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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1930-01-15 · 2 (15.1.1930) · p. Seite 20

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
6 (1930)
Issue
2 (15.1.1930)
Article
Ein Grundwerk der jüdischen Wissenschaft [Rezension]
Date
1930-01-15
Page
Seite 20 (sequence 2)
Language
German
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20 Bayerische Israelitische Gemeindezertung Nr. 2 Beleuchtungskörper hans endres Radio-Anlagen hochmodern und antik_/_Augsburg, AnnastraBe_ neuester Konstruktion Palästina in Midrasch und Talmud zeigen, wie die Vereinigung von modernen historisch-philologischen Methoden und dev organischen Vertrautheit mit dem alten rabbinischen Schrifttum höchst bedeutende Leistungen zeitigen kann. Im zweiten Band mit 21 Beiträgen stehen zum großen Teil Spezialaufsätze, wie sie, mach den zufälligen Arbeitsgebieten der Mitarbeiter, in den gewöhnlichen Festschriften und Zeitschriften isoliert nebeneinander Vorkommen: gelehrte Einzelarbeiten aus allen Gebieten und Zeiten. Es wird in dem Rahmen der Gemeindezeitung später an der Hand dieser sehr würdigen Festschrift noch gezeigt werden, welche neuen stofflichen Ergebnisse das große Sammelwerk bietet und von welchem Stand der so stiefmütterlich behandelten Wissenschaft vom Judentum es zeugt. L. F. Eduard vernstein Zu seinem 80. Geburtstag, am 6. Januar 1930 Im neuesten vierten Band der Enzyclopaedia Iudaica ist Eduard Bernstein ein Artikel gewidmet. Auch Chacham Bernays, der Lehrer von Samson Raphael Hirsch, steht in dem gleichen Band, ebenso sein älterer Sohn, Jakob Bernays, der große Altphilologe, nicht aber der jüngere Sohn von Chacham Bernays, der Münchener Literarhistoriker Michael Bernays, der Vorgänger von Franz Muncker. Das kommt daher, weil Michael Bernays dem Judentum den Rücken gekehrt hat. Auch Eduard Bernstein ist, wie er öfters bekannt hat, in den siebziger Jahren aus der jüdischen Gemeinschaft ausgetreten, hat aber wie Heine und ander deutsche Juden erklärt, er sei stolz darauf von Juden abzuftammen. Die C.-V.-Blätter widmen ihm Bild und ausführlichen Gedenkartikel; andere jüdische Blätter verschiedenster Richtung, folgen diesem Vorgang. Es hat noch kein Mensch entdeckt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit jemand in ein jüdisches Lexikon kommt oder draußen bleiben muß oder damit er einen Gedenkartikel verdient oder nicht. Sind jüdische Leistungen oder jüdische Abstammung, ist etwa das beispielkrästige Lebensschicksal ausschlaggebend? Eduard Bernstein gehört nach Leistung, Abstammung und Lebensgefühl, trotz seines Austrittes, zum Judentum. Das beweist außer seiner kongenialen Laffalle-Biographie aus dem Jahre 1919 feine ausgezeichnete Schrift „Von den Aufgaben der Juden im Weltkrieg" (1917). Diese Blätter haben die Flut der für den Tag geschriebenen Kriegsliteratur Überstunden und sind bis heute im besten Sinn zeitgemäß. Drei Hauptsätze aus dieser Schrift mögen hier Platz finden: „So wenig ich der zionistischen Abweisung der Assimilation der Juden an die Nationen, in deren Mitte sie leben, zuftimmen kann, so sehr hat mich stets der in so vielen Fällen mit der Assimilation verbundene Zug zu jener Art Anpassung an die Umgebung abgestoßen, der mit dem Ausdruck Rechnungsträgerei am zutreffendsten bezeichnet würde. Schlimmer als irgendeine mir noch so sehr widerstrebende politische oder religiöse Anschauung ist mir stets die Abwesenheit jeder solchen Anschauung, die in geistiger Trägheit oder kleinlicher Berechnung wurzelnde Gesinnungslosigkeit, das ideallose Dahinleben erschienen. Nicht, das Ziel der Zionisten, wohl aber die Tatsache, daß sie überhaupt em Ideal haben, das nicht lediglich in beschaulicher Mystik zerfließt, sondern tätige Hingebung erfordert oder zu ihr erzieht und seinen Anhängern zu großen schöpferischen Leistungen den Sinn und die Kraft gegeben hat, diese Seite des Zionismus ist es, die auf verwandte Empfindungen in mir stößt." Eoethe wird analysiert Von Arthur Das jüngste Buch von Felix Theichaber: „Goethe — Sexus und Eros" hat allgemeines Aufsehen erregt; Arnold Zweig hat es „eine großartige Aufhellung des Tatbestandes Goethe" genannt; unser Freund Rudolf Wassermann hat es vor kurzem in diesen Blättern (Nr. 20 vom 15. Oktober 1929) voll Begeisterung begrüßt. Gegen die These Theilhabers, Wassermanns und Zweigs, daß sich der Körper den Geist baue und daß Goethe hauptsächlich ein „Zyklotymiker" sei, haben sich gewichtige Stimmen erhoben. Der hervorragende Berliner Kritiker und Mitarbeiter der Enzyklopädia Iudaica Arthur Eloesser, der uns eben in seiner großen deutschen Eloesser Literaturgeschichte ein auch von Gundolf nicht übertroffenes Goethebild gegeben hat, stellt uns gegen die Auffassung in dem Buch von Theilhaber den folgenden Aussatz zur Verfügung. Die große Entdeckung von Freud hat schon begonnen an ihrem Erfolge zu leiden, und auch die bedeutenden Ergänzungen und Berichtigungen 'von Jung, von Adler haben sich so energisch durchgesetzt, daß sie von den Adepten der Psychoanalyse, der Individualpsychologie, oder wie die Lehre sich sonst nennt, mit einer iSkdortiihrtefperlkwfiitelie\ Eleclrola Colnmbia Odeon Grammophon Parlophon GSW. SCHRAMM Sfeinway & Sons mach Fenrich Tbflrmer Scbiedmayer usw.

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