Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 13 (28.6.1929)
- Article
- Verein "EA"
- Date
- 1929-06-28
- Page
- Seite 211 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 13 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 211 anzugeben ob für Herrn oder Dame — nebst Merkblatt werden aus Verlangen zugesandt. Als Anschrift genügt: „EA" Frankfurt a. M., Eschersheimerlandstraße 29, Frankfurt a. M., Juni 1929. Der Verwaltungsausschuß: Pros. Dr. Hanauer, Vorsitzender, Frankfurt a. M., Wolfgang Auerbach (Frankfurt a. M.), Benno Fasch (Magdeburg), Frau Johanna Vaer, Vertreterin des Schwesternverbandes des U. O. B. B. Frankfurt a. M. Julius Bloch (Frankfurt a. M.), Rabbiner Dr. Dienemann (Offenbach a. M.), Arzt Dr. Ehrenreich (Köln), San.-Rat Dr. Goldschmidt (Berlin), Vertreter der Großloge des U. O. B. B., Fritz Hirsch (Ladenburg), Rechtsanwalt Horovitz (Frankfurt a. M.), Frau Hauptlehrer Kaufmann (Gelfenkirchen), Max Markreich, Vorsteher der Israelitischen Gemeinde Bremen, Frau E. Rosenzweig (Frankfurt a. M.), Rabbiner Dr. Unna (Mannheim), Pros. Dr. Wölbe (Berlin). Bus dem Verbände Agudas Iisroel-Iugendgruppe Nürnberg Ariel Birnbaum in Nürnberg. Birnbaum, der Name bedeutet die Idee einer heroischen Lebensform. Alltag ist nichts, Tatsachen beweisen nichts, richtunggebend ist nur die reine Jedes, dis großlinig und gradlinig alle Erscheinungen umspannt und sich über alle Erdenschwere zum endgültigen und ungeteilten Triumph erheben will. Die Welt, durchaus großartig und erhaben, beruht auf den Pfeilern der Heiligkeit, Gerechtigkeit und Pracht und ihre Lebensatmosphäre ist allumfassende rölixüo, Bindung, Beziehung zum überirdischen, zu G'tt. Uriel Birnbaum ist der -Prophet solcher jüdischer Lebensform. Prophet in dem Sinn, wie es der Kuenslet fein kann, der die Seelen für ein Weltbild aufschließen will. Birnbaum ist ein großer Künstler, er spricht zu allen Seelen und dies ist das Wunder an seiner Kunst.. So. steil, fast unnahbar die gedankliche Fundierung seiner Kunst bei einer Analyse erscheinen will, so allgemein menschlich und an den Kern des Gefühls dringend ist jedes Gedicht und jedes Bild von ihm. Er erbringt den Beweis, daß — auch in der Kunst — die Gegensätzlichkeit des Erlebens nicht nur das Mögliche sondern sogar das Notwendige und Erzieherische ist. Dieser durchaus und extrem aristokratische Dichter, der nur das Überlebensgroße, Weltüberlegene und Starke verherrlichen kann, er spendet die wertvollsten Gaben für jede Skala des menschlichen Gefühls. Er sieht Welt und Leben mit allen Erscheinungen, wie Krieg, Laster und Übel als eine einzige hohe Einheit an. Der jüdische Kern in diesem Einheitsgedanken ist unverkennbar; Birnbaum gelangt hierbei zu der Forderung einer religiös fundierten allgemeinen Lebensordnung. Und wenn er hierbei zu Auffassungen über Staats- und Volksleben kommt, die sich mit der Durchschnitts-„überzeugung" des heutigen deutschen Juden nicht decken — hierbei an die letzten Veröffentlichungen Nathan Birnbaums erinnernd — so ist bei einer Würdigung der K u n st Birnbaums, um die es sich allein handelt, zu sagen, daß dieses künstlerisch gesehene, gewissermaßen im Blick des Künstlers sich nach inneren Gesetzen architektonisch gliedernde Weltbild unter keinen Umständen mit den Maßstäben einer einseitigen Parteieinstellung gemessen werden darf. Dies ist leider da noch geschehen, eine in keiner jüdischen Anschauung begründete Engherzigkeit. Die Kunstschöpfungen Birnbaums sind der Mikrokosmos eines genialen Künstlers, der sich nach feinen inneren Gesetzen vielleicht wandeln mag, aber eben nach diesen Gesetzen zu beurteilen ist. Birnbaum als Dichter wie als Maler ist von einer eindringlichen und umfassenden Originalität der Anschauung, so wenn er in seinem „Moses" die Lehre von der Gewalt der g'tterfüllten Einzelperson — als. aristokratische Lehre — in riesigen Ausmaßen vor Augen führt (biblischer Vilderzyklus in 50 Bildern), wenn er in seiner Bilderreihe „Kaiser und Architekt", die Fülle irdischer Entwicklungsmöglichkeiten, zugleich aber ihre Unzulänglichkeit zeigt (ebenfalls 50 fabrige Bilder). Und dies alles mit selten erlebter Wucht und Jdeenfülle. Seine Kunst ist wahr, aufrichtig und edel. Das Erhabene ihrer Ausgangspunkte ist — Gegensatz ist immer Fruchtbarkeit und neues Leben — in unserer „unheroisch" orientierten Zeit doppelt wertvoll, überdies — die unmittelbare und ursprüngliche Wirkung der K u n st Uriel Birnbaums besagt genug — in jeder Beziehung. Das umfangreiche Werk des Künstlers wird hoffentlich in absehbarer Zeit auch in Deutschland bekannter als bisher werden. An dieser Stelle sei nur noch — neben der unten erwähnten Lyrik — auf seine Zyklen in Schwarz-Weiß. „Weltuntergang" und „Jona" hingewiesen. Der Nürnberger Abend Vom 1. bis 14. Juli Saisonausuerkauf mit großen Preisermäßigung in allen Abteilungen Gß3nas*o/ENmn>32?<ißwo& IQICQIDIDOBIQIGEI B IE T R I E B Caf€ Luitpold — Palmengarten Tabarin Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung jeder Art zu mäßigen Preisen Täglich nachm, und abends Konzert, Sonn- und Feiertags nachmittags 4-Uhr-Tee Tflllflrifl täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 900 65, 92 7 99 ö jftfe Wäsche-Ausstattung. Söll geschmackvoll und gediegen ausgeführt und zweckmäßig eingeteilt sein Vornehmer Geschmack Erprobte Gewebe Zweckmäßigkeit sind.die Merkmale meiner Lieferungen M. Untermayer Augsburg V^inenhausund Wäschefabrik Musterlager: München, Prinzregentenstr. 26/1 Fernruf 23949 O-nX^-nX,