Mannheim
Compact Memory

Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-03-15 · 6 (15.3.1930) · p. Seite 81

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
6 (15.3.1930)
Article
Hetzer Hildegard, Kindheit und Armut [Rezension]
Date
1930-03-15
Page
Seite 81 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2727810-2727900-2727906-2737487--05868-2737561
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 6 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 91 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hof VWM H IIMff ft^iliMi I Bestellen Sie bitte ■ 11 rechtzeitig. Fernruf22 mit der von uns an erster Stelle aufgeführten Frage befaßt. Ein Beitrag also zur Sinnerfasfung der Not, zu der Art wie die Not sich selbst v e r st e h t, und zu Sinn und Verstehen des Hilfsaktes wird nicht gegeben. Vielleicht ist auch, entsprechend der persönlichen Stellung der Verfasserin, ihrem Interesse an der geistigen Entwicklung des Kindes überhaupt, die Kinderpsychologie etwas zu ausführlich entwickelt. Die Verfasserin motiviert das damit, daß sie auf den verschiedenen Stufen und in den verschiedenen Weisen kindlichen Geisteslebens den Unterschied zwischen gepflegten und ungepflegten Kindern herausarbeiten will. Für Kind in Not nämlich setzt sie den Begriff „ungepflegtes Kind", eben in der Absicht, einen solchen Gesamtzustand analytisch zu erfassen. Trotz des vielfältigen Materials will sich eine Einheitlichkeit des Begriffes „ungepflegtes Kind" nach Ansicht des Referenten nicht ergeben. Es ist Aufgabe des Kritikers, Wünsche zu äußern. Dieser Pflicht ist der Referent nachgekommen: er möchte aber nicht verabsäumen, aus die außerordentliche Bedeutung dieses Buches, auf die Fülle von Beobachtungen und interessanten, in einem Referat natürlich nicht darstellbaren Einzelheiten hinzuweisen. Eliasberg. Kus der Gemeinde Müncken Lehrkurfe der Kultusgemeinde München Programm März—April 1930 I. Dr. XD. Eliasberg: Not und Fürsorge. Dienstag, 18. März, 20.15 Uhr, Bibliotheksaal, Herzog-Max-Straße 7. ' II. Sseder-Abend und Pefsach-haggadah. Ein Vortragszyklus. 1. Abend. Donnerstag, 20. März, 20.15 Uhr, Kunstgewerbehaus, Pfandhausstraße 7. Th. harburger: Die bildende Kunst am Ssederabend (mit Lichtbildern). 2. Abend. Donnerstag, 3. April, 20.15 Uhr, Kunstgewerbehaus, Pfandhausstraße 2. Rabbiner Dr. L. Baerwald: XDie entstand unsere Pessach-haggadah? 3. Abend. Donnerstag, 10. April, 20.15 Uhr, Kunstgewerbehaus, Pfandhausstraße 7. a) Rabbiner Dr. Finkelscherer: Der Ritus des Sfederabends. b) Prof. E. kirschner: Die Melodien des Sfederabends. III. Geh.-Rat Prof. Dr. XD. Silberfchmidt: Das Arbeilsrechl in Bibel und Talmud. Mittwoch, 26. März, 20.16 Uhr, Bibliotheksaal der Gemeinde, Herzog-Max-Straße 7. Gedenk-Tag Am 22. März jährt sich der Todestag von Frau Hedwig Stern. An diesem Tag gedenken chre Angehörigen und Freunde der Entschlafenen, die so früh die Ihren und den Wirkungskreis, in dem sie segensreich für die Allgemeinheit tätig war, verlassen mußte. Dr. Iizchok Steinberg Zu seinen Vorträgen in München am 22. und 23. März 1930 In Dr. Jizchok Steinberg wird die jüdische Öffentlichkeit einen besonders fesselnden und allgemein anerkannten Schriftsteller und Politiker eigener Art und besonderen Formats kennen lernen. Dr. Steinberg, 1888 in Denaborg geboren, genoß seine jüdische Erziehung im Haus seines Vaters, des Reb Sorach, eines bekannten Wilnaer Lamden und ausgezeichneten Kenners der neuhebräischen Literatur. Seine Mutter hat schon in ihrer Jugend hebräisch geschrieben und hat sich eine ungewöhnliche Kenntnis des Talmuds angeeignet. Steinberg absolvierte das Gymnasium in Pernoch in Estland. Er studierte dann an der Universität Moskau, von der er aus politischen Gründen relegiert wurde. Seine Studien beendigte er in Heidelberg. In der juristischen Fakultät der Universität dort promovierte er mit der Dissertation „Die Lehre vom Verbrechen im Talmud". Die Arbeit ist in der Kohlerschen Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft veröffentlicht. Steinberg hat später sein Staatsexamen in Moskau nachgeholt und sein jüdisches Wissen durch langjährige Studien bei seinem Lehrer Reb Salomon Rabnikov vertieft. In Sowjetrußland wirkte Steinberg einige Zeit als Justizminister, trat jedoch wegen prinzipieller Differenzen aus ethischen Bedenken zurück und widmete sich nunmehr wissenschaftlichen und literarischen Aufgaben. Sein deutsch geschriebenes Drama: „Der Dornenweg" wurde 1927 in Bremen aufgeführt und erhielt den Goethebund-Preis dortselbst. Steinberg ist Mitarbeiter zahlreicher amerikanischer und deuftcher Zeitungen. Sein ganzes Schrifttum zeugt von einer ungewöhnlichen Kenntnis der internationalen, politischen und geistigen Zusammenhänge. Die soziologischen Arbeiten Steinbergs über den Gang verschiedener Revolutionen sind berühmt und verraten den geschulten Historiker und Nationalökonomen. Ausstellung Segall Am 16. März eröffnete der Kunstmaler Segall, München, Friedrichstraße 29/1V, eine Ausstellung seiner Werke. Die Ausstellung ist auf drei Wochen berechnet und von 11—17 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Der Landesverband jüdischer Metzgermeisler in Bayern hielt am 2. März unter Leitung seines 1. Vorsitzenden, Metzgermeister Max Levi (München), seine diesjährige Hauptversammlung in Ansbach ab. Neben zahlreichen Mitgliedern waren auch Vertreter der Bayerischen Rabbinerkonferenz, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, des Bundes gesetzestreuer israelitischer Kultusgemeinden Bayerns sowie der Israelitischen Kultusgemeinde Ansbach erschienen. Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete die Lage, wie sie durch das vom Bayerischen Landtag beschlossene Betäubungsgesetz für die bayerische Judenheit und insbesondere für das jüdische Metzgergewerbe entstanden ist. Das einleitende Referat über diesen Punkt hielt der 2. Vorsitzende, Sally Weil (Nürnberg). In der Aussprache nahm die Frage der künftigen Fleischversorgung einen breiten Raum ein. Der 1. Vorsitzende, Metzgermeister Max Levi (München), berichtete über den Stand der Vorbereitungsmaßnahmen für die Sicherung der Fleischversorgung bei Inkrafttreten des Gesetzes. Der Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden habe im Benehmen mit der Bayerischen Rabbinerkonferenz einen Landesausschuß ins Leben gerufen, der feine Tätigkeit bereits begonnen habe. In engem Zusammenwirken mit den jüdischen Metzgermeistern würden die einschlägigen Fragen geprüft werden und es sei zu hoffen, daß es gelingen werde, durch Organisation der Fleischeinfuhr den Bedarf der jüdischen Bevölkerung überall im Lande rechtzeitig sicherzustellen. VrOLtWERCK l SCHOKOLADE-PRALINEN Bj

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.