Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 12 (15.6.1930)
- Article
- Vorfahren und Nachfahren [Rezension]
- Date
- 1930-06-15
- Page
- Seite 195 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 12 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 195 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hof ■ HU _ _ m I Bestellen Sie bitte ln miHSDurtci^——^ es zählt zwar die Familien- und Ortsnamen auf, aber ohne Hinweis auf Seitenzahl oder Nummer, erspart also die Sucharbeit nicht. Dagegen wäre für den wissenschaftlichen Benützer die Fülle der eingestreuten Spruchweisheit — auf Genealogie im allgemeinen bezüglich — entbehrlich gewesen. Durch eine bessere Editionstechnik hätte die Schrift ihrem Zweck, der Familienforschung Freunde zu werben, sicherlich noch mehr gedient. Straus. Die Liebe — nur eine Krankheit? Von vr. med. Waldemar Schweisheimer. 11.—20. Tausend. Über 300 Seiten mit Bildtafeln. Verlag Knorr & Hirth, 1930. Dieses Buch (das nur im Titel etwas Sensationelles hat, inhaltlich aber in allen Teilen eine ausgeglichene, besonnene Leistung von Wert ist) hat schon bei seinem ersten Erscheinen vor etwa eineinhalb Jahren überall starke Beachtung gefunden. Es erscheint jetzt in neuer Auslage, vom Autor gründlich überarbeitet und in vielem ergänzt: so geht er unter anderem auf die aussehenerregenden Schülerprozesse in jüngster Zeit ein, die für die sexuelle Verwirrung Jugendlicher besonders kennzeichnend sind. Das Werk unterscheidet sich von anderen Büchern ähnlichen Inhalts durch seine besondere Einstellung zum Seelischen. Wahre Liebe liegt nicht im Sexuellen, sondern im Seelenleben. Die Liebe ist auch keine Krankheit, wie manche Wissenschaftler gern wahr haben möchten, ebensowenig wie das Leben als solches eine Krankheit ist, wenn es auch zum Tode führt. Der Eindruck des Krankhaften wird nur manchmal durch Auswüchse, durch innere Hemmungen, durch — meist heilbare — Störungen im Seelenleben hervorgerufen. Die Liebe ist vielmehr das Ferment des Lebens, der Energiensammler der Seele, der Jungbrunnen des Organismus! Dieses Werk ist wirklich mehr als nur ein Buch über dis Ehe, weil es das ganze Gebiet der Liebe umfaßt von der Kindheit bis zum Alter. Für alles, was Schweisheimer vorbringt, führt er zahlreiche charakteristische Beispiele an, nicht nur aus der medizinischen Literatur, sondern sehr oft auch aus modernen Schriftstellern wie Hauptmann, Galsworthy, Shaw und auch der jüngsten (Glaesers Jahrgang 1902). Bei aller Einbeziehung der neuesten Forschungsergebnisse auf seelischem wie körperlichem Gebiet ist seine Sprache stets klar, allgemein verständlich und dichterisch beschwingt. „Die Liebe — nur eine Krankheit?" ist sicherlich das reistte Werk dieses heute wohl am meisten gelesenen medizinischen Schriftstellers. Wenn in unserer glücksarmen, verworrenen Zeit ein lebendiges, lebenbejahendes Buch Wege zeigen kann, so ist es diese besonnene Arbeit. F. Die Gesellschaft für jüdische Familienforschung versendet soeben das neueste, 21. Heft ihrer Zeitschriften dem diesmal sehr viele nichtdeutsche Juden zu Worte kommen. Prof. Schumann in Rom gibt Notizen über italienische Judenfamilien und ihre Stellung in Staat und Gesellschaft. — Dr. Sik (Zagreb) bereitet ein umfassendes Werk über die Juden in Jugoslawen vor und erbittet Angaben aller Art. — Arturo Bab (Rivera) erzählt auf Grund eines holländischen Reiseberichtes von 1683 sehr interessant von den wenig bekannten Judenfamilien in Indien, wo 800 Jahre hindurch in Cranganor ein unabhängiges jüdisches Königreich bestand, in das Juden aus allen möglichen Ländern, auch aus Deutschland, einwanderten. — Prof. K i sch (Köln) stellt Eduard Hanslicks jüdische Abstammung mütterlicherseits, die dieser selbst verleugnete, urkundlich richtig. — Jakob Böhr ergänzt die früher gebrachte Stammtafel der Familie Badt. — Dr. Flesch (Dolni Kounice) spricht von den Nachkommen des Gerfon Afchkenafi in Mähren, zu denen eine große Zahl böhmischer Rabbiner gehört, und Studienrat B l a ch (Berlin) gibt die dankenswerte Anregung, einmal eine Bibliographie der deutschen Literaturwerke zusammenzustellen, in denen jüdisches Familienleben geschildert wird. — Als ein Beispiel dieser Art gibt Dr. C z e l l i tz e r vom Standpunkte des Familienforschers eine ausführliche Analyse des Lewisohnschen Romans „Das Erbe im Blut". — Die Zeitschrift wird allen Mitgliedern der Gesellschaft für jüdische Familienforschung kostenlos zugestellt und ist nunmehr bereits in den sechsten Jahrgang getreten. Sie dürfte allen jüdischen Familienforschern zum unentbehrlichen Hilfsmittel geworden sein und kann auch nicht-jüdischen Genealogen nur angelegentlichst empfohlen werden. (Geschäftsstelle Dr. A. Czellitzer, Gesellschaft für jüdische Familienforschung, Berlin W 9, Potsdamerstraße 5.) Brennstoffe aller Reviere in erster Güte Aufträge für Augsburg an Frau Dr. Lehrburger, Augsburg, Kaiserstrafee 431/2 Bayer. Kolli Cll^Kontor b. H. Annastraße D217t Augsburg Fernruf 847, 867 Dentsche Mschenü Felix Brondner G.m.d.H. München, Thierschstr. 21 Tel. 237 08 Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabl Nachmittags Konzert. Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen. Mäßige Preise. Kein Eintritt. Kein Weinzwang Münchner Schreinerwerkstätten FÜR KUNSTGEWERBE E. G. M. B. H. Gediegenste Einzelmöbel, Ausstattzing kompletter Wohmmgen u. 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