstaltungen oorangegangen waren. Fast drei Tage stand das jüdische München unter dem starken Eindruck der Tagung. Hunderte von Delegierten und Gästen aus allen Teilen des Reiches bekundeten durch ihre oft auch durch persönliche Opfer erkaufte Teilnahme ihre Verbundenheit mit der Arbeit des Verbandes. Das Motto der Tagung lautete: „Jugend hilft der Jugend." Als der Vorsitzende Herr Rabbiner Dr. Hugo Hahn (Essen) zum Leitvortrag Martin Vuber das Wort erteilte, füllte eine festlich gestimmte nach Hunderten zählende Zuhörerschaft den Sitzungssaal. „Wie kann Gemeinschaft werden," nannte Buber seine gedankentiefen Ausführungen, für die, ebenso wie für das überwältigende-Wirkung erweckende Schlußwort, die Versammlung durch Ovationen dankte. Einen Ausklang im Buberschen Geiste fand der erste Sitzungstag durch die unter Herbert Felsenthals Regie stehende Aufführung des „Jeremias" von Stefan Zweig. Die Zuhörerschaft dankte nach Minuten weihevollen Schweigens den Schauspielern, Verbandsfreunden aus Düsseldorf, durch stürmischen Beifall und huldigte dem anwesenden Dichter. In der Nacht tagte eine Reihe von Ausschüssen zur Vorbereitung der Arbeitssitzung. Vor Beginn des zweiten Verhandlungstages erörterten eine Anzahl Arbeitsgemeinschaften Themen des Problemkreises der Berufs-, Bildungs- und Wirtschaftsnot der jüdischen Jugend. Der Verhandlungstag war sodann durch den Geschäftsbericht Dr. Hahns und eine teilweise leidenschaftlich geführte, geistig bedeutsame und für die Situation der jungen jüdischen Generation in Deutschland charakteristische Aussprache ausgefüllt. So entgegengesetzt die Auffassung der Einzelnen gegenüber entscheidenden Gegenwartsfragen auch sein mag und so sehr sich auch die Vertreter der einzelnen Auffassungen bemühten, die Richtung des Verbandes in ihrem Sinne zu bestimmen, so zeigte sich dennoch der Wille zum Verband sofort in dem Augenblick, wo es um die Einheit des Verbandes ging. Die notwendigen Formalien füllten den Rest des Tages aus. Eine wichtige Satzungsänderung, die die Aktionsfähigkeit des Verbandes erhöht, wurde angenommen. Unter Leitung des Vizepräsidenten der Großloge für Deutschland U.O.B.B., Rechtsanwalt Dr. Benno Walter, erfolgte sodann die Wahl des Vorstandes, da die bisherige Verbandsleitung zurückge- SSL KUNST-GEWERBE-HAUS •UHiiiiniiiiiiiiiiiinMiiiuninnniMiiiiiiiiniiiiiiniiiinfiiiiiiiMiiiiunifiniiiiiinniuiiiiiiiiiiuiiniiniinniiiitniuuiuiiiiiutiiniuuuiiiiiiiiiiiniiiuiiuiniininununnniinnniiniiiiiiiiniinniniiiuniiititiüUiituuuiiiiiiuiiniiiiiiiiitiiiiuiiiiiiuitiiniiuuuHnniu''