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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-07-15 · 14 (15.7.1929) · p. Seite 230

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
14 (15.7.1929)
Article
Zum Abschied des Herrn Bezirksrabbiners Dr. Richard Grünfeld von Augsburg
Date
1929-07-15
Page
Seite 230 (sequence 2)
Language
German
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230 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 14 kelnden und mit dem lebendigen Judentum vertraut gemacht hat. Wenn die religiöse und menschliche Einstellung zu allen jüdischen Fragen heute in Augsburg — wie in allen liberalen jüdischen Gemeinden — eine tiefere und verbundenere ist, dann ist dies für Augsburg ein Hauptverdienst des jetzt scheidenden Rabbiners. Sein wahrhast liberales Wirken hat es erreicht, daß die religiösen Richtungen in der einheitlichen Gemeinde sich zusammenfinden und daß zum Segen der Allgemeinheit die Gemeinde Augsburg ein religiös einheitliches Gebilde ist. Diese Einheitlichkeit greift über das rein Religiöse, über auf gegenseitiges Verstehen und Zusammenwirken auch in den sozialen und politischen Fragen des Judentums. Auch dieser Geist des Friedens ist auf die vermittelnde und persönlich so gewinnende und liebenswürdige Art dieses immer für seine Gemeinde besorgten Mannes zurückzuführen. Er war nicht nur Seelsorger für seine Gemeinde und Helfer für die Armenier war immer auch Interpret der jüdischen Probleme, die in seiner Zeit aufgetaucht sind. Wenn das geistige Leben und die Anteilnahme an den jüdischen Fragen sich in der Gemeinde Augsburg gehoben hat, so ist diese Entwicklung mit sein Haupkverdienst. Rabbiner Dr. Grünfeld scheidet aus einem Gotteshaus, das zu den schönsten in Deutschland gehörend, die religiöse Weihe durch ihn erhalten hak. Er scheidet von Gemeindeangehörigen, denen er in schweren Tagen ein sorgender Helfer gewesen ist. Er scheidet von einer ganzen Generation, die er zu treuen Söhnen des Judentums erzogen hak. Er scheidet von einer Gemeinde, die für ihr geistiges Leben, für religiöse Vertiefung und für den religiösen und politischen Frieden in der Gemeinde ihm aus alle Zeiten dankbar fein wird. Sein Andenken wird für die jüdische Gemeinde in Augsburg immer ein gesegnetes fein. Dr. Eugen Strauß, 1. Vorstand der Israelit, üultusgemeinde Augsburg. Oberkankor Steinfeld tritt in den Ruhestand Am 1. Juli trat außer dem Bezirksrabbiner Dr. Grünfeld ein weiterer sehr verdienter Beamter der Israelitischen Kultusgemeinde Augsburg in den Ruhestand, Herr Oberkantor Samuel Steinfeld. Schon an dem Ehrenabend für Herrn Dr. Grünfeld hatte der erste Vorstand, Herr Justizrat Dr. Eugen Strauß, bei der Betonung des guten Verhältnisses zwischen Rabbinat und Beamtenschaft auch des aus dem Amte scheidenden Oberkantors Steinfeld gedacht. Eingehend und gebührend gewürdigt aber wurden dessen Verdienste, namentlich um den Gottesdienst, in einem ehrenvollen Handschreiben der Kultusverwaltung, das insbesondere hervorhebt, daß der nach 34jähriger arbeitsreicher Augsburger Amtstätigkeit in den Ruhestand tretende Beamte durch wundervolle Gestaltung des Gottesdienstes Erhebliches für die religiöse Befriedigung der Gemeindeangehörigen geleistet hat. Zum Zeichen des Dankes wurde gleichzeitig von der Verwaltung eine Ehrengabe übermittelt. Auch der Stadtrat Augsburg sandte ein sehr ehrendes Anerkennungsschreiben und betonte das gewissenhafte und erfolgreiche Wirken als Religionslehrer in der städtischen Höheren Mädchenschule. Der Direktor dieser Schule, Herr Oberstudiendirektor Dr. Germann, erfreute den scheidenden Beamten durch eine intime Feier im Lehrerzimmer und dankte demselben für seine ersprießliche Dienstleistung. Die Übergabe eines Erinnerungsgeschenkes des Lehrerkollegiums und die Dankesworte des Gefeierten beschlossen die Feier. Die Schülerinnen erfreuten ihren Lehrer in der letzten Unterrichtsstunde durch ein sinniges Geschenk. Herr Hauptlehrer Rosenseld (München) machte sich in seiner Eigenschaft als erster Vorstand des Israelitischen Lehreroereins für Bayern zu dessen Dolmetsch, und in gleicher Herzlichkeit brachten die Ortskollegen ihre Wünsche zum Ausdruck. Bei dem Abschiedsgottesdienst am 29. Juni wurde Oberkantor Steinfeld als Erster aufgerusen und mit einem von Oberkantor Heimann verfaßten und überaus wirkungsvoll vorgetragenen „Mischeberach" beehrt. Mehrere Kompositionen des scheidenden Oberkantors, darunter eine sehr melodiöse „Kaduschoh", werden seinen Namen mit der musikalischen Ausschmückung des Gottesdienstes verbunden halten. , DAS FÜHRENDE HAUS FÜR EXQUISITESTE HERRENBEKLEIDUNG i| MÜNCHEN PERUSASTR. undSQd und allen Häfen der Welt Auf der Route Hamburg-NewYork streng rituelleVerpflegung unter Aufsicht des Hamburger Ober- Rabbiners Alljährliche Veranstaltung von Vergnügnngs- und Erholungsreisen zur See V« rireion jti an allen größeren PlÄtsen Auskünfte u. Prospekte kostenlos» Hauptvertretung für Bayern Reisebüro der Hamburg<Amerika«Linie München, Theatinerstraße 38

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