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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-02-15 · 4 (15.2.1930) · p. Seite 54

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
4 (15.2.1930)
Article
Friedhofsfrevel (Berichte des Schwabacher Tagblatts)
Date
1930-02-15
Page
Seite 54 (sequence 1)
Language
German
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60 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 4 Leo Stern München*Ostbahnhof 30 Jahre am Platze Kohlen O Koks Briketts Holz für Hausbrand, Gewerbe und Industrie Beste Kohlscheider und Rührer Änthrazite Fernsprecher 43333—36 Rus den bayerischen ßemeinöen Friedhofsfrevel (Berichte des Schwabacher Tagblatts) G e o r g e n s g m ü n ö, 22. Januar. Von gemeiner Hand wurden in der vergangenen Nacht im hiesigen israelitischen Friedhof Grabsteine umgeworfen und Grabsteinaufsätze demoliert. Ein von der hiesigen Kultusgemeinde requirierter Polizeihund hat zwar sofort die Spur ausgenommen, da aber schon mehrere Personen die Wegstrecke passiert hatten, hat der Polizeihund versagt, so daß bis jetzt der Täter nicht ermittelt werden konte. Die hiesige Ortsgruppe der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei hat auf Ergreifung der Täter eine Belohnung von 100 RM. ausgesetzt. Georgensgmünd, 2. Februar. Zu der bereits gemeldeten Friedhofsschändung aus dem hiesigen israelitischen Friedhof hat sich nun ein zweiter Fall angereiht; so wurden von Grabsteinen Platten losgelöst und mit unflättigen Worten beschmiert. Eine am vergangenen Mittwoch sofort gerufene Kriminalpolizeigruppe hat an Ort und Stelle Fingerabdrücke gemacht und mit zwei Polizeihunden gearbeitet. Die beiden Polizeihunde haben sonderbarerweise die gleiche Spur — wie der Polizeihund solche beim erstenmale nahm — wieder ausgenommen. Doch konnte ein positives Ergebnis zur Feststellung des oder der Täter nicht herbeigeführt werden. Hoffentlich wird es doch gelingen, des Täters noch habhaft zu werden. Die Verwaltung des israelitischen Bezirksfriedhofes Georgensgmünd hat auf die Ergreifung des oder der Täter der verschiedenen Friedhofsschändungen eine Belohnung von 300 RM. ausgesetzt. Ruvdfunkpolemik über Beamkenfreiheit zwischen Ministerialdirektor Dr. Badt und dem deukfchnalionalen Abgeordneten Dr. Deerberg Berlin, 2. Februar. Am Abend des 29. Januar fand eine Rundstunkübertragung der deutschen Welle Königswusterhausen statt, die aus die Sender Königsberg, München und Hamburg übernommen wurde. Es handelte sich um den sehr interessanten Versuch einer politischen Aussprache zwischen Vertretern entgegengesetzter Parteien über „Grenzen der staatsbürgerlichen Freiheit der Beamten". Es sprachen Senatspräsident Dr. Deerberg, Mitglied der deutschnationalen Fraktion des Preußischen Landtags, und Ministerialdirektor Dr. Badt, Mitglied der sozialdemokratischen Partei. Beide Gesprächspartner waren darin einig, daß der Beamte auch als Abgeordneter sich jeder Verunglimpfung des politischen Gegners enthalten müsse. Dr. Badt führte aus den letzten Jahren ein sehr interessantes Beispiel dafür an, wie weit die Verrohung des politischen Lebens fortgeschritten sei. Wenn zum Beispiel, so sagte er, ein Reichstagsabgeordneter, der bayerischer Beamter ist, glaubt, eine bestimmte Handlung eines preußischen Beamten in der schärfsten Form kritisieren zu sollen, so steht ihm selbstverständlich nichts im Wege. Daß in dem vorliegenden Falle jener preußische Beamte überhaupt nichts mit der kritisierten Handlung zu tun hatte, würde allenfalls dem Reichstagsabgeordneten den Vorwurf der Fahrlässigzeit zuziehen. Nun hat aber der bayerische Beamte statt sachlicher Kritik seinen Gegner dadurch zu verunglimpfen versucht, daß er von der Tribüne des Reichstags herab die Behauptung aufstellte, jener habe vielleicht während des Krieges noch in Galizien mit alten Hosen geschnorrt. Hier bemerkte Dr. Deerberg, er finde ein solches Verhalten jenes Abgeordneten „unerhört". Dr. Badt unterstrich das durch den Beweis, daß jener bayerische Beamte im Kriege reteniert wurde und es daher nicht einmal bis zur Etappe gebracht habe, während der von ihm angegriffene Beamte, wie der preußische Ministerpräsident in der nächsten Reichstagssitzung feststellte, schon bei den ersten Kämpfen im August 1914 an der Front verwundet und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden sei. Dr. Badt bemerkte ferner, in der Verurteilung jenes Vergehens könne er sich auch dadurch nicht beirren lassen, daß jener bayerische Beamte vor einigen Tagen Minister eines deutschen Landes geworden sei. Obwohl Namen nicht genannt wurden, war dem größten Teil der Hörer doch klar, daß es sich dabei um jenen Vorgang aus dem Jahre 1927 handelte, bei welchem der jetzige thüringische Minister Frick jene Angriffe gegen den preußischen Reichsratsbevollmächtigten Dr. Badt richtete, die dann der preußische Ministerpräsident Dr. Braun von der Tribüne des Reichstags aus aufs schärfste zurückwies. Man hat nichts davon gehört, daß Dr. Frick sich wegen jenes Verhaltens später entschuldigt hat. Nachdem er vor einigen Tagen zum Ersatzmitglied des Reichsrats ernannt worden ist, in welchem Dr. Badt als ein Vertreter Preußens fungiert, dürfte jener Vorgang noch weitere Folgen Fortsetzung auf Seite 64 4r Ein Hauch köstlich zarten 1 Parfüms schasst oft erst dieAtmosrha're des oöllkgen Wohlbehagens. Jede elegante Dame sollte darum nie aus ein individuelles, dezent, Parfüm verzichten. Nau's Parfümerie und Drogerie Maxkmiltansslraße 42, gegenüber dem Nationaltheater, hat stets alle Parfüms, wie auch Puder, Kölnisches Wasser usw. vorrätig, und wird Sie beim Einkauf so beraten und bedienen, daß Sie! wirklich zufrieden sind. JL ___ Deutsche Neuwascherei Felix Broniiner G.m.D.R. München, Thlerschstr. 21 Tel. 23708 Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech SroubWERcK l SCHOKOLADE-PRALINEN Bi

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