Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 3 (1.2.1930)
- Article
- Ork-Aktion in München
- Date
- 1930-02-01
- Page
- Seite 46 (sequence 2)
- Language
- German
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46 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 3 Wäscherei der Münchener Hausfrau Landwehrstraße 57/59 Rgb. Telephon 5 968 58 Zweigstellen: 1 Haushaltwäscherei - „Apollo“ Dachauer Straßei 9 Rgb. Telephon 52553 2 Baaderstraße 13 ■ Telephon 25702 3Gabelsbergerstr. 103 - Telephon 5 96491 Cafe Wintergarten Franz Schnabel Vollständig neu renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Abends Tanz Kapelle Jos6 Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht zumMlohren Allgäuer Alpen Fernsprecher 7 „Das vornehme bürgerliche Hotel“ Neuzeitlicher Komfort. Mäßige Preise. Das ganze Jahr geöffnet. Wintersport. Skikurse. RadioüHärinq BabHborplafz6.Tgl.597253-MÜNCHEN‘Filiale: Farberqrabe«?. Nähe Max-Monument, Maximiliansplatz, Obelisk oder Universität groß. Parterrewohnung oder Laden mit viel Nebenraum oder kleineres Haus für Vereinszwecke per bald zu mieten gesucht. Angebote u. Nr. 1048 an d. Anz.-Abt. d. Blattes 6efd)äftsnad)rid)ten Wir möchten auf die der letzten Nummer (15. Januar) beigegebene Bestellkarte der Firma E. Brader Hinweisen und die Gemeindemitglieder ersuchen, dieselbe baldmöglichst zurückzusenden. Die Firma Brader wird es sich angelegen sein lassen, nur erstklassige Mazzos und Pesachwaren zu liefern. Frau Martha Lamm, Bruderstratze 12/0 l., Fernruf 23901, beabsichtigt im Schuljahr 1930/31 einen Volkschulersahkurs (1. Klasse) mit 10—15 Wochenstunden durchzuführen und bittet, da wegen der durch behördliche Verordnungen beschränkten Schülerzahl nur wenige Kinder ausgenommen werden können, um baldige Anmeldung von Kindern, die aus gesundheitlichen Gründen die allgemeine Volksschule nicht besuchen sollen. komitee gebildet hat, das sich aus Angehörigen aller Gruppen der Münchener Gemeinde zusammensetzt, veranstaltete am Dienstag, 21. Januar, im Museumssaale einen Lichtbildervortrag. Nachdem Herr R.-A. Dr. Alfred Werner im Namen des einladenden Komitees den Abend mit einer kurzen Ansprache eröffnet hatte, referierte Herr Dr. Michael Traub (Berlin), der Generalsekretär des Ort, über „Jüdische Aufbauarbeit in der Werkstatt und auf der Scholle". Seine Ausführungen über die unvorstellbar schlimme wirtschaftliche Lage der europäischen Juden vor und nach dem Kriege, über die Art, wie die Gesellschaft Ort versucht, helfend einzugreifen, über die Notwendigkeit dieser Arbeit, ihre nächsten Aufgaben, Ziele und bisherigen Erfolge fanden allgemeine wärmste Anteilnahme. Eine Reihe von Lichtbildern unterstützte die Darlegungen des Referenten. Nach dem Vortrag forderten Herr Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Herr Justizrat Dr. Carl Blumenstein und in seinen abschließenden Worten auch Herr R.-A. Dr. Werner die Anwesenden aus, das große Werk des Ort mit allen Kräften zu unterstützen. Aus den bayerischen Gemeinden Augsburg. Herr Rabbiner Dr. Jacob teilt uns mit, daß er aus prinzipiellen Gründen noch niemals durchwandernden Personen, die für irgendwelche Zwecke oder für sich selbst Sammlungen veranstalten wollten, Empfehlungen gegeben hat und auch nicht geben wird. Leute, die sich auf ihn berufen oder gar Empfehlungen vorzeigen, sind bestimmt Schwindler und haben die Ausweise gefälscht. Herr Dr. Jacob bittet um gefällige Anfrage, wenn sich jemand auf ihn berufen sollte. Bamberg. Am Vorabend des Sabbats tWi bot die hiesige Synagoge den um solche Zeit ungewöhnlichen Anblick einer andächtig lauschenden Hörerschar. Gegenstand der Anziehung war die Antrittspredigt des neugewählten Rabbiners Dr. K a t t e n, der anknüpfend an das Einleitungswort des sabbatlichen Schriftabschnittes folgenden Gedankengang durchführte: Es gibt — nach der Bemerkung eines alten Schrifterklärers — einen dreifachen Zweck des Hervortretens, nämlich das Hervortreten zum Beten, zum Frieden und zum Kampf. Damit ist der dreifache Aufgabenkreis eines Rabbiners beschrieben: der religiöse, der soziale und der apologetische. Wenn jedermann in den Zusammenklang des Kulturschaffens feine eigene Note einfügt, ist der Friede nach innen und nach außen' am besten gewahrt. Für das Wirken eines Rabbiners in dieser Richtung zeigt der Schriftabschnitt zwei Führertypen in den beiden Patriarchensöhnen Juda und Joseph. Der erstere weist bei seinem Heroortreten aus einen. Greis und einen Jüngling hin, in denen das alte und das neue Judentum symbolisiert erscheinen, deren Seelen aneinander geknüpft bleiben und die darum nicht auseinandergerissen werden dürfen. Joseph aber tritt im Namen einer idealen Lebensordnung hervor mit der Erklärung: ich bin Euer Bruder, den Gott zur Lebenserhaltung vor Euch gesandt. Als gottgesandter Bruder kommt der Rabbiner zu einer Gemeinde, werbend um brüderliches Vertrauen und hoffend, daß daraus Verständnis und vielleicht auch Liebe entsprießen werde. — Die in edler Sprachsorm und mit warmem Herzenston vorgetragene Predigt weckte starken Widerhall in den Seelen der Hörer und befestigte in ihnen die Hoffnung, daß der neuberufene Rabbiner seiner Gemeinde ein Joseph sein werde, ein Mehrer religiösen Gutes. E. Schweinsurt. Bei der am 1. Dezember 1929 erfolgten Wahl der Vorstandschaft der israelitischen Kultusgemeinde wurde die alte Vorstandschaft, bestehend aus den Herren Justizrat Dr. M. Hommel, Nathan Stern, Salin Mars wiedergewählt. Am 15. Dezember 1929 erfolgte die Wahl der Verwaltungsmitglieder. Wiederwahl sämtlicher Mitglieder der vergangenen Wahlperiode: Justizrat Dr. B. Heßlein, Ludwig Silberstein, Isidor Mohrenwitz, Kommerzienrat I. Hirsch, Bernhard Schwarzenberger, Alfred Schelzer. SchochtimVerband Bayerns Die Herren Kollegen werden höflichst gebeten, die fälligen Mitgliedsbeiträge pro 1. Halbjahr 1930, sowie die noch rückständigen Beiträge für das 2. Halbjahr 1929 auf Postscheckkonto 36559, Amt Nürnberg (unter I. Lubinski) einzuzahlen. Schweinsurt, den 9. Januar 1930. Lubinski, Kassier. 2^227080