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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-11-01 · 21 (1.11.1929) · p. Seite 357

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
21 (1.11.1929)
Article
Königshofen i. Grabfeld (Unterfranken)
Date
1929-11-01
Page
Seite 357 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 21 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 357 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hof mH aS M W W»^W I öSSlsIISN 8iS hlttS , > lllli'lilllffl—rechtzeitig. Fernruf 22 Weise hielten genannte Herren einen Rückblick über ihre einstige Tätigkeit in der Gemeinde. Das Gt!eshaus bildet nicht nur eine Zierde des sauberen Grabfeldstädtchens, sondern es ehrt die Gemeinde selbst, die alles daran setzte in ihrer Mitte ein solches Kleinod zu besitzen. Dank gebührt in erster Linie dem Verbände israelitischer Gemeinden Bayerns, der durch Zuweisung einer größeren Summe es überhaupt ermöglichte, das Gtteshaus in solch würdiger Weise neu erstehen zu lassen. Nicht minder Dank gebührt Herrn Kultusvorstand Karl Einstädter, der keine Arbeit und Mühe scheute und dessen Angaben viel dazu beitrugen, daß die Synagoge einen solch würdevollen Eindruck auf jedermann macht. Nicht zuletzt Dank dem derzeitigen Lehrer Herrn Heinz Heller Adler, der als anerkannter Meister auf gesanglichem Gebiete durch seine Kunst und als Dirigent des Chores ein gut Teil zur Verschönerung der Feier beitrug. Möge es der Kultusgemeinde, die den Sinn für alles, was das jüdische Herz bewegt, in die Tat umzusetzen versteht, vergönnt sein, auch das goldene Synagogenjubiläum festlich begehen zu können. Memmingen. In einer am Vorabend des Neujahrsfestes abgehaltenen feierlichen außerordentlichen Sitzung der Verwaltung, zu welcher auch die Kommissionsmitglieder des Lehrerwahlausschusses und der seitherige langjährige, nun in Ruhestand getretene Herr Lehrer Rosenblatt eingeladen und erschienen waren, wurde der neue Kultusbeamte der hiesigen Gemeinde, Herr Lehrer Emil Liffgens, seither in Rothenburg o.d.T., durch den ersten Vorsitzenden der Gemeinde, Bankier Karl Gerstle, in sein Amt eingeführt und auf treue und gewissenhafte Amtsführung durch Handschlag verpflichtet. Der Gemeindevorstand dankte auch bei dieser Gelegenheit dem verdienten seitherigen Kultusbeamten, Herrn Lehrer Rosenblatt für seine Dezennien währende gewissenhafte Amtsführung und wies in ausführlicher Rede Herrn Lehrer Liffgens auf die vielfältigen Aufgaben hin, die seiner in der Gemeinde harren, die ihm mit vollstem Vertrauen entgegenkommen. Als Hauptaufgabe bezeichnet« er die Förderung und religiöse Erziehung unseres wertvollsten Gutes, unserer Jugend, und die stete Erhaltung des Friedens in der Gemeinde, der hierorts von jeher trotz der Verschiedenheit der Anschauungen und der religiösen Einstellung immer gewahrt worden sei. Er beschloß seine Rede mit den besten Wünschen für eine segensreiche Tätigkeit des neuen Lehrers. Die sehr eindrucksvolle und feierliche Sitzung fand ihren Abschluß in einer gehaltvollen Antwort des Herrn Lehrer Liffgens, der zu- . sicherte, daß er jederzeit sein ganzes Können und Wissen zum Besten der Gemeinde einsetzen und bestrebt sein werde, die auf ihn gesetzten Erwartungen voll und ganz zu erfüllen. Pirmasens. Herr Curt Levy, Bankier in Berlin-Dahlem, am Hirschsprung wohnhaft, hat der hiesigen Kultusgemeinde aus Anlaß des 70. Geburtstages seines Vaters, des Herrn Leopold Levy, Privatmann in Pirmasens, ein prächtiges „Broches" zum Geschenk gemacht, das während .der hohen Feiertage seiner Bestimmung zugeführt wurde. Herr Bezirksrabbiner Dr. Meyer dankte in herzlichen Worten dem edlen Spender mit dem frommen Wunsche, daß der bekundete Edelmut des Spenders würdige Nachahmung finden 5lus der Gemeinde München Lehrkurse der Israelitischen kullusgemeinde München Die Lehrkurse der Israelitischen Kultusgemeinde München bringen in der Beilage dieser Nummer ihr Programm für die Monate November und Dezember. Sie wollen mit diesen Vortragsreihen aus verschiedenen Zweigen des jüdischen Wissens positive Kenntnisse vermitteln und zu persönlicher Beschäftigung mit den Kulturgütern des Judentums anregen. So wollen sie an der Verlebendigung jüdischen Wesens ihren Anteil haben. Immer von neuem zieht uns die Gestalt des Propheten Jeremias in ihren Bann. Das hat seinen Grund wohl darin, daß wir durch den in sein Buch eingearbeiteten Bericht seines Jüngers Baruch über fein Leben besser unterrichtet sind als über das der anderen Propheten, daß die tiefe menschliche Tragik seines Schicksals ihn unserem Herzen besonders nahebringt. Herr Rabbiner Dr. Bärwald unternimmt es, dieses Schicksal auf dem Hintergrund der historischen Situation zu zeichnen und die Gewalt der prophetischen Gesichte darzustellen. Es ist besonders zu begrüßen, daß an jedem Vortragsabend die einschlägigen Stellen in Übersetzung vorgelesen werden An die Vortragsreihe dieses Kurses schließt sich jedesmal eine weitere Vortragsfolge an, die dem für uns so wichtigen Gebiet der jüdischen Geschichte entnommen ist. Herr Dr. Ludwig Feuchtwanger wird die jüdische Geschichte seit dem Untergang des eigenen Reiches nach einem ihrer wesentlichen Merkmale verfolgen: Der wechseloolle Kampf um die jüdische Selbstbehauptung. Das Schicksal der Juden seit Verlust ihrer Selbständigkeit vollzieht sich im Rahmen der Geschichte der verschiedenartigsten sich bekämpfenden fremden Volkskörper, und zwar in dem Rhythmus von Selbstbehauptung und Angleichung, Befestigung und Ausscheidung. Die Vorträge sollen an vier Abenden ohne den Ballast von Zahlen und Namen die Hauptepochen dieses Prozesses anschaulich machen und durch Vorführung der literarischen Hilfsmittel zur Selbstbeschäftigung mit jüdischer Geschichte hinleiten. Immer wieder macht sich besonders bei der Heranwachsenden Jugend und den Müttern, die den Unterricht ihrer Kinder in der Volksschule mit Liebe und Sorgfalt verfolgen, der Wunsch geltend, ihre Schulkenntnisse in der hebräischen Sprache auszufrischen und zu ergänzen. Besteht auf der einen Seite der Wille, in die Gemütswelt des jüdischen Gebets einzudringen, so regt sich bei anderen das Bedürfnis, die moderne Art kennenzulernen, mit der Schulkinder in lebendigerer und umfassenderer Weise wie ftüher in die hebräische Sprache eingeführt werden. Unser Gemeinderabbiner beabsichtigt deshalb, Einführungskurse in das Hebräische zu leiten. Alle diejenigen, die an diesem Lehrgang sich beteiligen wollen, mögen sich zu einer Vorbesprechung am Mittwoch, 20. November, abends 8.30 Uhr, im Bibliotheksfaal einfinden. Dort soll das Nähere besprochen und besonders die geeignete Zeit für die Unterrichtsstunde festgelegt werden. Kunst, Bibel, Geschichte und Sprache kommen so zu Wort. Jedem etwas: Jedem ist die Möglichkeit gegeben, durch regen Besuch das SrotwERcK SCHOKOLADE-PRALINEN 1

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