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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-05-15 · 10 (15.5.1929) · p. Seite 159

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
10 (15.5.1929)
Article
Mrs. Irma Lindheim (Neuyork) in München
Date
1929-05-15
Page
Seite 159 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 10 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 159 Münchener Gruppe des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina am Donnerstag, dem 23. Mai, abends 8.30 Uhr, im Konzertsaal des Hotels „Bayerischer Hof", Promenadeplatz, einen Gesellschaftsabend, an dem Mrs. Lindheim über „Die Juden in Amerika und ihre Beziehungen zu Palästina" sprechen wird. — Eintrittskarten zu RM. 2.50 inkl. Teegedeck werden gegen vorherige Bestellung bis zum 21. Mai — schriftlich bei Fräulein Hohenberger, Herzog-Rudolf-Straße 1, telephonisch Nr. 297449 — am Saaleingang ausgegeben. Vortragsabend der Verbindung „Iordania" Die Verbindung jüdischer Studenten „Jordania" veranstaltete Samstag, den 6. Mai, einen Aussprachabend über das Thema „Der jüdische Student und die deutsche Studentenschaft". Referendar Hans Wolf-Veith bemängelte als erster Redner mit Recht das geringe Interesse der jüdischen Öffentlichkeit an den Vorgängen der deutschen Studentenschaft. Die Judenfrage sei das Hauptproblem der deutschen Studentenschaft geworden, die doch bei der Aufnahme ihrer Tätigkeit im Jahre 1919 eine Fülle der lohnendsten Aufgaben vorgefunden hätte. Man müsse sich klar machen, was es bedeute, wenn eine Gruppe, aus der die leitenden Beamten des Volkes hervorgehen, in so hohem Maße antisemitisch eingestellt sei. Der Kampf, den der Central-Verein gegen den Antisemitismus führe, sei im Grunde aussichtslos. Den Antisemitismus könne als einzige würdige Antwort die positive Aufbauarbeit des Zionismus entgegengesetzt werden. Von diesem höheren Gesichtspunkte aus erscheine allerdings das Problem der Studentenschaft nicht mehr so wichtig, um sich dadurch von der Erledigung anderer wichtiger Aufgaben abhalten zu lassen. Zum Schlüsse seiner Ausführungen ging der Redner auf bayerische Verhältnisse ein, wo heute noch jüdische Studenten Zwangsmitglieder der deutschen Studentenschaft, somit einer antisemitischen Organisation sein müßten. In Würzburg und Erlangen hätten die örtlichen Studentenvertretungen Anträge auf Einführung des numerus clausus angenommen. Redner erklärte, daß man eine Resolution gegen diese Vorgänge habe zur Entschließung der Versammlung vorlegen wollen, in Anbetracht des Umstandes jedoch, daß ein Teil der Münchener Studentenschaft dem Ausspracheabend ostentativ ferne geblieben sei, sehe man sich genötigt, davon Abstand zu nehmen. Justizrat Dr. Elias Straus führte als zweiter Redner des Abends aus, daß in der Zwangsmitgliedschaft zur deutschen Studentenschaft ein Mißbrauch der staatlichen Verwaltungsmacht vorliege. Dem sei in Preußen der Kultusminister Becker entgegengetreten. Er verwies auf die freiheitlichen Anschauungen des früheren Rektors der Universität München, Dr. Voßler, die leider nicht Allgemeingut der deutschen Universitätsprofessoren seien. Die Stellung des jüdischen Studenten in der deutschen Studentenschaft sei für ihn ein jüdisches Problem oder besser ein Teilproblem des allgemein-jüdischen Problems. Der größte Teil von uns sei darauf angewiesen, weiter in Deutschland zu leben und dort seinen Weg zu finden. Man werde mit dem Antisemitismus nicht fertig werden unter dem Gesichtspunkte des Rechtskampfes. Dies könne nur gelingen durch innere Stärkung. Es sei eine alte jüdische Weisheit, daß man in erster Linie lernen müsse, um Jude zu sein, darum sei auch die jüdische Volksschule notwendig. Ein unter den gegebenen Verhältnissen mangelhafter Religionsunterricht könne der Jugend keine Vorstellung von dem Wesen des Judentums geben. Die Emanzipation habe die Judenfrage nicht gelöst, dies zeige die Fortdauer der Judenfeindschaft trotz Fallens der Rechtsschranken. Man müßte zu dem Gedanken der Verinnerlichung kommen, es genüge nicht, den äußeren Rechtskampf zu predigen. Dieser Weg gehe nur über das Lernen, die Aufnahme jüdischer Kenntnisse. Die Aufgabe, innere Werte zu schaffen, sei die wichtigste Aufgabe der jüdischen Studentenschaft. In der Diskussion sprachen u. a. Rechtsanwalt Dr. Martin Flaschner, Dr. Cmrich und Kommerzienrat Dr. Ludwig Wassermann, welcher angesichts der auch bei dieser Gelegenheit hervorgetretenen Spaltung der jüdischen Studentenschaft darauf hinwies, daß es auch schon früher notwendig gewesen sei, von außen an die jüdischen Studenten zwecks einer Einigung heranzutreten. Er regte an, daß sich die Veranstalterin des Abends an die gemeindlichen Instanzen wende, um auf diese Weise ein geschlossenes Vorgehen der gesamten jüdischen Studentenschaft Münchens in dieser Frage zu erzielen. 3*1/ 'masst Aass - Schneiderei — Aodisches DÄU'ÄRMI HRMSCÄElVOIKERr HOFLIEFERANT MÖNCHEN MAXIMILIÄNSTR. 4-1 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre HAX NEUMAYER Kraftfahrzeuge! Kaulbachstraße 82/86 (Nähe Siegestor) Telephon 33823—24 OPEL / STUDEBAKER Vertretung / SpezlahReparaturwerkstätte / Günstige Ratenzahlungen

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