Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 1 (1.1.1930)
- Article
- Die Not des jüdischen Künstlers
- Date
- 1930-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 1 Bayerische Israelitische Gemeindezettung 11 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hoff M A I Bestellen Sie bitte lll IlligSDUrgHMaaHMHBMBri rechtzeitig. Fernuf22 Hirsch, Egon Jacobsohn, Alexander Weinbaum, Margarete Fried, Gemeindebaumeister Beer, Dr. Margarete Edelheim. Sympathiekundgebungen hatten Prof. Albert Einstein und Prof. Georg Bernhard, M. d. R., geschickt. . Dem Ausschuß der „Gesellschaft von 1845" gehören außer Professor Max Liebermann und Generalintendant der Staatlichen Schauspiele Professor Leopold Jessner hervorragende Maler, Kunstschriftsteller, Bildhauer und Schauspieler an, so u. a. Generalmusikdirektor Leo Blech, die Schauspieler Kurt Bois, Alexander Granach, Fritz Kortner, Oberregisseur Emil Lind, Irene Triesch, ferner Persönlichkeiten wie Regierungsbaumeister Beer, Professor Georg Bernhard, M. d. R., Joseph Vudko, Dr. Emil Bernhard-Cohn, Adolf Donath, Prof. Dr. Ludwig Stein, Dr. Margarete Edelheim. Margarete Fried, Wilhelm Graetz, Prof. Heinrich Loewe, Arno Nadel, Dr. Max Osborn, Else Oppler-Legband, Jacob Pleßner, Dr. Carl Schwarz, Eugen Spiro, Georg Tietz, Louis Wolff u. a. m. an. Prof. Dr. Albert Einstein gehört ebenfalls dem Ausschuß an. Jüdische Frauenorganisationen Münchens Schwesternbund der München-Loge, Jüdischer Frauenbund, Jüdische Frauengemeinschaft, Israelitische Jugendhilfe und die Jesaia- Loge haben gemeinsam mit dem Jugendamt der Israelitischen Kultusgemeinde den seit einiger Zeit bestehenden Schularbeitszirkel zu einem Schülerklub ausgebaut, der unter geschulter Leitung täglich — Montag bis Donnerstag 3—6.30 Uhr und Sonntag Vormittag 9—12 Uhr, Herzog-Rudolf-Straße 1/1 geöffnet ist. — Die Schularbeiten werden überwacht, Handfertigkeiten gelehrt. Eine Leseecke soll eingerichtet, ein Stückchen Erde bepflanzt werden. Die Mitglieder des Klubs können an der Schülerturnstunde des Bar Kochba — Leitung Frl. Armbruster, diplomierte Gymnastiklehrerin — teilnehmen. Eine monatliche Gebühr von 4 RM. zahlen die Schüler bemittelter Eltern. Bielen Knaben und Mädchen ist hier die Möglichkeit gegeben, ihre Freistunden sinnvoll und kindgemäh unter zuverlässiger Leitung zu verbringen. Anmeldungen: Mittwoch 3—4 Uhr bei der Leiterin, Frl. Ellen Wolff, im Klub, Herzog-Rudolf- Straße 1. Jugendbücher, Handwerkszeug, Baukästen und Spiele in gutem Zustand werden im Klub gern entgegengenommen. Jüdischer Jugendverein I. Vortragsabende. Lessingsaal. 20.30 Uhr. 9. Januar: Frau Regina Schaalmann: Vortrag über „Rasse und Vererbung" (mit Lichtbildern). 1. Teil. 16. Januar: „über Rasse und Vererbung" (mit Lichtbildern). 2. Teil. 23. Januar: Dr. med. Marschütz: Vortrag über „Rassische Grundlagen und Erneuerungsmöglichkeiten der Juden". 30. Januar: Ordentliche Mitgliederversammlung. II. Arbeitsgemeinschaften: Bibliotheksaal. 20.30 Uhr. 1. Bibelkurs. Leiter: Präparandenlehrer H i r n h e i m e r. „Der Prophet Hosea". Alle 14 Tage. (7., 21. Januar.) 2. Diskussionsabende. Leiter: Dr. Siegst. Keßler. „Das Judentum und seine Umwelt." Alle 14 Tage. (14., 28. Januar.) III. Freilagabendfeiern. Die Freitagabendfeiern finden regelmäßig in der Herzog-Max-Straße 3/1 um 20.30 Uhr statt. (Leitung: Abwechselnd die Herren Lehrer Adler, Oberlehrer Dr. Keßler, Professor Dr. K l u g m a n n , Studienrat S ch a a l m a n n, Präparandenlehrer Hirnheime r.) Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind herzlichst eingeladen. IV. Junggruppe des JJV. Heimnachmittage jeden Samstag, Herzog- Max-Straße 3/1. a) für die Jüngeren um 15 Uhr, b) für die Älteren um 17 Uhr. Unsere Chanukkahfeier findet am 2. Januar 1930 statt. Wo? Natürlich im Lessingsaale, denn die Stätte unserer ernsten Arbeit soll Zeuge unserer würdevollen Festesfreude sein. Was bieten wir? D a s soll unsere Chanukkahüberraschung werden! Merkt euch auf dem neuen Kalender an: Am 2. Januar pünktlich um 20.30 Uhr: Chanukkahfeier des JJV.! Gäste und Freunde unserer Bewegung sind herzlichst willkommen. Eintritt frei! Augsburg. Am 1. Januar begeht der Schächtbeamte Herr Sali Cohen fein 25jähriges Amtsjubiläum in Diensten der Israelitischen Kultusgemeinde. Juden in der Medizin Augsburg. Am 12. Dezember sprach Herr Sanitätsrat Dr. Julius Raff auf Grund einer Einladung der Vereinigung für das liberale Judentum, des israelitischen Frauenvereins und des jüdischen Jugendvereins Augsburg über das Thema: „Juden in der Medizin." Schon im Alten Testament und im Talmud spielte die Gesundheitspflege eine große Rolle. Man denke an die Speisegesetze, an die vorgeschriebenen Waschungen, die Sabbathruhe, die Beschneidung. Wenn auch in Mitteleuropa die geschichtlichen Quellen der medizinischen Wissenschaft bis ins fünfte Jahrhundert zurückreichen, so beginnt doch eigentlich erst mit der Reformation die Überlieferung häufiger zu werden, während das eigentliche Studium überhaupt erst im neunzehnten Jahrhundert, dem Zeitalter des Rationalismus, anhebt. Von einem jüdischen Leibarzt hören wir erstmals um die Mitte des neunten Jahrhunderts. Darnach weist erst das fünfzehnte und die folgenden Jahrhunderte eine große Reihe jüdischer Ärzte, auch Ärztinnen, auf. Der Vortragende sprach dann von ihrer Stellung in den einzelnen Ländern und wies auf die Mediziner hin, die sich eines besonderen Ansehens erfreuten; so Jehuda ben Halevi und Maimonides in Spanien, Raschi in Franpreich. Besonders eingehend behandelte Herr Dr. Raff die Geschichte der jüdischen Ärzte in Deutschland. Da in Süddeutschland die Emanzipation erst spät eintrat, vermißt man hier ursprünglich auch hervorragende Gestalten. Erst nach 1848 nahm die Zahl der jüdischen Ärzte rapid zu, zumal den Juden eine Reihe anderer Berufe versperrt blieb. Von Kapazitäten wurden genannt: Traube, Senator, Weigert, Romberg, Mendel, Oppenheim, Hirschberg, Wassermann, Ehrlich, Israel, Jakobi, Freud, Hirschfeld, Gerson u. a. Die Anzahl der jüdischen Ärzte wird leicht überschätzt, da sie sich in den Städten zusammendrängen, während man sie auf dem Land kaum antrifft. Trotz der Übersetzung des Ärztestandes und der Möglichkeit eines Boykotts hegt aber Herr Dr. Raff für die Zukunft keine Befürchtungen, wenn die jüdischen Ärzte fortfahren, mit Eifer und Geschick ihren Beruf auszuüben. Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen des Vortragenden. Dr. R. Bellmann, Augsburg STOltWERCK l SCHOKOLADE-PRALINEN “I