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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-06-01 · 11 (1.6.1929) · p. Seite 175

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
11 (1.6.1929)
Article
Dr. Adolf Theilhaber 75 Jahre
Date
1929-06-01
Page
Seite 175 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 11 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 175 legten. Theilhaber hat am Ende des vorigen Jahrhunderts auf dem Gebiete der Frauenheilkunde Grundlegendes geschaffen; in diesem Jahrhundert bewegten sich seine Untersuchungen hauptsächlich in der Aufhellung und Behandlung des Krebsproblems. Nach seiner Lehre ist der Krebs die Erscheinung eines vorzeitig entarteten Organs. Nachdem die Chirurgie und die Bestrahlungstherapie so ziemlich an den Grenzen ihrer Wirksamkeit angelangt sind, sucht Theilhaber die Fähilkeiten des Körpers selbst zur Bekämpfung und zum Schutz gegen diese Krankheit heranzuziehen. Die Einpflanzung von tierischen Drüsen und zwar der Milz und der Thymus vermehrten die Kraft des Körpers, des Krebses Herr zu werden. Am 25. Mai 1929 sprach Theilhaber über hundert gerartige Operationen auf der Tagung deutscher Frauenärzte in Leipzig. In seinem vor kurzem im Hippokrates-Verlag erschienenen großen Werk „Die Bekämpfung der Krankheits-Disposition" hat er ähnlichen Gesichtspunkten vielfach Rechnung getragen und seine ärztliche Anschauung, die sich an Jdeengängen der alten Ärzte, u. a. an Paracelsus, orientiert, niedergelegt. Zum 75. Geburtstag Theilhabers hat Karl Trumpf von ihm eine Plakette geschaffen. Theilhaber, der in München ein eigenes Institut und eine eigene Klinik ins Leben gerufen hatte, wies stets eine akademische Laufbahn zurück, da man offen von ihm die Taufe forderte. Der von ihm geschaffene Daniel-Bund, der eine Erneuerung des Judentums auf ethisch-vegetarischer Grundlage forderte und die Rückkehr zur Natur (Landwirtschaft, Gartenbau, Sport usw.) propagierte, ist ein Opfer der Inflation geworden. Theilhaber dient seit Jahrzehnten den Bewegungen des Pazifismus und der Demokratie. Frau Jeanette Dessauer, die nach dem Ableben ihres Gatten, des Pechfabrikanten Dessauer, vor 27 Jahren von Bamberg nach München übersiedelte, feiert am 10. Juni ihren 80. Geburtstag bei einer erfreulichen körperlichen und geistigen Frische. Möge der Jubilarin ein gesegneter Lebensabend beschieden sein! Felix Marburg auf einem Empfangsabend des Keren Hajefsod in München Felix Marburg, einer der prominentesten Führer der amerikanischen Judenheit, sprach Samstag, den 11. Mai 1929, auf einem Empfangsabend des Keren Hajessod im Parkhotel. Justizrat Dr. Straus begrüßte die Gäste und mit besonderer Herzlichkeit Felix Marburg, der mit seiner Gemahlin sich eingefunden hatte. Oberlandesgerichtsrat Dr. Neumeyer bewillkommte die Gäste im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde München. Er erinnerte zurück an die Zeiten der Inflation, in der unsere Wohlfahrtsanstalten beinahe zugrunde gegangen wären. Hier sei es die Hilfe einer Organisation, des Joint, gewesen, die das Schlimmste verhütet habe. An der Spitze dieser Organisation sei Marburg gestanden. Es ergriff dann Felix Marburg das Wort. Nach München zu kommen, habe ihm immer Freude gemacht. Die erste Tat des Joint für Palästina sei die Entsendung von Arzneimitteln nach Palästina gewesen, da es dort an dem Nötigsten gefehlt habe. In den drei Besuchen, die er in Palästina gemacht habe, habe er einen bedeutenden Fortschritt des Aufbauwerkes beobachtet. Bei dem ersten Besuch sei die Begeisterung eine außerordentliche gewesen. Der zweite Besuch hätte weniger erfreuliche Eindrücke hinterlassen. Es seien damals zu viele Einwanderer nach Palästina gekommen, die keine Arbeit gefunden hätten. Bei seinem jetzigen Besuch habe eine entschiedene Wendung zum Besseren konstatiert werden können. Heute werde die hebräische Sprache mit einer Begeisterung gesprochen, daß es eine Freude sei. Es gebe keine deutschen, französischen, russischen Juden, sondern nur palästinensische Juden. Der Redner schilderte die geographischen Eigentümlichkeiten Palästinas, die MAX NEUMAYER Kraftfahrzeug«, Kaulbachstrafie 82/86 (NMh* Siegestor) Telephon 33823—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / SpexiabReparatarwerketatte / Günstige Ratenzahlungen DALL'ÄRMI .fiamcmvouiERr HOFLIEFERANT MÖNCHEN MAXIMILIANSTR41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Caid Luitpold — Palmengarten Tabarm Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung jeder Art zu mäßigen Preisen Täglich nachm, und abends Konzert, Sonn- und Feiertags nachmittags 4-Uhr-Tee Tatarin täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 900 65, 92 7 99 Umarbeiten und Neuarbeiten von Damenhüten nach neuesten Modellen. Kostenlose Beratung. Preis RM. 3.-1 Reichenbachstraße 35/1 rechts XTOUzWERCK [ SCHOKOLADE-PRALINEN Bj C-2D

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