Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 10 (15.5.1929)
- Article
- Israelitischer Frauenverein Augsburg
- Date
- 1929-05-15
- Page
- Seite 160 (sequence 1)
- Language
- German
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160 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 10 Reisebüro I Versicherungsbüro Erledigung aller Reiseangelegenheiten. Eisenbahnfahrkarten, I Versicherungen jeder Ärt zu vorteilhaften Prämien und Bedin- Schiffskarten, Flugkarten usw. nach allen Weltteilen I gungen bei ersten Gesellschaften des In- und Auslandes Fernsprecher 101 und 1201 Ulllfällf & GrimiVly AllCJSbUTg C 9/10 Drahtanschrift: Nordlloyd Rus der Gemeinde Rugsburg Israelitischer Frauenverein Augsburg Die ordentliche Mitgliedewersammlung des Israelitischen Frauen-, Vereins Augsburg fand am 29. April nachmittags 4 Uhr in der Gast-' statte Ballack unter der regen Anteilnahme von 104 Mitgliedern statt. Als Gäste waren der an sie ergangenen Einladung gefolgt: Herr Rabbiner 2r. Grünfeld sowie Vertreter der Verwaltung der Kultusgemeinde, der Jüdischen Wohlfahrtsstelle und des Männervereins. Nach herzlichen Begrüßungsworten erstattete die 1. Vorsitzende, Frau Clemy Heymann, den Tätigkeitsbericht über die verflossenen drei Jahre, welcher ein umfassendes Bild der erfolgreichen Arbeit des Vereins in den Berichtsjahren gab. Seine Hauptaufgaben: Wohltätigkeit zu üben. Kranke und Sterbende zu besuchen sowie an den Dahingeschiedenen die Vorschriften unserer Religion auszuüben, konnten restlos erfüllt werden. Die Spenden wurden regelmäßig verteilt, auch war es möglich, erholungsbedürftigen Frauen einen Ferienaufenthalt zu verschaffen und zur Unterbringung von Kindern in Kinderheimen beizutragen. Den erweiterten Satzungen entsprechend wurden in jedem der Berichtsjahre drei anregende Vorträge auf kulturellem Gebiet veranstaltet. Der Kassenbericht schließt mit einem kleinen Überschuß ab, dank der gütigen Spenden von Gönnern und Freunden. Der Vorstandschaft wurde Entlastung erteilt. — Frau Bertha Heymann berichtet über das Bestattungswesen und wendet sich mit einem warmen Appell an die versammelten Mitglieder, um Meldung von jüngeren Helferinnen bittend, welche sich bereit erklären, den Dienst an den Dahingeschiedenen mit zu übernehmen, da bis jetzt nur wenige Frauen sich dieser Pflicht unterziehen und infolgedessen zu oft in Anspruch genommen werden müssen. Herr Dr. Grünfeld dankt in seinem Namen sowie dem der übrigen Organisationen und fteut sich besonders des harmonischen Zusammenwirkens aller Wohlfahrtseinrichtungen. Im Anschluß an die Berichte bringt Frau Hedwig Epstein eine anschauliche Schilderung der Tagung des Bayerischen Landesverbandes des Jüdischen Frauenbundes in Regensburg am 24. und 25. Februar d. I. Reicher Beifall lohnte die interessanten Ausführungen der Rednerin. Mit einem warmen Dank an die Erschienenen wurde die Versammlung seitens der 1. Vorsitzenden geschlossen. Vereine Indischer Iugendverein Am 2. Mai 1929 abends hat der junge Münchener Dichter Manfred Sturmann auf Einladung des jüdischen Jugendvereins im dichtgefüllten Lestingsaal aus eigenen Werken vorgelesen. Jedes überflüssige Pathos vermeidend, trug der Dichter Gedichte und Teile aus Prosaschöpfungen, zuerst „Legende von Daniels Geburt" vor. Dieses Werk ist gedacht als Vorspiel zu einer größeren biblischen Dichtung. Seine Sprache ist edel und von jüdischem Geist erfüllt. Aus dem Gedichtband „Die Erben" kam die „Legende von Rebekka" und „Noah" zum Vortrag. Nach einer kurzen Pause las Sturmann eine Episode aus seinem neuen Roman „Der Kinderkreuzzug" vor. Ein Kriegsroman! Man darf auf sein Erscheinen gespannt sein. In der vorgelesenen Stelle schildert Sturmann die Stimmung in der Hütte eines ostpreußischen Taglöhners, des Dorfes und letzten Endes, die allgemeine Stimmung der breiten Masse des deutschen Volkes gegen Ende des Krieges. Der älteste Sohn des Taglöhners kommt vom Krieg zurück, als Krüppel zwar, aber er kommt. Das ganze Dorf erwacht aus dumpfem Dahinbrüten, um den Zurückgekehrten zu begrüßen. Das ganze Dorf feiert die Wiederkehr und diese Feier wird zur Abschiedsfeier für die jungen, noch unreifen Burschen, die bereits den Gestellungsbefehl in der Tasche haben. „Bleibt daheim", sagt der Krüppel, „ihr könnt die Karre nicht mehr aus dem Dreck ziehen." Die Hauptpersonen des Romans sollen — aus der kurzen Episode konnte man das nicht entnehmen — junge Menschen sein, zu jung, um selbst am Kriege teilzunehmen, aber alt genug, um das Furchtbare des Krieges zu erkennen. — „Kinderkreuzzug!" F. O. Iüdischer Iugendverein München. Donnerstag-Abende: 16. Mai 1929: Ein heiterer musikalischer Abend. Leitung: Herr Dr. Waldner. — 23. Mai 1929: Zyklus: Die Weltreligionen. Herr Dr. Keßler: Die Religionen der Inder, Chinesen und Japaner. — 30. Mai 1929: Fällt wegen des christlichen Feiertags aus. Ganztagswanderung (siehe unten!). Die Wanderungen: Sonntag, 19. und Montag, 20. Mai 1929: Treffahrt der bayerischen Jugendvereine. Einzelheiten werden an den Donnerstag-Abenden noch bekanntgegeben. — Sonntag, 26. Mai 1929: Besichtigung des Tierparkes Hellabrunn. Treffpunkt 14.30 Uhr, Thalkirchen, Endhaltestelle der Linie 20. — Donnerstag, 30. Mai 1929: Wanderung durch das Gleißental. Treffpunkt 8.25 Uhr Holzkirchner Bahnhof. Sonntagskarte nach Deisenhofen (RM. 1.—>). Montag-Abende: Die Diskussionsabende finden wie bisher Herzog-Max-Straße 3/1 statt. Sport-Gruppe: Fußball und Leichtathletik an den Sonntagvormittagen am Sportplatz an der Säbener Straße 9.30 Uhr. Alle Auskünfte bei Herrn Wolff, Rindermarkt 2, bei Leers. Führungen: Herr Studienrat Schaalmann führt am 26.Mai durch die Alte Pinakothek. Treffpunkt 9 Uhr am Eingang. Die Freitag-Abende finden nach wie vor in der Herzog- Max-Straße 3/i um 349 Uhr abends statt. SELMA FRANKENBURGER MÜNCHEN Spezialgeschäft streng ritueller Wurst- und Fleischwaren Brunnstr. 12, Eingang Kreuzstr., Tel. 937 69 Alleinverkauf der Fabrikate J. Liebermann, Ichenhausen (die berühmte Saftwurst) Kochwurst, Salami, Schlackwurst, Wiener, usw., Pöckelfleisch, Räucherzungen, ff. Räucherbrust, roh, Aufschnitt. Kalte Platten auf Bestellung in schönster Auswahl frei ins Haus. Konserven (unter Rabbinatsaufsicht hergestellt) für Geschäftsreisen und Ferienwanderungen. AbJuni ständig frischesGeflügeLBilligePreise Die Münchener Glaubensgenossen sind um freundlichen, recht lebhaften Zuspruch gebeten. ^Montierte? Mi SCHRAMM IJMü n. chen^g^ftosenstraße 51