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Bayerische israelitische Gemeindezeitung · 1929-05-01 · 9 (1.5.1929) · p. Seite 142

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Journal
Bayerische israelitische Gemeindezeitung
Volume
5 (1929)
Issue
9 (1.5.1929)
Article
Der Humor im jüdischen Sprichwort
Date
1929-05-01
Page
Seite 142 (sequence 2)
Language
German
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142 Bayerische Israelitische Gemeindezeitung Nr. 9 SgidmhiUiiJ.Hiimaiin 1IIIIIIIIIIIIIQIQIIIII1IIIIIIII Dü Haui der guten Seiden München,am Schillerdenkmal Tel.93834/35 den letzten Rest stets noch herrschenden Fremdheit zwischen ihnen, endlich zu einer ernstlichen und herzlichen Annäherung zu gelangen. Der Vortrag selbst begann mit einer geistreichen Auseinandersetzung über das Wesen der Komik im allgemeinen, das vom Redner als die „Auflösung der Gegensätze" definiert wurde und wobei Witz und Humor eine strenge Unterscheidung erfuhren. Schon in der Bibel finden sich, wenn auch selten, Anklänge an jüdischen Humor. Aber erst im Sprichwort findet sich eine Fülle goldenen Humors, was bei der Lebensart des jüdischen Volkes durchaus verständlich erscheint. Ist ja das jüdische Leben in der Diaspora fast durchgehend auf Gegensätzen aufgebaut. Sollen und müssen diese Gegensätze nun ihre Lösung finden, so geschieht dies, im Sinne der gegebenen Definition, eben im Humor, in der „Auflösung der Gegensätze". Von der Gebürt bis an den Tod begleiten jüdische Sprichwörter Leben und Erleben unseres Volkes. An Hand der „Jüdischen Sprichwörter" von Bernstein und Segel fand nun Dr. Baerwald für die verschiedenen Lebensphasen entsprechende Aussprüche, die wie mit einem Schlaglicht Denken und Fühlen des Volkes beleuchteten. Das Volk hat seine Redensarten in Betreff der „Geburt,, und der „Ehe", über „Mann und Frau", über das „Leben" im allgemeinen und das „Judentum" im besonderen, also im letzteren Falle über sich selber in erquickender Selbstpersiflage. Aber auch vor „Gott" selbst macht das kecke Sprichwort nicht Halt, was aber keineswegs blasphemische Einstellung bedeutet, vielmehr einen Hinweis auf die stete Verbundenheit des Volkes mit seinem Gott, die Intimität etwa, die zwischen Vater und Kind besteht. Die Ausführungen des Vortragenden, selbst voller Humor und Esprit, ernteten reichen und aufrichtigen Beifall, was auch insbesondere im warmherzigen Schlußwort des Herrn Josef Löwy, eines Mitgliedes des Perez-Dereins, zum Ausdruck kam, der dem illustren Redner den Dank der Veranstalter aussprach, Samuel Taubes. flus dem Reiche West- und Süddeutsche Bezirkstagung der jüdischen Wohlfahrtspflege Die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden veranstaltet gemeinsam mit dem Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen-Nassau und der Jüdischen Wohlfahrtspflege DAHARMI HRNACSBIVOIKERr HOFLIEFERANT MÜNCHEN MAXIMWÄNSTR.41 Die alte Spezialfirma für die gepflegte Qualitätszigarre Frankfurt am Main, am Sonntag, dem 12., und Montag, dem 13. Mai 1929, in Frankfurt a. Main (Frankfurt-Loge, Erschersheimer Landstraße 27), eine West- und Süddeutsche Bezirkstagung der Jüdischen Wohlfahrtspflege mit dem Thema: „Planwirtschaft in der Wohlfahrtsarbeit." Am Sonntag, dem 12. Mai, nachmittags ab 2 Uhr, werden die Referate zu den Themen: „Planwirtschaft in der Mittelbeschaffung und Mittelverwendung" und „Zur Planwirtschaft im Anstaltswesen und in der Erholungsfürsorge", gehalten. Referenten: Justizrat Dr. Straus (München); Frieda Weinreich (Berlin); Direktor Dr. Rothschild (Dinslaken). Abends 8.30 Uhr, findet im Großen Saal der Frankfurt-Loge eine öffentliche Kundgebung statt: Redner: Dr. Baeck (Berlin): Bettina Brenner (Leipzig); Dr. Horovitz (Frankfurt a. Main); Dr. Straus (München). Am Montag vormittag sind Arbeitsgemeinschaften vorgesehen, am Montag nachmittag Besichtigungen Frankfurter Anstalten. Anmeldungen sind zu richten an die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Charlottenburg, Kantstraße 158 oder an den Landesverband für jüdische Wohlfahrtspflege in Hessen und Hessen- Nassau, Frankfurt a. Main, Langegasse 30. Das Jugendheim in Seesen das vom Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände Berlin N 24, Oranienburger Straße 13—14, unterhalten wird, nimmt Jugendliche beiderlei Geschlechts im Alter von 14—25 Jahren für die Zeit von 2 bis 3 Wochen auf. Der Tagespreis beträgt RM. 2.50. In diesen Preis ist die Unterkunft sowie eine ausreichende und schmackhafte Verpflegung einbegriffen. Aufnahmegesuche für die Monate Mai, Juni und September sind an die Adresse des Reichsausschusses zu richten. Rus dem Verbände Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins für Bayern Dezirkskonferenz israelitischer Lehrer und Kantoren der Pfalz Die Jahresversammlung findet statt am Donnerstag, dem 9. Mai 1929 (Himmelfahrtstag), im unteren Saale des Cafe Karlsberg in Kaiserslautern. Der Tagung voraus geht eine musikalische Andacht in der Synagoge (10.15 Uhr bis 10.45 Uhr). Beginn der Tagung 11 Uhr. Tagesordnung: 1. Begrüßung. 2. Tätigkeitsbericht. 3. Referate: a) „Die Apologetik im jüdischen Religionsunterricht". (Herr Bezirksrabbiner Dr. Baron, Kaiserslautern.) b) „Die Fortbildung des jüdischen Lehrers." (Kollege Schwarz, Speyer.) 4. Besprechung von a) Vereinsangelegenheiten, b) Standesfragen. 5. Anträge und Wünsche (vorherige schriftliche Einsendung erbeten). Nach Schluß der Tagung gemeinsames Mittagessen (Gedeck: 2RM.). Minchagebet. Gemeinsamer Spaziergang durch den Wald nach Bremerhof. Herzliche Einladung an die Kollegen und Bitte um vollzähliges Erscheinen. H. Schottland. Dezirkskonferenz Schwaben Aus unvorhergesehenen Gründen konnte unsere Konferenz am 9. April nicht stattfinden. Als Versammlungstermin schlage ich nun den Pfingstdienstag vor. Ich bitte jedenfalls um Meinungsäußerung, ob dieser Tag genehm ist, oder ob ein anderer Tag geeigneter ist. M. Sonn, Buttenwiesen. Regensburg. Ein schönes Fest der Thora konnten wir vor einiger Zeit hier begehen: Ein Sijum unseres Schiurs auf Saba Mezia. Vor sieben Jahren begonnen, hat dieser Schiur neues Leben und geistige Vertiefung gewonnen, seitdem unser Rabbiner Dr. Harry Levy gleich nach seinem Antritt die Leitung übernommen hat, so daß jetzt eine ständige, feste Zuhörerschaft von etwa 15 Personen sich im Gemeindezimmer zum echt jüdischen Lernen zusammenfindet. Die Feier, bei der auch der Vorstand der Gemeinde durch seinen

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