Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 5 (1.3.1930)
- Article
- Jüdischer Literaturverein J. L. Perez, München
- Date
- 1930-03-01
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
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78 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 5 wußte interessant das Spezifische jeder einzelnen Stadt herauszuarbeiten. In Warschau herrschte das „pochete jüdische Gefühl, resultierend aus der Tatsache, daß für die 350 000 Juden, die dort wohnen, ihr besonderes jüdisches Sein eine Realität ist. Das Schul- und das höhere Bildungswesen der Juden sei ein selbstverständlicher Ausfluß dieser Gegebenheit. In Wilna, der altberühmten Hochburg jüdischer Geistigkeit, sei auch heute noch das Streben selbst der einfachsten Leute auf Erwerbung und Vertiefung jüdischen Wissens gerichtet. Es ist daher selbstverständlich, daß das Zentrum der jiddischistischen Intelligenz, das Jiddische Wissenschaftliche Institut, sich dort befindet und zu bedeutender Höhe entwickelt hat. Leider lägen in Krakau, das während seiner Zugehörigkeit zu österreichischungarischen Gesamtmonarchie eine Rolle als Vorort von Westgalizien inne hatte, die Verhältnisse nicht so günstig als in Warschau und Wilna. Die Assimilation an das Polentum sei sehr weit fortgeschritten und habe das selbständige geistige Leben der Krakauer uuden ertötet. — Die anregenden Ausführungen des Referenten aufgebaut auf eindringlicher Beobachtung und gründlicher Information und verarbeitet unter möglichster Objektivität, fanden reichen Beifall des interessierten Publikums. Th. H. Jüdischer Jugendverein München. I. Unsere Donnerstagabende bringen am >3. März einen Vortrag des Herrn Referendars Franz Prager über den im Mittelpunkt des heutigen Interesses stehenden „Fall Dreyfuß". Beginn: 20.30 Uhr. Lessingsaal. (Am 13. März fällt unsere Veranstaltung wegen des Purimfestes aus.) II. Unsere Arbeitsgemeinschaften werden wie bisher weitergeführt. Alles Nähere durch den Vereinsvorsitzendsn. III. Die Freitagabendfeiern finden regelmäßig Herzog-Max-Straße 3/1 um 20.30 Uhr st<dt. Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines Freitagabends versagt ist, sind herzlich eingeladen. IV. Die Heimnachmittage unserer Junggruppen finden jeden Samstag, Herzog-Max-Straße 3/1, statt, und zwar a) für die Jüngeren um 15 Uhr, d) für die Älteren um 17 Uhr. Jüdischer Frauenbund — Ortsgruppe München Donnerstag, 6. März, Frau Dr. Rahe! Straus leitet einen Diskussionsabend ein über die bisher behänderen Themen: Frauenprobleme, Familie und Beruf, Fragen der weiblichen Jv.gend. — Alle Abendvorträge finden in der „Concordia", Prannerstraße 4/0, abends 8 Uhr statt. Efra-Gruppe München. Am Sonntag, dem 9. März 1930, abends 7 Uhr, veranstaltet der Esra-München im großen Theatersaal, Reitmorstraße 7 (nächst Max-II-Denkmal), eine Purim-Feier unter Mitwirkung des Jüdischen Kammerorchesters (Leitung Heinrich Lamm). Gäste und Freunde herzlich willkommen! Kartenvorverkauf: Ewer-Buchhandlung, Ottostraße 2; Engelhard, Klenzestraße 34 und bei dem Kastellan der Synagoge, Herzog- Rudolf-braße 3. Mittwoch, den 12. März, 4 Uhr nachmittags, feiert der jüdische Lindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 1, sein Purimsest. Wer Interesse hat, ist eingeladen. Da wir nur wenig Platz haben, kann nur eine beschränkte Zahl von Karten abgegeben werden, die im Kindergarten täglich von 9 bis 12 Uhr zu bekommen sind. Eintritt für Erwachsene RM. 1.—, für Kinder RM. 0.50. Lus den baverifcden öemeinden Buttenwiesen, den 17. Februar 1930. Am Samstag, dem 15. d. M., feierte der 1. Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde, Herr Leo Reiter mit Frau, das silberne Hochzeitsfest. Der Jubilar wurde sowohl von der jüdischen als auch von der politischen Gemeinde, in der er seit vielen Jahren als Gemeinderat und -Kassier wirkt, sehr geehrt. Freudig begrüßt wurden in den letzten Wochen die vom Herrn Hauptlehrer Sonn veranstalteten Vortragsabende, an welchen derselbe zur Anregung eines jüdisch-geistigen Lebens über zwei interessante literarisch-wissenschaftliche Themen sprach. Das erste Thema lautete: „Erziehungsgrundsätze in Bibel und Talmud." Das zweite Thema behandelte die „Jüdischen Reisenden im Mittelalter". Fortsetzung auf Seite 81 '■ Unsere Spezialität in Gesellschafts- Kleidung exklusivster Verarbeitung und exquisiter Formen bringen wir zur Ballsaison in besondere Erinnerung Frack- oder Smokinganzug ganz auf Ia-Seide Hauptpreislage.RM. 380 Gesellschaflsanzug, schwarz, von RM. 260 an Geringe oder Mittelqualitäten führen wir nicht! Nur langjährig erprobte Qualitäten! Nur langjährig bewährte Spezialarbeiter! LOTZ & LEUSMANN München Perusastraße CAFE WINTERGARTEN Inhaber: Franz Schnabl Nachmittags Konzert. Äbends ununterbrochen Tanz 2 Kapellen. Mäßige Preise. Kein Eintritt Kein Weinzwang Neiiwäscb rei Felix G. m.u.H. 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