Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 11 (1.6.1930)
- Article
- Hof a. d. Saale
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 157 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 177 Ihr Zuhause in Augsburg Hotel Bayerischer Hoff I Bestellen Sie bitte rechtzeitig. Fernruf22 war und soll für die Zukunft sein, jüdisches Wissen zu verbreiten, die Aneignung gründlicher Kenntnisse in der jüdischen Geschichte und im jüdischen Schrifttum zu veranlassen, die ewig bedeutungsvollen ethischen Werte des Judentums und seiner Einrichtungen aufzuzeigen. Einweihungsfeier des Landesheims des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden Am Sonntag, dem 18. Mai 1930, fand in Würzburg die Feier zur Einweihung des Erweiterungsbaues des Landesheims des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden statt. Das Landesheim, das in erster Linie zur Aufnahme dauernd kranker und siecher Pfleglinge bestimmt ist, wurde im Mai 1926 im Isolierbar: der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung in Würzburg eröffnet. Das Haus konnte 24 Pfleglinge aufnehmen. Die vielen Gesuche, die nach der Belegung des Hauses keine Berücksichtigung mehr finden konnten, zeigten bald, daß weitere Möglichkeiten der Unterbringung alter und kranker Personen aus dem Lande geschaffen werden mußten. Auf der Tagung des Verbandes im Juli t£,* «gSTJSr ■TB ■ 1929 wurden dann die Mittel bewilligt, die es der Verwaltung der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung ermöglichten, den Erweiterungsbau des Landesheims in Würzburg zu errichten, der jetzt fertiggestellt ist. In ihm können ebensoviele Pfleglinge Aufnahme finden, wie im alten Bau, so daß im ganzen das Landesheim nun etwa 50 Insassen haben wird. Das neue Haus, das von Architekt Eckert entworfen ist, ist ein moderner schöner Bau in Art eines guten Sanatoriums. Die Zimmer (Einzelzimmer) sind geschmackvoll eingerichtet. Jedes Zimmer hat Dampfheizung, fließendes warmes und kaltes Wasser und einen Balkon, der ebenso, wie die große Dachterrasse des Hauses auf den schönen Garten der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus- Stiftung geht. Zu der Eröffnungsfeier waren Vertreter der Verwaltung der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung, der Verbandsleitung, der Gemeinde Würzburg, des Magistrats, der Kreisregierung und des Ministeriums geladen. Der Vorstand der Verwaltung, Herr Buxbaum, begrüßte in einer Ansprache die Gäste und sprach allen, die zur Schaffung des Heims beigetragen haben, wärmsten Dank aus. Er gedachte besonders der Verdienste, die sich der verstorbene Kommerzienrat Rosenthal als Vorsitzender der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung um die Schaffung des Neubaues erworben hat. In weiteren Ansprachen des Rabbiners, des Verbandspräsidenten, des Vertreters des Magistrats Würzburg, der Regierung von Unterfranken mib anderer Herren wurde von der Eigenart des Heims und seiner Bedeutung für die Insassen gesprochen. Eine Führung durch das Haus schloß sich an die Eröffnungsfeier an. Danach waren die Gäste von der Verwaltung der Israelitischen Kranken- und Pfründnerhaus-Stiftung zu einem Festessen eingeladen. Nach der Feier war Gelegenheit zum Besuch einzelner Insassen des Heims. Es sind zumeist sehr alte und zum Teil kranke bettlägrige Leute, die hier Aufnahme gefunden haben. Sie versichern alle, daß sie glücklich sind, nun in ihren alten Tagen ein ruhiges, sorgenfreies Leben im Heim zu haben, und daß sie sich sehr wohl dort fühlen. Und man sieht ihnen an, welch großer Segen das Heim für sie alle bedeutet. Dr. Emmy Strauß. Laudenbach bei karlssiadt. Am Lag B'aumer (16. Mai) feierte unser Lehrer Herr Hirsch Oppenheimer sein 25jähriges Amtsjubiläum als Kantor, Schachet und Verwalter des Israelitischen Distriktsfriedhofs und gleichzeitig das Fest der Silbernen Hochzeit mit seiner Gattin Ricka, geb. Blumenthal. Vor Eingang des Freudentages ehrten die Schulkinder den Jubilar in seiner Wohnung durch einen Prolog. Nach dem Abendgebet in der dicht besetzten, festlich geschmückten Synagoge fand ein Festgottesdienst statt. Seine Ehrw. Herr Distriktsrabbiner Dr. Hannover (Würzburg) und von der Ortsgemeinde der Gemeinderat mit den Herren Bürgermeister Pfrenzinger und Schmitt nahmen an der Feier teil. Auch die Einwohnerschaft beteiligte sich zahlreich. Kultusvorstand Nathan Adler schilderte in kurzen Worten die Amtstätigkeit des Jubilars und wünschte seinem weiteren Wirken Glück und Segen. Herr Distriktsrabbiner Dr. Hannover gab seine Freude darüber zum Ausdruck, daß er heute seinem pflichtgetreuen und frommen Beamten und Kollegen für die arbeitsfreudige Hingabe danken dürfe. Denn 25 Jahre als Lehrer in einer Kultusgemeinde zu fein und die Wertschätzung aller zu gewinnen, sei eine besondere Leistung. Auch Frau Oppenheimer als der braven, frommen, echt jüdischen Frau galten seine Wünsche. Als Vertreter der Israelitischen Filialkultusgemeinde Karlsstadt gratulierte Herr Willi Süsser. Auch der Israelitische Wohltötigkeitsverein Laudenbach gedachte seines Jubilars in den beredten Worten seines Vorstands, des Herrn Jakob Hirschenberger. Der Vertreter der Israelitischen Distriktsftiedhofverwaltung, Herr Aron Siegel (Laudenbach) beglückwünschte mit Dankesworten den Gefeierten für die langjährige schwere mühevolle Arbeit als Friedhof-Verwalter. Die Ortsgemeinde Laudenbach überbrachte mit den vortrefflichen Worten des Herrn Bürgermeisters Pfrenzinger Dank und Glückwunsch. Dem Jubilar wurde als treuen Religionslehrer das Ehrenbürgerrecht unter Überreichung einer prachtvollen Urkunde verliehen. Herr Oberlehrer Weigand und Herr Lehrer Schmitt brachten mit Dankesworten die Freundschaft der bisherigen Lehrerschaft zum Ausdruck. Inzwischen hatte sich auch der Herr Pfarrer Scheurich in die Lehrerwohnung eingefunden und beglückwünschte das Jubelpaar aufs herzlichste. Mit besonderer Freude gereiche es ihm das gute Einvernehmen der beiden Konfessionen zu bekunden. Reichen Anteil daran gebühre in erster Linie dem Jubilar. Die verschiedenen Vereine Laudenbachs trugen ihr Bestes zur Verschönerung des Festes bei. Mit gerührten Worten dankte der Jubilar für alle Ehrungen. Die Feier wird der Gesamteinwohnerschaft stets in Erinnerung bleiben. Aron Siegel, Laudenbach. Der Schochtrmverband Bayerns bittet seine Mitglieder um zahlreiches Erscheinen zu der am 9. Juni, vormittags 9.30 Uhr. stattfindenden Gründungsverfammluna des Reichsverbandes der Schochtim. Die Versammlung findet in Mainz im Gemeindesaale der Religionsgesellschaft statt. £ i!r;.l Hofirat Dr. Zucker