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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-01-15 · 2 (15.1.1930) · p. Seite 24

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
2 (15.1.1930)
Article
Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes : Vortragsfolge Januar 1930
Date
1930-01-15
Page
Seite 24 (sequence 1)
Language
German
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24 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 2 Ortsgruppe München des jüdischen Frauenbundes Vortragsfolge Januar 1930 Donnerstag, den 23. Januar 1930, abends 8 Uhr, Frau Hilde Landauer (Berlin): „Familie und Beruf". Donnerstag, den 30. Januar 1930, abends 8 Uhr, Mütterabend. — Frau Rosa Stadler: „Jugendliteratur". Beide Veranstaltungen finden im Condordialokal, Prannerstraße, statt. München. Kinderfest am Sonntag nachmittags halb 4 Ahr. Um den durch die Unruhen in Palästina geschädigten Kindern zu Helsen, veranstalten die jüdischen Schülerinnen des Luisengymnasiums und Lyzeums ein (parteilich vollständig unbeeinflußtes KinderfestamSonntag,den19. Januar1930,halb4Uhr, im Steinickefaal, Adalbertstraße 15, zu dem Me jüdischen Kreise Münchens herzlich eingeladen sind. — Die Leitung: Herta Auffeesser, Gabriella Rosenthal. — Kartenvorverkauf (Kinder Mark 1.—, Erwachsene Mark 1.50) in der Gemeindekanzlei. MÜNCHEN HOTEL EUROPÄISCHER HOF BES. OTTO LOCKERT Das vornehme Hotel direkt gegenüber dem Hauptbahnhof Südeingang Unter der derselben Leitung HOTEL DEUTSCHER HOF OTTO LÜCKERT 5 Minuten vom Bahnhof am Karlstor gelegen Kaffeedtestaurant * WelniRestaurant * Pfälzer Winzerstube Täglich nachmittags und abends Konzert Aus dem Diaspora-Judentum der römischen Kaiserzeit Berlin, 30. Dezember. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur behandelte der Berliner Theologe Prof. Hans Lietzmann ein bisher nur wenig erforschtes Kapitel der jüdischen Antike: Das Diaspora-Judentum der römischen Kaiserzeit. Er führte aus: Die hellenistische Epoche, die für das geistige Antlitz der gesamten abendländischen Kultur weit bestimmender gewesen sei, als die ihr voraufgehende griechische und römische Zeit, sei durch die religiösen Anschauungen und Gebräuche der über die ganze Mittelmeerwelt ausgebreiteten Juden aufs stärkste beeinflußt worden; ein Einfluß, der sich auch in dem werdenden katholischen Christentum Nachweisen lasse. Lietzmann charakterisierte dieses Diaspora-Judentum als eine religiös sehr aktive Gemeinschaft, die im Unterschied zu dem abge-. schlossenen Judentum des Talmuds eine äußerst erfolgreiche Werbung für ihren Glauben entfaltete. In den Paulinischen Briefen, in der früh-christlichen Gebetssammlung der Apostolischen Konstitutionen und in einer reichhaltigen Propagandaliteratur offenbare sich Wesen und Wirksamkeit dieses Judentums der hellenistischen Aera. Lietzmann vervollständigte dieses Bild durch die Ergebnisse der Ausgrabungen. Er zeigte in Lichtbildern jüdisch-hellenistische Synagogen und Katakomben, Sarkophage, Münzen und Schmuckstücke. die beweisen, daß dieses Diaspora-Judentum den für die griechisch-römische Kultur aufgeschlossenen Sinn mit zäher Treue gegen seine alte Religion und ihre heiligen Kulte verband. Wieder eine Friedhofsschändung Nürnberg, 29. Dezember. Wie aus Nürnberg gemeldet wird, wurde auf dem Israelitischen Friedhof in Gunzenhausen bei Ansbach eine neue Friedhofsschändung entdeckt. Man fand 18 zertrümmerte Grabsteine. Die Täter konnten noch nicht gefaßt werden. Auf ihre Ergreifung ist eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Alex Trier Am 3. Januar 1930 ist nach kurzer Krankheit in seiner Heimatstadt Aschaffsnburg das Mitglied der Tagung, Herr Alex Trier, im Alter von 63 Jahren verstorben. In ftischer Erinnerung sind noch die letzten Julitage des vergangenen Jahres, an welchen die Organe des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden sich zur Erfüllung bedeutungsvoller Aufgaben in der schönen Mainstadt versammelt hatten. Gerade jetzt, da wir trauernd seines Mzufrühen Scheidens gedenken, wird allen Teilnehmern wieder das Bild des weit über seinen lokalen'Wirkungskreis hoch angesehenen Mannes vor die Seele treten, der, wie immer, so auch bei diesem Anlaß die gastgebende Kuliusgemeinde als deren erster Vorsitzender aufs würdigste vertreten hat. In liebevoller Weise hat Alex Trier sich in die Geschichte des von chm feit nunmehr 16 Jahren vorbildlich geleiteten Gemeinwesens versenkt; in einer Begrüßungsrede verstand er der packende, mit einem gemütvollen Humor begabte Redner seinen Hörern die Früchte seiner Studien in vollendeter Art vorzutragen. Fortsetzung aus Seite 27 Cafe Wintergarten Franz Schnabel YoUständig neu renoviert (m. Parkettboden) neu eröffnet Nachmittags-Konzert / Äbends Tanz Kapelle Jos6 Zangelas Zivile Preise / Kein Weinzwang / Kein Eintritt Tassen und Portionen Kaffee werden verabreicht <Pefzmoden Wenn Sie an einen guten und preiswerten Pelz denken, dann denken Sie an sj. Ör/janskiJ X, JScdSöftn Reunauserstv. 29

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