Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 10 (15.5.1930)
- Article
- Die Zahl der jüdischen Studierenden in Deutschland
- Date
- 1930-05-15
- Page
- Seite 141 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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160 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 unter 5515 Studierenden 193 (3,50%) Juden, 157 m., 36 w.; Medizinische Akademie Düsseldorf unter 230 Studierenden 12 (5,22%) m. Juden; Königsberg unter 2681 Studierenden 83 (3,10%) Juden, 55 m., 28 w.; Marburg unter 3315 Studierenden 29 (0,87%) Juden, 22 m., 7 w.; Münster unter 3993 Studierenden 16 (0,40%) Juden, 9 m., 7 w.; an allen preußischen Universitäten studieren demnach unter 52 883 Studierenden 2675 (5,08%) Juden. Bayern: Erlangen unter 1692 Studierenden 26 (1,54%) Juden, 20 m., 6 w.; München unter 8400 Studierenden 244 (2,84%) Juden, 174 m., 68 w.; Würzburg unter 2713 Studierenden 116 (4,28%) Juden, 92 m., 24 w.; in ganz Bayern also unter 12 905 Studierenden 384 (2,98%) Juden; in Sachsen (Universität Leipzig) waren unter 6387 Studierenden 208 (3,26%) Juden, 166 m., 42 w.; in Württemberg (Tübingen) unter 3086 Studierenden 18 (0,58%) Juden, 14 m., 4 w.; Baden: Freiburg unter 3470 Studierenden 131 (3,78%) Juden, 78 m., 53 w.; Heidelberg unter 2999 Studierenden 182 (6,07%) Juden, 119 m., 63 w.; Thüringen (Jena) unter 2789 Studierenden 27 (0,97%) Juden, 23 m., 4 w.; Hessen (Gießen) unter 1686 Studierenden 42 (2,49%) Juden, 35 m., 7 w.; Hamburg unter 3364 Studierenden 145 (4,31%) Juden, 99 m., 46 w.; Mecklenburg-Schwerin (Rostock) unter 1374 Studierenden 12 (0,87%) Juden, 9 m., 3 w. d) Technische Hochschulen An den Technischen Hochschulen des Deutschen Reiches studierten insgesamt 22 650 Personen (21992 m., 658 w.), unter ihnen 547 (2,42%) Juden (520 m., 27 w.). Auf Preußen entfielen unter 8595 Studierenden 350 (4,07%) Juden, 338 m., 12 w.; davon Aachen unter 1027 Studierenden 16 (1,6%) m. Juden; Berlin unter 5041 Studierenden 300 (5,95%) Juden, 291 m., 9 w.; Breslau unter 622 Studierenden 23 (3,70%) Juden, 20 m., 3 w.; Hannover unter 1905 Studierenden 11 (0,58%) m. Juden. Bayern (München) unter 4019 Studierenden 35 (0,87%) Juden, 32 m., 3 w.; Sachsen (Dresden) unter 3407 Studierenden 40 (1,17%) Juden, 35 nt., 5 w.; Württemberg (Stuttgart) unter 2039 Studierenden 23 (1,13%) Juden, 20 m., 3 w.; Baden (Karlsruhe) unter 1287 Studierenden 44 (3,42%) Juden, 43 m., 1 w.; Hessen (Darmstadt) unter 2323 Studierenden 44 (1,98%) Juden, 42 m., 2 w.; Braunschweig unter 980 Studierenden 11 (1,12%) Juden, 10 m., 1 w. Auch der Rabbinerberuf ist überfüllt Eröffnung des Sommersemesters 1930 an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums Die Eröffnung des Sommersemesters 1930 an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin fand am Montag, dem 28. April, im vollbesetzten großen Hörsaale der Hochschule statt. Der derzeitige Vorsitzende des Dozentenkollegiums, Dr. Chanoch Albeck, wies auf den erfreulichen Aufschwung, den die Hochschule in den letzten Jahren genommen hat, insbesondere auf das immer stärkere Anwachsen der Hörerzahl, hin. Er schloß an die Begrüßung der Studierenden einen wissenschaftlichen Vortrag über die Beziehungen der apokryphischen Literatur zum rabbinischen Schrifttum. An einem Spezialfall, der der Untersuchung der halachischen Auffassungen im Buche Tobit galt, wies Dr. Albeck nach, daß es unerläßlich ist, zum Verständnis und zur Beurteilung dieses großen Problemgebietes, zu dem auch das Neue Testament in seinen wesentlichen Bestandteilen gehört, die alte rabbinische Literatur heranzuziehen, eine Arbeit, die erfreulicherweise neuerdings mehr und mehr auch von christlichen Theologen in Angriff genommen wird. Neueingetreten in die Hochschule sind 25 Studierende, fast alle aus Deutschland. Diese Überfüllung der jüdisch-theologischen Laufbahn ist eine Folge davon, daß vor mehreren Jahren für den Beruf des Rabbiners wie des akademisch gebildeten Religionslehrers lebhafte Propaganda gemacht wurde. Sie birgt die Gefahr in sich, daß die in der Ausbildung befindlichen jüngeren Kandidaten kein Unterkommen mehr finden werden. Wenn man erwägt, daß in Deutschland im Durchschnitt jährlich zehn Rabbinerstellen zu besetzen sind, daß der Zustrom zu dieser Laufbahn von etwa 1925 ab an allen drei deutschen Anstalten ununterbrochen zugenommen hat, und daß die Ältesten dieser Kandidaten in absehbarer Zeit ins Amt treten werden, so kann zur Stunde nicht nachdrücklich genug vor dem Ergreifen der theologischen Laufbahn gewarnt werden. Der vielleicht augenblicklich noch vorhandene Mangel an Bewerbern wird in absehbarer Zeit behoben, in wenigen Jahren aber wieder durch einen Überfluß abgelöst sein. Wie sich die jetzt durch Erlaß des Ministers genehmigte Wahl von jüdischer Religion als Prüfungsfach für das höhere Lehramt auswirken wird, bleibt abzuwarten. MÜNCHEN HOTEL EUROPXISCHER HOF BES. 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