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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-04-15 · 8 (15.4.1930) · p. Seite 107

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
8 (15.4.1930)
Article
Die Vorträge von Dr. Steinberg
Date
1930-04-15
Page
Seite 107 (sequence 2)
Language
German
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122 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 8 Palästina übertragen wollen? Schon hat eine blutige bittere Lehre gezeigt, daß nicht der rechte Weg eingeschlagen ist. In dem Vortrag über „Sozialismus" fordert der Redner, Tageswirken, Wirtschaft, Politik und Geist in'Einklang zu bringen mit der Moral. Als große ethische Bewegung ist der Sozialismus entstanden, groß in seinen Forderungen, groß in seinen Idealen. Umstoßen wollte er die bestehende Ordnung, die keine Ordnung ist, umwälzen das Leben, das falsch und nichtig. Groß ist der Sozialismus geblieben, aber nicht im Ethos, nur in der Organisation, seine Forderungen sind klein, sind Tagesfragen geworden. An das, wogegen er einst protestierte, hat er sich angepaßt. Laut und stürmisch ist der Bolschewismus, groß sind seine Worte, doch klein auch seine Ziele, seine Ideale Tagesbefriedigungen. Und auf dem Wege dahin macht er die Menschen zu Knechten, ihren eigenen Willen, ihre persönliche Lebensanschauung und Lebensformung schließt er aus. Nur Freiheit läßt volles, wahres Leben entstehen. Zu freiem Menschentum wollen wir Juden uns bekennen. Helene Naß. ttus der Semeinde Augsburg Israelitischer Religionsunterricht in Augsburg Über den ersten Elternabend am 6. März wurde schon in der vorigen Nummer berichtet. Herr Rabbiner Dr. Jacob hat unter 31. März ein Rundschreiben an die Eltern der israelitischen Schulkinder in Augsburg gehen lasten; darin ist ein ausführlicher Bericht über den Seil der Veranstaltung gegeben, der bei einem der nächsten Elternabende die Grundlage einer eingehenden Diskussion bilden soll, und zwar war dieser Teil der Vortrag von Herrn Dr. Fränkl über die neuen Lehrpläne und Lehrbücher für den Religionsunterricht. Abdrucke des ausführlichen Rundschreibens mit einer Liste der Schulbücher für den Religionsunterricht in Augsburg nach dem Stand vom 1. Mai 1930 stehen durch das Rabbinat Augsburg auf Wunsch zur Verfügung. Wohllätigkeitskonzert in der Augsburger Synagoge Zum Besten erholungsbedürftiger Gemeindemitglieder veranstaltete der Israelitische Frauenverein Augsburg jüngst in der hiesigen, für musikalische Darbietungen akustisch vorzüglichen Synagoge ein lange in der Erinnerung an das Gehörte und Empfundene nachwirkendes Wohltäügkeitskonzert. Eine besondere künstlerische Note erhielt dasselbe durch die gastweise Mitwirkung des Jüdischen Gesangvereins München unter seinem erprobten Führer Kapellmeister Joseph Ziegler. Ob es sich in der klanggeschlossenen, technisch bis zur letzten Konsequenz der tonalen Sauberkeit vorgedrungenen Wiedergabe um liturgische Gesänge mit Kantorsolo und Orgel wie: „Ma towu" von Max Löwenstein, „Hajom Harras olom" von Emanuel Kirschner oder mit gesteigerter Schwierigkeit um den prächtig zu Gehör gebrachten a capella-Kfjor „Ribono schel olom" von S. Almon handelte, endlich um den krönenden Abschluß bildenden Schlußchor aus Psalm 42 von Felix Mendelssohn mit Orgel, welche der Augsburger Organist der Synagoge, Herr N. Frei, meisterte, gewann der Hörer durch feinnervige Abtönung und intelligente Phrasierung den Eindruck höchst beachtlicher qualitativer Fähigkeiten des Chores der Münchener Gäste. In Erstaufführung von „Mo odom" mit Frau Sonja Ziegler als Sopranistin, Chor und Orgel von Joseph Ziegler, der in diesem Opus wirklich Empfundenes und Originelles zu künden hat, erwies sich der Komponist auch als schöpferische Persönlichkeit aus dem Gebiete liturgischer Gesänge. Äußer Herrn Otto Neuburger, der mit kultiviertem Tenor eine Arie aus „Samson" von G. F. Händel zu eindrucksvollem Vortrag brachte, und Frau Gertruds Maßer-München, die im Präludium für Violine und Orgel von G. Pugnani-Kreisler sehr geförderte violinistische Fähigkeiten einzusetzen verstand, traten auch die beiden Herren Kantoren M. Neu (München) und W. Heimann (Augsburg) gesangssolistisch in friedlichen Wettbewerb und bestätigten im Konzert alles das, was beide Gemeinden im Gottesdienst an ihnen schätzen, wenn der Gesang durch reifes technisches Können zum tonlichen und'stofflichen Erleben des Gesamtinhalts der jeweiligen Komposition wird. Ganz von selbst ergaben sich natürliche Höhepunkte im „Elohai neschomoh" und „Gebet" (Oberkantor Neu) und der Bariton-Arie aus „Elias" und „An den Wassern Babylons" von Dvorak (Kantor Heimann). Nach fast zweistündigem, erbaulichem Genuß schied die Gemeinde mit höchster Befriedigung von dem Wohltätigkeitskonzert des Israelitischen Frauenvereins Augsburg. L. Zollitsch. Israelilische üullusgemeinde Augsburg Rechnungsablage für das Iahr 1929 Kultus-Kasta-Konto Ausgaben Gehalt- und Entschädigungs-Konto: Ausbezahlt Versorgungs-Konto: Kosten der Beamtenversorgung Pensions-Konto: Anteil an den Versorgungskosten Chor-Konto: Kosten. Gottesdienst-Konto: Kosten.. . Gottesacker-Konto: Kosten. Lesezimmer- und Bibliothek-Konto: Kosten . . . Wohlfahrts-Konto: Zuweisung a. d. Wohlsahrtsstelle Bildungs-Konto: 3 Vorträge.. . . Beheizungs-Konto: Kosten. Beleuchtungs-Konto: Kosten.. Synagogen-Veleuchtungs-Konto: Kosten . . . . Ehrungs-Konto: Bedarf. Zinfen-Konto: Bezahlte Schuldzinsen. Versicherungs-Konto: Versicherungskosten . . . . Inserate- und Drucksachen-Konto: Kosten . . . . Beiträge- und Spenden-Konto: Subventionen usw. Gemeindehäuser-Konto: Haussteuer, Umlagen, städt. Gebühren, Heizungsanlage, Instandsetzungen usw. Schächtgebühren-Konto: Berufsgenossenschaft usw. . Regie-Konto: Bedarf .. Gebetbuch-Konto: Kosten. RM. 58343.74 „ 9 712.54 „ 990.99 „ 6192.75 „ 2 074.61 „ 1108.03 „ 1022.10 „ 4 200 — „ 1144.20 „ 3195.55 561.15 „ 780.04 „ 7 026.10 „ 6 407.29 „ 533.55 „ 1205.40 „ 1310 — „ 11790.17 264.30 „ 2 778.08 _„__105 — RM. 120 745.59 Einnahmen Umlagen-Konto: Eingänge .. Lohnsteuer-Umlagen-Konto: Eingänge. Gehalt-Konto: Vergütung . . . .. Vergütung der Regierung für Religionsunterricht . Schenodorgelder und Mizwohs in Kriegshaber . . Inserate- und Drucksachen-Konto: Rabatte . . . Konto vermieteter Plätze: 96 Herren- und 100 Frauenplätze. Gebetbuch-Konto: Verkaufte Bücher ...... Gebühren-Konto: Eingänge Schächtgebühren-Konto: Eingänge. Beleuchtungs-Konto: abgegebene Beleuchtungskörper Synagogen-Beleuchtungs-Konto: Gedächtnislichter Gemeindehäuser-Könto: Mieten usw. ...... Gottesäcker-Konto: Verkaufte Grabstätten und Fernsprechkosten . Gottesdienst-Konto: Zylinderkastenmiete . . . . Regie-Konw: Fernsprechgebühren Zinsen-Konto: Aus Hypothek, Effekten und Konto- Korrent . Lesezimmer- und Bibliothek-Konto: Verkaufte Bücher und Zeitschriften .. Betriebs-Konto: Fehlbetrag 1929 . RM. 92 576.72 „ 2 058.14 „ 5495.35 „ 1080 — „ 291.70 „ 243.80 4 642.— 115.40 2 514.— 1208.55 8.— 519.— 7 054.36 727.20 84.— 34.60 393.34 „ 65.- „ 1634.43 RM. 120 745.59 Augsburg, den 15. März 1930. Für die Verwaltung der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg Der Kassier: Max Schloß. T H A U S DER QUAL/JÄ7S ST OFFE^i > N. STARK & Ol . . j L MÜNCHEN KARLSPLATZ 5 NÜRNBERG „ LUITPOLDSTRASSE 11 J -----

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