Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 21 (1.11.1929)
- Article
- Habima
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 346 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 87% known words query
- IRI
…/2727810-2727875-2727896-2736575--05283-2736619- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
346 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 21 Davids Krone. —• David: A., iMeskm szenischen Unsrem. Unter seinem uno ferner Schüler Einfluss wird in strenger künstlerischer Zucht gearbeitet. Zn den - naMsochen-dEm Zähren batte die jnnge Bnlme auf das schwerste zu kämpfen. Unter qkoßter äußerer Dior, in den Wirrnissen Des Bürgerkrieges, bedroht von 'Hunger unb Kalle, reiften d;e Schauspieler ■ der Truppe heran. Den cn-tfd>ciocnbeii Weiidevuiikt uni> den Ulnfang der Weltgeltung^ der Truppe bilrete der ’H . Zanuar S st2 2, an welchem Tage im eigenen ffeinen eheafer der Habima in JHoskau die Erstaufführung des ,,Dvbuk" stattfand. Von diesem Tage an dalwri der Swge..zng der Habima durch erneu großen Teil der zivilisierte;, Well. Einern Nil vorigen Iabr ersUiienemen Dilderbacl) über die Habima bat cm Berufener, Bernhard Dleboid, eine Einführung unl aus den Weg gegeben. Er schreibt hier unter anderem: „Was unsere heutige europäische Bubuenkunft nickt mehr besitzt: den weltanschaulichen Hintergrund, die Religion und das Gesetz für alle . diese Hebräer schaffen aus ihrer Kultur heraus in die Kunst hinein. Wir armen Europäer versuchten aus Kulturverzweiflung den umgekehrten Weg: ans Kunst Kultur und Religion zr; machen. Für diesen Frevel frißt uns nun der . Vev>iaffxm: Amerika. Die großen Künstler der Habima sehen nicht aus wie unsere üblichen Prominenten. Sie lassen kaum beim ersten Schneider arbeiten, und ihr Ehrgeiz konzentriert sich nicht auf die Erwerbung des neuesten Autotyps. Es ist nicht anzunehmen, daß sic jeden Abend Champagner trinken, noch weniger glauben wir, daß ihnen dieser ArOjall eleganter Wbenssül) rnng das -Den beschwert. Sie treiben mit ihrer Kunst nickt einfach den „Berufs, dtrrch den man sich fürs ARen „Geld verdient". Das ^eben geht nicht nebenher. Der Berits ist nickt allein die leidige Voraussetzung cks eristenziellen Daseins. Ihr Beruf ist ihre Berufung. Sie sind Künstler. Sie sind keine Gent lernen mir Kunst beruf. Ihr VVbcn ist heilig. Das ist das Rätsel ihrer gewaltigen Suggestion. Sie spielen nicht Theater. Sie leben Theater. Das Theater ist ihre Welt." Habima Hebräiststes Theater Zmeinnddreihig Bilder. Mit einer Onnführnng oon Bernhard Diebold. Verlag Heinrich Heller. Berlin- Wilmersdorf 1923. , I . ■ Sedenkmünze auf Mojes Mendelssohn Die Wertschätzung und Anerkennung, die der vor kurzem gefeierte Philosoph bereits zu seinen Lebzeiten fand, kann auch an einem kleinen Beispiele nachgewiesen werden. Sein Zeitgenosse Jacob Abraham, der unser Interesse als Stempelschneider und einer der ersten jüdischen Medailleure im staatlichen Dienst durchaus verdient, hat mir seinem als .Künstler ihn unstreitig überragenden Sohne — der den Namen Abraham Abramson führte — im Jahre 1774 begannen. eine Talge van Medaillen herauszugeben, die hervorragende^ (gelehrte im Bilde je st hielten. Daß dabei als einer der ersten Köpfe der van Moses Mendelssohn Verwendung fand, nimmt uns nicht Wunder. Immerhin ist als interessant sestznhalten, weil es eben für den in wette .Kreise gedrungenen Ruf des jüdischen Führers? seiner Zeit spricht, daß gerade diese Medaille beretts bis zum Jahre 1780 in einer Anzahl van 500 .(fjremplaren abgesetzt werden kannte, wahrend die Durchschnittszahl der übrigen Medaillen, daran .Kunstfertigkeit keineswegs znrückstehen, nur je 50 erreichte. Dabei befin den sich unter den Dargestellten Persönlichkeiten, wie Lessmg, Wie-v land und.Kant, deren universale Bedeutung nicht nur uns Ä-müg-m, sondern auch der Mitwelt zum Bewußtsein gelangte. _Trag der großen .BeWrSawnwWiAwL-WW'L^kmüm heig sie im Original zu selzen, heute selten geworden. Ich benütze daher gerne die Gelegenheit, daß sich bei der Mnnzenhandinng Brw zeugen-Merzbachers. Nachp em Ex-emplar befindet, sie in Abbildung nmzunchmn. Ans Tassilo Hosfmanus wertvoller Berösseni- Uchnng über Die Werke der beiden Medgstleuttd Jcwob.AbrühüM und Abräham'Abramsan'' ist zu entnehmen, daß die lebenswahre Darstellung des Kopfes ein Werk des damals noch heranreisenden Sohnes ist, wahrend der Battw Abraham die Rückseite modellierte nach dem Titttknpser zur Erstausgabe Ides „Phödon", den I. W. Nttnl i. I. 1/07 geschaffen hat. Das Symbol der Unsterblichkeit, der Schmetterling auf dem Totenkops, erschien der damaligem Zeit, die nachdenksame Versinnbildlichungen liebte, nicht abstoßend. . (Theo Harbirrger). ' Tassilo Hosfmann, .Jacob Abraham und Abraham Abramson, 55 Jahre Berliner Medaillenkunst (1755—1810). Mil 42 Lichttdrucktaseln und 10 Bildbeilagen. (Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Miss. d. Indent., Nr. 31.) 1927, I. KausfnmnnSLerlag, Frankfurt a. Main.)