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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-10-01 · 19 (1.10.1929) · p. Seite 319

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
19 (1.10.1929)
Article
Ichenhausen
Date
1929-10-01
Page
Seite 319 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 19 Bayerische Israelitische Gemeindezertung 319 Ihr Zuhause Hotel Bayerischer Hoff ■ ■a Ct ■ I Bestellen Sie bitte |H rechtzeitig. Fernruf 22 hin, die anläßlich dieser Spende zu Ehren seiner seligen Eltern in der Synagoge angebracht worden war. Er erinnerte an den Opsersinn der vielen sonstigen Spender, von denen jeder nach seinem Können zur Beschaffung der Mittel beigetragen, dankte der Firma Schlund & Co., Augsburg, welche die Heizung erstellt hatte, dankte der Verwaltung für ihre Mühen und würdigte mit Recht ganz besonders die reichen Verdienste unseres ersten Vorstandes, des Herrn Jul. Krämer. In einer philosophischen Betrachtung über Gotteshaus und Gottesdienst klang seine Festpredigt aus. Der übliche Freitagabendgottesdienst — verschönt durch die Chöre des Synagogenchores — bildete einen würdigen Abschluß dieser erhebenden Feier. D.W. In der vergangenen Woche hat Herr Karl Laemmle, der Präsident der Universal Pictures Corporation New Jork, der seine Lehrzeit bei der Firma S. G. Heller hier verbrachte und vor beinahe 50 Jahren von hier aus nach Amerika auswanderte, wiederum unsere Gemeinde besucht. Er hat bei dieser Gelegenheit wie schon oft die Kultusgemeinde und ihre wohltätigen Vereine, sowie die Armen unserer Stadt mit reichen Spenden bedacht. Schochlim-Verband Bayern. Rosch-Haschonoh-Glückwünsche zu Gunsten unserer Unterstützungskasse haben abgelöst: I. Bachmann, Halberstadt: L. Lewin, Fürth; M. Kurzweil, Treuchtlingen; G. Neustädter, Bad Kissingen; I. Lubinski, Schweinfurt; S. Cohen, Augsburg; A. Fuchs, Kitzingen; M. Selmanson, Burgkundstadt; S. Stern, Heßdorf: H. Frankfurt, Nürnberg; I. Fränkel, Mittelsinn; S. Tachauer, Marktbreit. Aus der Gemeinde München Sitzung von Vorstand und Gemeindevertretung am 19. Sept. 1929. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Wilmersdörffer, eröffnete die Sitzung, hieß die Erschienenen willkommen und gratulierte Herrn Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer zur Beförderung zum Rat am Obersten Landesgericht. Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer bedankte sich für die dargebotenen Glückwünsche. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab der Vorsitzende bekannt, daß die Akademie der Wissenschaften in München die Kultusgemeinde zu Vorträgen eingeladen habe. Punkt 3 der Tagesordnung „Hilfswerk für Palästina" wurde vorweggenommen. Der Vorsitzende führte aus: „Wieder einmal hat sich, doppelt schmerzlich weil es im Lande unserer Väter geschah, das vielen von uns ein Land jüdischer Ankunft heißen sollte, das anscheinend ewige jüdische Schicksal erfüllt. Hunderte von unseren Glaubensgenossen sind getötet, verwundet, von Haus und Hof getrieben, unsäglich mühselige Arbeit von Jahren ist vernichtet worden. Unser wärmstes und innigstes Empfinden gehört den Toten und ihren Angehörigen, den leidenden Brüdern und Schwestern, gleichgültig welcher politischen Richtung wir angehören. Wir haben den aus ihrer Heimat Vertriebenen, die dort Frieden und Arbeit suchten, ein froheres Schicksal gewünscht, wir haben den Opfermut und die Begeisterung bewundert, mit der viele unserer Glaubensgenossen dort um ihre Zukunft gerungen haben. Was zur Linderung der Not geschehen kann, ist wenig, aber die geringe Leistung möge den Leidenden sagen, daß wir mit treuer Anteilnahme ihrer gedenken. Ich gestatte mir Ihnen die folgende Entschließung zur Beschlußfassung zu unterbreiten: Die Israelitische Kultusgemeinde München hat mit schmerzlichem Bedauern von den traurigen Vorfällen in Palästina Kenntnis genommen, die schwere Opfer an Gut und Blut gefordert haben. Wir fühlen herzlich mit den betroffenen Glaubensgenossen und bewilligen zur Linderung der durch die beklagenswerten Ereignisse eingetretenen Not den Betrag von RM. 5000.—. Die Entschließung wurde von Vorstand und Gemeindevertretung einstimmig angenommen. Punkt 1 der Tagesordnung „Schaffung eines Gemeindehauses" wurde in nicht öffentlicher Sitzung erledigt. Punkt 2. Errichtung einer o st jüdischen Synagoge. Herr Horn vertrat das Verlangen der ostjüdischen Kreise mit großer Wärme. Eine Kegelbahn bilde seit Jahren das größte Gotteshaus der Ostjuden in München. Kaum 300 Leute würde diese fassen. Es gäbe aber 2000 Ostjuden in München. Die Ostjuden hätten ein Haus im Werte von RM. 150 000.— im Besitz, das mit RM. 100 000.— verkauft werden könne. RM. 50 000.— würden die Ostjuden selbst aufbringen, damit habe man einen großen Teil der für den Bau einer Synagoge erforderlichen Mittel in der Hand. Rechtsanwalt Dr. Werner erklärte das allgemeine Einverständnis der liberalen Fraktion. Eine Synagoge sei nötig. Aber der Vorschlag sei nicht annehmbar. Die Rechnung, die Herr Horn ausgestellt habe, sei nicht richtig. Der Hausverkauf würde höchstens einen Barerlös von RM. 60 000.— bringen und die Gemeinde müßte RM. 300 000.— zum Bau der Synagoge zusteuern. Das sei aber unmöglich. Herr Grünbaum schilderte die unwürdigen Zustände in den Bethäusern und hob die Notwendigkeit der Schaffung einer ostjüdischen Synagoge hervor. Justizrat Dr. Feuchtwanger würdigte das Vorbringen der Ostjuden im Namen seiner Fraktion. Die Notwendigkeit Abhilfe zu schaffen, sei unbedingt anzuerkennen. Aber nach den Vorschlägen der Ostjuden sei nicht abzuhelfen. Man könne aber auf diesen Vorschlägen aufbauen. Er beantragte die Sache dem Bauausschuß zur weiteren Vorbereitung zu übergeben. Dr. Wilmersdörfer erklärte, der ernste Wille sämtlicher Gemeindemitglieder zu helfen, sei sicher, aber ebenso sicher sei, daß der Antrag zur Zeit nicht durchführbar sei. Herr Lichtenauer stellte dann folgende Anträge: 1. Die Kultusgemeinde erkennt die Verpflichtung an für die Errichtung einer ostjüdischen Synagoge Sorge zu tragen. 2. Es wird zu diesem Zwecke ein Betrag von vorerst RM. 50 000.— bewilligt. Herr Rechtsanwalt Dr. Werner erklärte, daß gegen Antrag 1 des Herrn Lichtenauer geschäftsordnungsmäßige Bedenken bestünden. Hieran schloß sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte, bei der Rechtsanwalt Dr. Siegel erklärte, man dürfe nicht STOliWERCR l SCHOKOLADE-PRALINEN Bi

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