Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 18 (15.9.1929)
- Article
- Dr. Alfred Neumeyer [Nachricht]
- Date
- 1929-09-15
- Page
- Seite 301 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 18 Bayerische Israelitische Gememdezeitung 301 Reisebüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahnfahrkarten, Schiffskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen Vereicherungsburo Versicherungen jeder Ärt zu vorteilhaften Prämien und Bedingungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 ÜHKSllf & GrilMflf AllCJSbUrC| C 0/10 Drahtanschrift: Nordlloyd rabbiner D r. Behrens namens des Verbandes seiner Freude Ausdruck, über das wundervolle Bild dieses Tages und dieses Zusammenhalts zwischen Verwaltung, Lehrer und Gemeinde. Nachdem Herr Lehrer Strauß allen Anwesenden und Gästen seinen Dank für alle Ehrungen ausgesprochen hatte, folgten treffliche musikalische und deklamatorische Darbietungen jetziger und ehemaliger Schüler und Schülerinnen, die jung und alt bis zu später Stunde beisammen hielten. Die Gemeinde Windsheim empfand es dankbar, daß sie ein seltenes und denkwürdiges Fest ihrem verehrten Lehrer bereiten konnte. Die Erinnerung an erhebende Stunden, die am nächsten Tage noch durch den Besuch der Nachbarkollegen ihren Ausklang fanden, wird noch lange in den Herzen der Festteilnehmer nachklingen. --s. Cham (Oberpfalz).-Am 1. September konnte Herr Meyer Godlewsky auf eine 40jährige Tätigkeit in den drei oberpfälzischen Gemeinden Sulzbach, Neumarkt und Cham als Lehrer und Kultusbeamter zurückblicken. In bescheidener Weise ließ er diesen Zeitpunkt ohne jede Feier vorübergehen. Doch ziemt es sich, seine Wirksamkeit wenigstens in kurzen Strichen zu würdigen. Ein Sohn des durch seine Gelehrsamkeit rümlichst bekannten Lehrers, Rabbi Moses Godlewfky f. A. aus Gerolzhofen (Unterfranken), selbst aus traditionellem Boden stehend, hat er es verstanden, überall durch fein konziliantes Wesen, durch sein ausgleichendes Wirken, durch feine Gewissenhaftigkeit, durch sein reiches Können, sich die Liebe, Anhänglichkeit und Verehrung seiner Gemeinden zu erwerben. Durch feine musikalische und gesangliche Befähigung, durch Einführung eines Synagogenchores hat er zur Belebung und Verschönerung des gemeindlichen Gottesdienstes beigetragen und dadurch auch die Frequenz am fabbatlichen Gottesdienste günstig beeinflußt. Unter schwierigen Verhältnissen übernahm er vor 15 Jahren die Lehrerstelle in Cham, einer exponierten Gemeinde an der äußersten Grenze der Oberpfalz mit ihren zahlreichen Forensen, und nur sein Verdienst ist es, wenn die Gemeinde heute als achtungsgebietend und auf hohem Niveau stehend, der Wertschätzung aller Kreise sich rühmen kann. Die jährlichen Prüfungen unter Beteiligung vieler Eltern aus Haupt- und Filialgemeinde sind wahre Feiertage und lassen das große Interesse erkennen, das die Gemeindemitglieder auch am Religionsunterrichte nehmen. Viele Andersgläubige besuchen bei besonderen Gelegenheiten die Synagoge, um seinen Gesang und seine Ansprache zu hören. Manche Schüler hat er in den Stand gesetzt, den Gottesdienst und die Thoravorlesung übernehmen zu können. Durch seine Wertschätzung, die er in allen Gesellschaftskreisen der Stadt sich erworben, sei es als Religionslehrer an der Realschule, sei es als musikalische Kraft an den künstlerischen Aufführungen des Musik- oder Gesangvereins, im Kreise des Bezirks-Lehrervereins oder im Verkehr mit den Beamten der Stadt und der Ämter hat er für die Annäherung zwischen christlicher und jüdischer Bevölkerung sein gut Teil beigetragen, so daß der Antisemitismus sowohl in den kritischen Tagen wie auch jetzt noch keinen Nährboden erhielt und sich nicht ausbreiten konnte. Auch als geschickter Mohel hat sich der Jubilar einen Ruf erworben. Im ftüheren bayerischen Kantorenverband bekleidete er längere Jahre das Amt eines Kassiers und 2. Vorsitzenden bis zu dessen Fusion mit dem bayerischen Lehrerverband. Möge es unserem Jubilar noch vergönnt sein, ad multos annos seine Gemeinde im gleichen Sinne und in gleicher Rüstigkeit zu führen. Treumarkt (Ops.) Am 21. September 1929 feiert Herr Moritz Wertheimer in Sulzbürg seinen 80. Geburtstag in seltener geistiger Frische. Der ehrwürdige Jubilar ist mit feiner Glaubensgemeinde, der er 30 Jahre als Kultusbeamter treu gedient, aufs innigste verbunden; er sah sie wachsen und blühen und sieht sie nun zu seinem größten Schmerze leider auch zusammensinken. Fast alle hebräischen Inschriften der Synagoge und des Friedhofes sind von ihm geschrieben oder aufgefrischt und gar manche Zuwendung an die Gemeinde in Form von Geldspenden oder Kultusgegenständen erfolgte durch seine Anregung und Vermittlung. Das von ihm musterhaft angelegte und geführte Begräbnisbuch ermöglicht die beste Orientierung und das staunenswerte Gedächtnis des betagten Jubilars verschaffte ihm mit Recht den Namen der lebendigen Chronik Sulzbürgs. Mögen dem wackeren Mann noch recht viele freudvolle Jahre beschieden sein! N. Ellmgen. Am vergangenen ‘Dru mtr wurde die neurenovierte Synagoge ihrer Bestimmung übergeben. Zu der am darausfolgenden Sonntag, 18. August, nachmittags 14X- Uhr, angesetzten offiziellen Feier waren erschienen: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Munk (Ansbach) und Herr Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer, Präsident des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, der seinen Erholungsurlaub unterbrach um die Gemeinde Ellingen mit seiner Anwesenheit zu beehren. Nach beendetem nniö -Gebet begrüßte Herr Bermann, Vorstand der Gemeinde, die Gäste auss herzlichste, worauf dann Herr MERCEDES-BENZ Ein Wagen, den alle bewundern zuverlässig — bequem elegant — preiswert DAIMLER-BENZ A.-G. Verkaufstelle München, Lenbachplatz4 Fernruf 59390 LEITER: DIREKTOR JAKOB WERLIN