Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (1.2.1930)
- Article
- Der Senat der Münchener Technischen Hochschule setzt den Numerus-clausus-Beschluss des Asta außer Kraft
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 47 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 3 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 47 Von den 6ocksckulen Der Senat der Münchener Technischen Hochschule seht den Numerusvlausus-Beschluß des Asia außer Kraft München, 16. Januar. Der Asta (Allgemeiner Studenten- Ausschuß) der Münchener Technischen Hochschule hat im vergangenen Sommer einen Antrag der nationalsozialistischen Studenten auf Einführung des Numerus clausus für jüdische Studierende angenommen, obwohl dieser Beschluß der Würzburger Studentenverfassung widersprach. Der Senat der Technischen Hochschule hat nunmehr den Beschluß der Asta als unzulässig außer Kraft gesetzt. Wiener Tagung der deutschen Orientalisten und Allkestamenller Wien, 16. Januar. (ITA.) Die diesjährige Tagung der „Deutschen Orientalisten" findet in der Psingstwoche 1930 in Wien statt. Mit dieser Veranstaltung sind eine Mitgliederversammlung der „Deutschen Morgenländischen Gesellschaft" und eine Tagung des „Deutschen Palästina-Vereines", ferner eine Sondertagung der Alttestamentler Deutschlands verbunden. An allen diesen Tagungen nehmen jüdische Gelehrte Deutschlands teil. Ein Rundschreiben des Rektors der Frankfurter Universität Berlin, 16. Januar. Der Rektor der Universität Frankfurt, Prof. Küntzel, hat an sämtliche eingetragenen Korporationen und Vereine folgendes Rundschreiben gerichtet: „Ich weise wie mein Herr Amtsvorgänger, durch einige Ereignisse der letzten Zeit veranlaßt, mit allem Ernst darauf hin, daß jeder Mensch, welches immer feine Nation und Rasse, seine religiöse und politische Überzeugung oder sein Stand und seine Weltanschauung sein mag, voller Achtung wert ist, solange er sich diese nicht selbst durch seine Handlungen verscherzt. Allen Angehörigen unserer Universität mache ich diese Achtung jedes ehrenwerten Mitmenschen und seiner Überzeugung zur Pflicht." Vor einigen Wochen ist bekanntlich an der Frankfurter Universität die dortige nationalsozialistische Studentengruppe verboten worden. flus dem Verbände Bekanntlich wurden in der Weihnachtszeit auf dem israelitischen Friedh.of in Gunzenhausen 18 Grabsteine umgeworfen und zertrümmert. Die Bekanntmachungen der Kultusgemeinde, des Ersten Bürgermeisters von Günzenhausen und der Regierung von Mittelfranken sind im folgenden abgedruckt. Bekannkmachung der kullusgemeinde Gunzenhausen Aus dem israelitischen Friedhof wurden in einer der letzten Nächte von ruchloser Hand 18 Grabdenkmäler umgeworfen und beschädigt. Die israelitische Kultusgemeinde setzt hiermit eine Belohnung von insgesamt RM. 500.— (Fünfhundert RM.) für Len oder dichenigen aus, welche Angaben machen können, die es ermöglichen, daß die Täter der gerichtlichen Bestrafung zugeführt werden können. .Gunzenhausen, den 24. Dezember 1929. Die Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde Bekanntmachung des 1. Bürgermeisters Schandbuben blieb es Vorbehalten, unserer Stadt zu einer traurigen „Berühmtheit" zu verhelfen! In der Zeit vom 20. Dezember abends bis 23. Dezember morgens wurden im israelitischen Friedhose nicht weniger als 18 Grabsteine böswillig umgeworfen und dadurch teilweise zertrümmert. Die Tat ist für jeden, der nur Wallach-Kostüme fertig und nach Maß / Wallach, München an der Hauptpost noch einen Funken von Moral besitzt, gemein und niederträchtig. Die israelitische Kultusgemeinde hat für die Ermittlung der Täter eine Belohnung von RM. 500.— ausgesetzt. Auch die Stadt Gunzenhausen als solche hat ein sehr lebhaftes Interesse daran, die nichtswürdigen Täter baldmöglichst festgestellt zu wissen. Wir bitten deshalb dringendst jedermann, der Sachdienliches weiß, dies der Gendarmerie-Hauptstation Gunzenhausen, welche zur Zeit mit dem Ermittlungsverfahren betraut ist, mitzuteilen. Falls aus irgendwelchen Gründen dieser Weg nicht beschritten werden will, ist auch der Unterzeichnete Bürgermeister bereit, eventuell streng o e r tr a u l i ch e Information entgegenzunehmen. Gunzenhausen, den 24. Dezember 1929. Die Ortspolizeibehörde gez. Dr. Münch rechtskundiger 1. Bürgermeister. Bezirksamtliche Bekannkmachung Nr. 824. Gunzenhausen, 21. Januar 1930. Betreff: Beschädigungen im israelitischen Friedhof in Gunzenhausen Die Regierung von Mittelfranken, K. d. I., hat mit Entschließung v. 15. 1. 30 Nr. 2931 h 1 mitgeteilt: In einer der beiden letzten Nächte vor dem 23. Dezember 1929 wurden im israelitischen Friedhof in Gunzenhausen etwa 18 Grabsteine umgeworfen. Abgesehen von dem dadurch verursachten Schaden ist die in den letzten Jahren im Landgerichtsbezirke Ansbach wiederholt erfolgte Schändung israelitischer Friedhöfe und Gotteshäuser ein solch schmähliche Handlungsweise, daß auch die Allgemeinheit an einer baldigen Aufklärung dieser neuen Straftat interessiert ist. Für die Ermittlung oder sichere Ermöglichung der Ergreifung der Täter wird deshalb seitens der Regierung von Mittelsranken, Kammer des Innern, eine Belohnung von RM. 100.— ausgesetzt. Die Zuerkennung oder Verteilung dieses Betrages erfolgt unter Ausschluß des Rechtsweges durch die Regierung, K. d. I., Ansbach. Bezirksamt, Dr. S ch n e tz e r. MASKENBALL des Jüdischen Turn- und Sporf-Vereins Bar Kochba unfer dem Motto: „Vom nahen zum fernen Osten, die Narretei darf nicht viel kosten“ am Sonntag, dem 16. Februar 1930, abends 8 Uhr, in den Festsälen des „REGINA-PALAST-HOTELS11 Karten ä RM. 2.50 in den bekannten Vorverkaufsstellen