Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 18 (15.9.1929)
- Article
- Einführung des Rabbiners Dr. Ernst Jacob
- Date
- 1929-09-15
- Page
- Seite 304 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 18 Die Gemeinde hatte sich inzwischen in der festlich geschmückten Synagoge versammelt, die unstreitig eines der schönsten jüdischen Gotteshäuser in Deutschland und.darüber hinaus ist. Nach einem schönen Orgelspiel und Gesang, hielt zunächst der 1. Vorstand, Herr Justizrat Dr. Eugen Strauß, eine Ansprache an den neuen Rabbiner, in der er den Erwartungen und Hoffnungen der Gemeinde beredten Ausdruck gab. Hierauf bestieg Herr Rabbiner Dr. Jacob die Kanzel zu seiner Antrittspredigt, indem er zunächst seiner Vorgänger, Dr. Groß und Dr. Grünfeld, rühmend gedachte und seine Freude aussprach, in dieser hochangesehenen Gemeinde mit ihrer alten Tradition in diesem herrlichen Gotteshaus, in dieser Stadt, die ein Juwel des deutschen Daterlandas sei, wirken zu dürfen; er verbreitete sich über die Aufgaben eines Rabbiners in der Gegenwart und schloß mit dem Priestersegen. Beim Verlassen der Kanzel wurde er selbst von seinem Vater gesegnet. Mit abermaligem Gesang schloß die Feier. Bald daraus vereinigte ein Festmahl den Rabbiner, die Gemeindevertretung und die Festgäste zu einem durch mancherlei Reden gewürzten angenehmen Beisammensein. Bill- und Trauergoklesdiensl Am Mittwoch, dem 4. September, fand im Rahmen des Jomkipur Koton Gottesdienstes ein Vitt- und Trauergottesdienst, wegen der Vorgänge in Palästina, statt. Hierbei hielt der Bezirksrabbiner Dr. Jacob eine Ansprache, in der er der Teilnahme der Zionisten, wie der Nichtzionisten an den traurigen Ereignissen, Ausdruck gab. Herr Oberkantor Heimann fang zum Gedächtnis der hingemordeten Juden ein „El mole rachamim". Zu Ehren Mendelssohns Zu Ehren Mendelssohns veranstaltete die Kultusgemeinde am Freitag, dem 6. September, abends, einen Festgottesdienst. Im Vorraum der Synagoge war das Bildnis des Philosophen ausgestellt und mit Blumen geschmückt. In einem Schaukasten waren wertvolle Werke von und über Mendelssohn in Originalausgaben her Zeit ausgestellt. Der Rabbiner führte in seiner Festpredigt aus, daß wir vor der gleichen Ausgabe ständen wie Mendelssohn, nämlich der Einbettung des Judentums in die abendländische Kultur. Aber Mendelssohns Lösung sei unwiederholbar, weil aus den besonderen Bedingungen seiner Zeit geboren. Uns brauche nicht erst der Weg zum Judentum gezeigt werden, für uns sei wichtiger, den Weg zum Judentum wiederzufinden. Am Samstag Abend hatte der Jüdische Jugendverein die Mitglieder der Kultusgemeinde zu einer Mendelssohnfeier im Spiegelsaal des Hotels Drei Mohren geladen. Als Festredner sprach der Mendelssohn-Forscher Dr. Fritz Bamberger, Berlin. Seine Ausführungen waren von Klaviervorträgen des Kapellmeisters Engelbrecht umrahmt, und durch Vegrüßungsworte des Vereinsoorstandes, Dr. Ludwig Mayer, eingeleitet. Der Abend war gut besucht und stellte einen Erfolg für den Verein dar, der seine Tätigkeit seit einem Jahr wieder neu ausgenommen hat. Vereine Jüdischer Gesangverein, München. Die Proben zu dem Herbstkonzert haben begonnen und finden jeweils Dienstag, abends 8 Uhr, im Lessingsaal statt. Sämtliche Aktiven werden dringend um pünktliches Erscheinen gebeten. Sangeslustige Damen und Herren werden höflichst eingeladen, mitzuwirken. Dieser Nummer liegen Rundschreiben des Israelitischen.Vereins zur Unterstützung mit Brennmaterialien, sowie der Firma^ Selma Frankenburger, Brunnstraße 12, bei, auf die wir unsere Leser besonders aufmerksam machen. Deutsche Neuwascherei Felix ~ G.m.u.H. München, Thierscbstr. 21 Tel. 23708 Annahmestelle auch Jägerstr. 16 Spezial-Dampfwaschanstalt, nur Herren-Stärkwäsche Augsburg A 432, Vorderer Lech Botel Pension Wolff, Sarmiscd - Partenkirchen Ab 1. September Einheitspreis für volle Pension einschließlich Zimmer mit fließendem warmem und kaltem Wasser, Zentralheizung, bei bester Verpflegung RM. 9.— . Über die hohen Feiertage geöffnet,!ür würdigen Gottesdienstist Sorge getragen. Gefl. Anfragen Hotel Pension Wollt, Partenkirchen, Tel. 360 Amtlicher Anzeiger flr. 18 Beilage der Bayerifdyen Israelitischen Semeindezeitung 15. Sept. 1929 Bekanntmachungen der Israel. Kultusgemein-e München Bekanntmachung über Behebung von Schäden auf den Friedhöfen Infolge des letzten außerordentlich strengen Winters weisen zahlreiche Grabstätten auf den beiden Gemeindefriedhöfen schwere Beschädigungen auf. Die Fundamente und Einfassungen haben vielfach stark gelitten, ebenso die Grabsteine und Inschriften; das gleiche gilt für die Bepflanzung der Gräber. Es ergeht daher an unsere Gemeindemitglieder die Aufforderung, die von ihnen betreuten Grabstätten einer eingehenden Besichtigung zu unterziehen und die erforderlichen Jnstandsetzungs- und Erneuerungsarbeiten vornehmen zu lassen. Die Gemeinde ist gerne bereit, die Beteiligten hierbei zu beraten. Wir bitten die erforderlichen Arbeiten möglichst bald aussühren zu lassen, zumal die Schäden nur größer werben und alsdann höhere Aufwendungen erfordern. Wir möchten noch darauf Hinweisen, daß Grabsteine, die umzufallen drohen, durch die Gemeinde entfernt werden, falls ihre Instandsetzung nicht rechtzeitig vorgenommen wird. München, 12. September 1929. Der Vorstand der JsraeNttschen Kultusgemeinde München I. A.: S e l i n g e r. Die IsrselitiscKen Kultusgemeinden Ältenmuhr und Windsbach in Mittelfranken suchen zu möglichst baldigem Stellenantritt einen seminaristisch gebildeten RELIGIONSLEHRER der auch das Kantorat und den Schächtdienst zu übernehmen in der Lage ist. Der Dienstsitz ist Ältenmuhr (Bahnstation). Das Gehalt bemißt sich nach der Besoldungsordnung des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Geräumige Wohnung mit Garten ist vorhanden. — Bewerbungen bitten wir unter Beifügung von Zeugnissen an die Israelitische Kultusgemeinde in Ältenmuhr zu richten. Ältenmuhr, 5. September 1929. Der Vorstand der Isr. Kultusgem. Ältenmuhr Richard Für die hohen Feiertage sind im Betsaal Herzog-Max-Straße noch einige Herrensitze zu vermieten. Fernsprecher 501 02 Israelitische Religionsgemeinschaft _Adass Jeschurun_ Synagoge Augsburg»Herrenplatz in der 4. Reihe zu verkaufen. Änfr. u. Nr. 974 a. d. Änz.-Abt. d. Bl. auf moderner Basis aufgebaut, erteilt akademisch gebild. Pianistin. Honorar eine Wochenstunde monatlich Reichsmark 15.—. Minderbemittelte Ermäßigung. Zur Einführung drei Probelektionen unentgeltlich. Zuschriften unter Bavariaring an die Änzeigen-Äbt. dieses Blattes 8529