Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 19 (1.10.1929)
- Article
- Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung am 19. Sept. 1929
- Date
- 1929-10-01
- Page
- Seite 320 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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320 Bayerische Israelitische Geuieindezeitung Nr. 19 einer Entscheidung aus dem Wege gehen. Wenn man auch die verlangten RM. 300 000.— nicht bewilligen könne, so könne man doch zu Antrag 1 Stellung nehmen. Rechtsanwalt Dr. Werner ersuchte dann nochmals Antrag 1 geschäftsordnungsmäßig nicht zuzulassen. Infolge nicht genügender Information sei er und seine Freunde nicht in der Lage, die Notwendigkeit eines besonderen ostjüdischen Ritus anzuerkennen. Die Weiterbehandlung des Antrags 1 wurde dann geschäftsordnungsmäßig mit 11:8 Stimmen abgelehnt. Nach einer weiteren Debatte wurde dann über die übrigen Anträge abgestimmt mrt dem Ergebnis, daß der Antrag des Herrn Horn RM. 300 000.— für den Vau einer Synagoge zu bewilligen, abgelehnt wurde. Ebenso erging es dem Antrag des Herrn Lichtenauer RM. 50 000.— für einen Synagogenbaufonds zur Verfügung zu stellen. Angenommen wurde ein Antrag der liberalen Fraktion, der den ostjüdischen Vereinen nahe legt, zu versuchen, ein Projekt auszuarbeiten, daß durch Mietung von Räumen vorerst ihre Raumnot behoben werde. Die Gemeinde werde dabei mit den nötigen Mitteln helfend eingreifen. Nach kurzer Debatte nahm der Vorstand einen Antrag des Herrn Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer an, der dahin geht, daß sich die Mitglieder des Vorstandes persönlich von den Verhältnissen in den ostjüdischen Bethäusern überzeugen sollten und Vorschläge zur Abhilfe machen möchten. Punkt 4 der Tagesordnung („Nachbewilligung e n"): Der für Wohlfahrts- und Jugendamt für das Jahr 1929 bewilligte Betrag von 73 400 RM. ist trotz äußerster Sparsamkeit nicht ausreichend. Der Bedarf beträgt noch 10 000 RM. für deren Bewilligung sich der Vorstand einstimmig ausgesprochen hat. Justizrat Straus begründete den Antrag. Er wurde angenommen. Außerdem wurde 2 500 RM. für offene Jugendfürsorge und vierteljährlich 600 RM. Zuschuß zum Gehalt der vom Schwesternbund der München-Loge, vom Jüdischen Frauenbund, Ortsgruppe München, von der Israelitischen Jugendhilfe e. V., der jüdischen Frauengemeinschaft und der Jesaia-Loge angestellten Jugendpflegerin vom Vorstand und Gemeindevertretung genehmigt. Vorstand und Gemeindevertretung gaben dann noch die Zustimmung zu dem Abschluß eines Vergleichs mit der Bayer. Hypotheken- und Wechselbank über die Aufwertung einer auf Synagoge und Gemeindehaus ruhenden Hypothek der Bank von ursprünglich 166 000 RM. zu einem Satze von 20 Prozent und mit einer Rückzahlung in 15 Jahresraten. Beschlossen von Vorstand und Gemeindevertretung wurde dann noch die Übertragung des Amtes der Friedhofverwalterin für den Friedhof an der Thalkirchner Straße an die Witwe des bisherigen Friedhofverwalters, Frau Luise Angermeier. Oberstlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer gab bekannt, daß Rechtsanwalt Dr. Eugen Schmidt den Wunsch geäußert habe, die Schriftleitung der Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung Ende dieses Jahres niederzulegen. Dr. Eugen Schmidt habe sich durch seine unparteiische und unbefangene Schriftleitung besondere Verdienste erworben. Die Zeitung erfreue sich im Deutschen Reiche des größten Ansehens. Die Kollegien würden ihm für seine Verdienste danken. Dr. Ludwig Feuchtwanger werde mit Beginn des neuen Jahres die Schriftleitung übernehmen. Das Präsidium des Verbandes habe bereits zugestimmt, ebenso der Vorstand. Der Wechsel in der Schriftleitung wurde von der Gemeindevertretung genehmigt. Es wurde die endgültige Anstellung von Frl. Clarisse Levite beschlossen, die seit einigen Monaten probeweise als Wohlfahrtspflegerin tätig ist. Herrn Lehrer Siegftied Glaser wurde das Definitivum verliehen. F.O. Konzert Menuhin. München. Zehudi M e n u h i n hat bei seinem ersten Auftreten unter Bruno Walter in Berlin einen so sensationellen Erfolg gehabt, daß das Konzert wiederholt werden mußte. Menuhin darf nicht als „Wunderkind" im landläufigen Sinne betrachtet werden. Er ist, wie die Kritik mit Nachdruck hervorgehoben hat, ein „musikalisches Wunder", ein Phänomen, wie es die Welt kaum je erlebt hat. Das Konzert des jungen Künstlers hat in weiten Kreisen starkes Interesse wach gerufen, so daß die Konzertdirektion sich entschlossen hat, die Veranstaltung in die Ausstellungshalle zu verlegen. Das Konzert findet statt am 10. Oktober abends 8 Uhr. ^l^rmdbori mm Mmmmimä wmm Schäfflerstraße 3 Brienner Straße 8 Fernruf 91540 Kaufingerstraße 25 91 5 41 .-SSerglixfxeu ^lücftrouufcft gurrt neuen ^afrre 'Aeu I. Mantor Botel Pension Wolff, Sarmiscb partenklrchen Ab 1. September Einheitspreis für volle Pension einschließlich Zimmer mit fließendem warmem und kaltem Wasser, Zentralheizung, bei bester Verpflegung RM. 9.— . Über die hohen Feiertage geöffnet,für würdigen Gottesdienst ist Sorge getragen. Gell. Anfragen Hotel Pension Wolff, Partenkirchen, Tel. 360 Gymnastik System Mensendieck Gusti Cahnmann Unterricht: Lessingstraße 12 /Sophie-Stehle-Straße 12 Anmeldung: Sophie-Stehle-Straße 12 / Telephon 60110