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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-06-28 · 13 (28.6.1929) · p. Seite 213

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
13 (28.6.1929)
Article
Mellrichstadt [Nachricht]
Date
1929-06-28
Page
Seite 213 (sequence 1)
Language
German
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IRI
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 213 Alellrichstadt. Mittwoch, den 22. Juni, hat man die Gattin unseres Gemeindebeamten, Frau Sophie Schloß, geb. Wechsler, zu Grabe getragen. Das zahlreiche Trauergesolge, unter dem sich auch unser Distriktsrabbiner Herr Dr. Bamberger, Freunde aus nah und fern und alle Teile der hiesigen Bevölkerung befanden, gaben ein beredtes Zeugnis von der allgemeinen Beliebtheit und Ehrerbietung, der sich die Verblichene erfreute. Aus der Semeinde München Beerdigung von Herrn Oberlehrer a. D. Heinrich Friedmann An 15. Juni 1929, vormittags 11.30 Uhr, wurden im alten israelitischen Friedhof in der Thalkirchnerstrahe die sterblichen Reste des Herrn Oberlehrers a. D. Heinrich Friedmann der Erde übergeben. Erst drei Monate vorher hatte die Gemeinde Gelegenheit, dem verdienstvollen Jugenderzieher zum 80. Geburtstage zu gratulieren. Herr Rabbiner Dr. Baerwald rühmte in seiner Gedächtnisrede die vorbildlichen Eigenschaften des Verblichenen, der sich in seiner stillen und schlichten Art in allen Lebenslagen bewährt hat. Im Lehrerseminar in Würzburg hat der Verblichene seine Ausbildung erfahren. Nach Absolvierung der Anstalt übernahm er für kurze Zeit eine Lehrstelle in Heidelberg und kam dann an die damals sehr angesehene Realschule in MarkÜireit. Von hier führte ihn sein Lebensweg nach Sulzbürg in der Oberpfalz, wo er unter dem hochangesehenen Rabbiner Löwenmayr wirkte, dessen Tochter er heiratete. In Neumarkt in dev Oberpfalz leitete dann der Verstorbene die Volksschule und kam dann 1884 als Religionslehrer nach München. Hier verwaltete er sein Amt pflichttreu und verantwortungsvoll vier Jahrzehnte lang. Für die München-Loge sprach Herr Bankier Krämer, für den jüdischen und Bayerischen Lehrerverein Herr Hauptlehrer Rosenfeld. Herr Justizrat Dr. Straus widmete dem Verblichenen namens der Kultusgemeinde Worte des Dankes. F.O. Beerdigung von Frau Melitta Feuchtwang Unter großer Anteilnahme aus allen Kreisen der Gemeinde wurde am 20. Juni 1929, vormittags 1|1.45 Uhr, Frau Melitta Feuchtwang, die Oberin des israelitischen Schwesternheims, im Friedhof an der Ungererstraße zu Grabe getragen. Herr Rabbiner Dr. Baerwald gab der Trauer und Anteilnahme der ganzen Gemeinde an dem jähen Dcchinscheiden der Verblichenen Ausdruck. Mit unbegrenzter Verehrung und Dankbarkeit würden viele der Frau gedenken, die die Seele des Schwesternheims war. Sie war eine reiche, in sich gefestigte und durch nichts zu erschütternde Persönlichkeit, und je größer der Eindruck war, den ihre. Persönlichkeit ausstrcchlte, um so größer war der Schmerz bei ihrem Hinscheiden. Der Grundzug des Wesens der Verstorbenen war die Mütterlichkeit, die sie auch auf ihre Lebensbahn geführt hat; die Wahl ihres Berufes bewies schon ihre große mütterliche Liebe zu den Menschen. Als Tochter eines Rabbiners in Nikolsburg geboren, verbrachte Melitta Feuchtwang ihre Lehrjahre in Berlin, um dann ein Menschenalter lang, bis zu ihrem Tode, der sie mitten aus verdienstvollem Wirken riß, in München tätig zu sein. Hier stellte sie ihre großen Fähigkeiten völlig in den Dienst der Nächstenliebe. Mit Tatkraft und Organisationstalent hat sie ihren Posten nicht nur ausgefüllt, sie hat ihn geschaffen. Ohne ihre Arbeit wäre das Schwesternheim nicht zu der Musteranstalt geworden, die es heute darstellt. Sie verstand es die Menschen zu behandeln, alle Schwierigkeiten zu erkennen und zu überwinden. Wie eine Biene (Melitta!) hat sie gearbeitet, gewissenhaft und unermüdlich, an keiner Kleinigkeit ging sie achtlos vorüber. Tiefe Bildung unterstützte ihren klaren Verstand bei ihrer Lebensarbeit. Nie war die Verblichene stolz auf sich selbst, bescheiden und einfach stellte sie ihre Person immer zurück. Für die Kultusgemeinde und deren Vorstand sprach Herr Justizrat Dr. Straus. Justizrat Emil Frankel widmete der Verblichenen namens der Vorstandfchaft des Schwesternheims tiefgefühlte Worte des Dankes. Namens des Krankenheims und dessen Vorstand sprach Herr Basch, für die im Krankenheim tätigen Arzte Dr. Gebele. In hebräischer Sprache widmete dann noch Schwester Rahel Pessach aus Palästina der Verblichenen einen dankerfüllten Nachruf. F. O. Besuchen Sie Cafe FQrstenhof Otto Seeländer München, Neuhauser Straße 21 Im Parterre-Calösaal täglich nachmittags u. abends erstklassige Konzerte im I. Stock Lese-, Spiel- und Billardsaal Kegelbahnen »Vereinslazarett Hermarm-Schmid-Slratze" Es war bei Kriegsbeginn: schrill läutet der Fernsprecher in der Hauptwache der Sanitätskolonne: „Alle verfügbaren Krankenwagen zum Südbahnhof, 40 Schwerverwundete sind in das Vereinslazarett Hermann-Schmid-Straße zu verbringen." Teilnahmslos, ermüdet lagen die Hilfsbedürftigen im Lazarettzug und es bedurfte des ganzen Aufwandes von Geschicklichkeit, um das Umbetten und den Transport glatt durchzuführen. Ein Sanitätswagen nach dem anderen fuhr an dem stillen Hause in der Hermann-Schmid-Straße vor, gekennzeichnet durch die Neutralitätsflagge des Roten Kreuzes als staatliches Vereinslazarett. Im bescheidenen Kleide der jüdischen Schwestern stand im Treppenhaus eine Frau, ruhig und bestimmt ihre Anordnungen treffend, deren Stimme die auf den Tragbahren Liegenden aufhorchen ließen. Kein militärisches Anschnarren — sondern Liebe war es, was die Armen als Heimatgruß empfingen — Hoffnung auf Genesen erhellte die Soldatengesichter. Und als die Krieger in die hellen, freundlichen Krankenzimmer getragen wurden, da wußten sie, jüdische Nächstenliebe wird chnen in vollem Maße zuteil werden in dem Hause, in dem Esches Chazil — Oberin Melitta Feuchtwang in ihrer mütterlichen, nie versiegenden, tatkräftigen, demutvollen Art schaltete und waltete. Wer all die vielen, wahrhaft rührenden Dankesschreiben, Soldaten aller deutschen Stämme gelesen hat, die innigsten Dank unserer unvergeßlichen Oberin enthalten, muß sagen, daß wahrhaft jüdisches Leben und die höchste ethische Auffassung vollsten Segen ausgestreut hat. Und wenn Schreiber dieser Zeilen in späteren Kriegsjahren zur Heilung eines Feldzugsleidens selbst Aufnahme fand, und den Segen der Wallach * München an -er Hauptpost Vorhangstoffe und Bodenbelag eigene Fabrikation, eigene Künstlerentwürfe Gtitmöbel, neu und antik Beleuchtungskörper Tücher - Decken Reiche Auswahl - Mäßige preise

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