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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-05-01 · 9 (1.5.1930) · p. Seite 125

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
9 (1.5.1930)
Article
[Ohne Titel]
Date
1930-05-01
Page
Seite 125 (sequence 2)
Language
German
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142 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 11 TÖLZ ' ' ' Park-Hotel: Karpension flellmaon: Modern / Behaglich / Bequem / Kaffee / Festaurant / Bierklause / 5-Uhr-Tee / Tanzabende Fernruf 99 und 109 Streng rituell unter Aufsicht Sr. Ehrw. Herrn Kabbiner Dr. Ehrentreu, München, bietet Ihnen bei mäßigen Preisen das Beste an Unterkunft und Verpflegung. Fernruf 316 zeugten von gründlicher Pflege des Gesangs und der Musik. Der Absolvent Obernüörfer richtete namens seiner Kameraden Worte des'Dankes an die Anstalt und ihren Lehrkörper. Studiendirektor Prager sprach über die erzieherische Bedeutung der Jahresschlußseiern für die Jugend als Quelle neuer Schaffensfreude und würdigte das dichterische Schaffen Walthers von der Vogelweide. Im Anschluß daran erörterte der Anstaltsleiter die Ausgabe des geschichtlichen Unterrichts im Rahmen der realistischen Schule. Der Redner schloß mit der an die Absolventen gerichteten Mahnung, sich durch ihr Tun als hingebende Glieder unserer Religionsgemeinschaft und als Mitarbeiter an der deutschen Kultur zu erweisen. Der Vorsitzende des Kuratoriums der Anstalt, Herr I. L. Weiskops, gedachte der vor kurzem verstorbenen Gönnerin der Schule, Frau Zimmer, und des im Winter verschiedenen Professors Dr. Herzstein, dessen Kraft 41 Jahre lang dem fremdsprachlichen Unterricht der Israelitischen Realschule gewidmet war. Der Redner begrüßte alsdann die Ehrengäste, insbesondere den Vertreter des Stadtrates Fürth, Herrn Kommerzienrat Morgenthau, der vor 68 Jahren bei der Gründung der Anstalt ihr Schüler wurde. Hierauf folgten Worte des Dankes an die Israelitische Kultusgemeinde Fürth und an den Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden sowie an alle Freunde und Gönner der Schule. Mit der ersten Strophe des Deutschlandliedes schloß die Feier. Aus der Gemeinde Bamberg Kantor und Hauptlehrer Karl Klestadt. In der Nacht vom 1. zum 2. April ist der Mund des vierjährigen Vorsängers der Kultusgemeinde Bamberg verstummt für immer und ewig. Nach kurzer Krankheit ist er seiner Familie und seinem Berufskreise im 67. Lebensjahre entrissen worden. Geboren in Geseke (Kreis Arnsberg), hatte er das Lehrerseminar in Münster absolviert, dann ein Jahr in Gelsenkirchen amttert und wurde, nachdem er bei dem berühmten Kantor Berggrün in Hannover seine schöne Tenorstimme geschult hatte, 1887 nach Bamberg berufen. Was er hier geworden und geleistet, das brachte der ihm von der Verwaltung und dem Rabbinat in der Zeitung gewidmete Nachruf zusammenfassend zum Ausdruck: „Herr Hauptlehrer Klestadt hat über vier Jahrzehnte in unserer Kultusgemeinde als erster Kantor gewirkt und was er zur Verschönerung unseres Gottesdienstes durch Schaffung des Synagogenchores, was er als Jugendbildner in dieser langen Zeitspanne für unsere Jugend geleistet hat, setzt ihm in unserer Gemeinde ein dauerndes Denkmal. Unser inniger Dank ist ihm über das Grab hinaus gesichert" Die Beisetzungsfeier, die am Vorabend des „großen" Sabbats stattfand, war eine ergreifende Kundgebung der Teilnahme und Wertschätzung in weiten Kreisen. Nachdem der Synagogenchor an der Bahre seines Begründers durch den Sang von der raschen Vergänglichkeit des Menschen (Enosch k'chozir jomow) die Herzen der versammelten Trauergemeinde gestimmt hatte, erösfnete Rabbiner Dr. Katten die Reihe der Trauerreden mit dem Ausruf: „Gnade mir, o Ewiger, denn tiefbetrübt bin ich, heile mich, denn es bebt mein Inneres." Er charakterisierte treffend den Verblichenen in den Grundzügen seines Wesens als einen Mann, der ohne Anspruch auf Beachtung seiner Person gerade darum durch die Eigenschaften seines Karl Klestadt gütigen Herzens sich die allgemeine Achtung und Beliebtheit erworben, und schilderte die Bedeutung seines Verlustes für Gemeinde und Familie. Das Trostwort lautet: „Gott ist unser Helfer und der Herr hat Auswege des Todes." — Hierauf charakterisierte ergänzend der Rabbiner i. R. Dr. A. E ck ft e i n — mit Anknüpfung an die im laufenden Schriftabschnitt enthaltene Lehre vom Opferdienst, der seit der Zerstörung des Zionsheiligtums durch das Gebet als den wertvolleren Gottesdienst des Herzens ersetzt ist — den Heimgegangenen in seinen amtlichen Dienstleistungen als Vorsänger und Religionslehrer und rief demselben als dem verständnisvollen Mitarbeiter im Berufe, dem treuen Weggenossen und nie versagenden Freunde seines Hauses wehmuterfüllte Worte des Abschieds und Dankes nach in die Ewigkeit: Herr Synagogenvorstand Julius Wassermann — in Vertretung des verhinderten Gemeindevorsitzenden — sprach aus der Seele des Vorsängers, der dem Gemeindegottesdienst Weihe und Wärme verliehen, das Psalmwort: „Singen will ich dem Ewigen, solange ich lebe, lobpreisen meinen Gott, solange ich da bin," und brachte den Dank der Gemeinde und ihrer Verwaltung zum rührenden Ausdruck. Studiendirektor Dr. Schübel fand schöne Worte der Anerkennung im Namen des Mädchenlyzeums und der Oberrealschule. Nachdem der Synagogenchor die Gemüter erhoben durch den Trostgesang aus der Liturgie der Seelenfeier, wurde die Staubeshülle des Entschlafenen zu Grabe gleitet, wo Lehrer S ch a p i r o im Namen der Standesgenossen die letzten Grüße nachrief und als Vorsitzender des Liederkranzes Ober- ^Lutoriiierte? Electrola ColmntHfl Odeon Grammoplion Parioption DSW. SCHRAMM Sleinway & Sons innen Feirich Tonrmer ^München Rosenstraße 5 nsw. 105507

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