Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 8 (15.4.1929)
- Article
- Zwei Arbeitsbücher für den hebräischen Unterricht der Unterstufe [Rezension]
- Date
- 1929-04-15
- Page
- Seite 126 (sequence 2)
- Language
- German
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126 Bayerische Israelitische Gemeindezeilung Nr. 8 L U I T ,P O LIlD HIB IE T R I E Bi Cafd Luitpold — Palmengarten Tabarin Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung Jeder Art zu mäfiigen Preisen Täglich nachm, und abends Konzert, Sonn- und Feiertags nachmittags 4-Uhr-Tee Tfl 1)9Till täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 900 65, 92 7 99 Theater-Cafe ß Augsburg (früher Maxim) Fernsprecher 1061 Nachmittagu. Äbendkonzert Nach dem Theater der der Eigene vorzügliche Konditorei Pas vornehme Familien-Caffe Neuer Besitzer: P. Skoda bringen lebensvolle Erzählungen mit Themen aus dem religiösen Jahr und der biblisck^n Geschichte, Gedichte, Rätsel, Spielverschen. Das ist Stoff für einen frohen und frischen hebräischen Sprachunterricht! Die Texte sind in einer kindesgemäßen, aber doch reinen Sprache pbgefaßt und die Worte sind so ausgewählt, daß nach Durcharbeitung des Buches das Kind eine recht große Anzahl der am häufigsten im Pentateuch auftretenden Wörter beherrscht und dann gewiß leichte Stellen aus der Bibel ohne weiteres versteht. Rosenfelder dagegen geht bereits auf dieser Stufe zu der Methode über, die später bei Pentateuch und Gebetbuch gewiß angewendet werden muß. Er legt sprachlich und methodisch gut geformte Erzählungen aus der biblischen Geschichte und dem religiösen Jahr vor, die nach dem Inhalt und nicht nach der Schwierigkeit geordnet sind und sich eng an die Sprache des Pentateuch anlehnen. Während bei Mandelbaum-Meyer das Lesen offensichtlich ziemlich am Ende der Lektion steht: die Kinder lernen die nötigen Worte und Formen schon im vovausgehenden Unterrichtsgespräch kennen, so daß der Text ohne Hemmung sofort aufgefaßt wird, beginnen bei Rosenfelder (der im ersten Schuljahr ebenso verfährt) hier die Lektionen nach kurzer Vorbereitung mit dem Erarbeiten des Textes vom Buche aus: die meisten Worte sind bekannt, die neu auftretenden werden gegeben (sind evtl, aus dem beigegebenen Wörterverzeichnis zu entnehmen). Welcher der beiden Wege der bessere ist, wird sich ohne eingehende Untersuchung schwer feststellen lassen; wahrscheinlich würde das Ergebnis einer solchen je nach den Verhältnissen von Lehrern und Schülern verschieden ausfallen. Aber jeder Lehrer, der seinen hebräischen Unterricht erfolgreich und nachhaltig gestalten will, wird e i n e s der beiden Büchlein seinem Unterricht im zweiten und dritten Schuljahr zugrunde legen und vielleicht Abschnitte des anderen gelegentlich zur Ausschmückung darbieten. — Zu bemerken ist, daß die beiden Bücher von jeder Fibel aus als Übergang zum Pentateuch und Gebetunterricht verwendet werden können. Wenn die Kinder noch gar keinen hebräischen Wortschatz besitzen, müssen allerdings erst einige Wochen hebräische Sprachübungen vorausgehen, für welche dem Lehrer die Fibeln der beiden Verfasser als Quelle dienen können. Mandelbaum-Meyer und Rosenfelder haben mit ihren Fibeln und deren Fortsetzungen Werke geschaffen, welche, wenn sie allgemeine Anwendung finden, gewiß eine bedeutende Erweiterung und Vertiefung des hebräischen Wissens und Könnens der Heranwachsenden Generation zur Folge haben werden. Vereine Der jüdische Gesangverein in Nürnberg Wie in diesen Blättern schon berichtet, erhielt der jüdische Gesangverein nach dem Psalmenvortrag des Herrn Rabbiners Dr. Freudenthal die ehrenvolle Einladung, in der Synagoge in Nürnberg ein Konzert zu veranstalten, welches am 17. März als Wohltätigkeitsoeranstaltung zugunsten der jüdischen Nothilfe in Nürnberg stattfand. Schon die Sängerfahrt von 65 Aktiven verlief unter der begeisterten Stimmung genau wie die Frankfurter Sängerfahrt äußerst harmonisch; man merkte die Freude über die Einladung und die sichere Erwartung des Gelingens. Gleich nach der Ankunft in Nürnberg fand um 11 Uhr die Hauptprobe in der Synagoge statt, bei welcher der Oberkantor der Nürnberger Synagoge, Herr Fränkel, den Verein namens der Gemeinde begrüßte und die Hoffnung aussprach, daß dies Konzert die Nürnberger und Münchener Gemeinde in geistiger Beziehung einander näher bringe. Nach der Hauptprobe fand auf Einladung der Nürnberger Gemeinde ein gemeinschaftliches Mittagsmahl im Hotel Plaut statt, bei dem Herr Kommerzienrat Auffesser den Verein namens der Nürnberger Verwaltung in warmen Worten herzlich begrüßte. Er betonte besonders, wie es zu begrüßen fei, daß der Verein sich in den Dienst der jüdischen Sache stelle; Herr Cahn dankte namens des Vereins und führte aus, daß der Verein alte jüdische Tradition wahre und mit dem Gang an die Verwaltung drückt er den Wunsch aus, daß die Veranstaltung auch in karitativer Beziehung einen vollen Erfolg ergäbe, welcher der beste Dank für den Verein sei. Über das Konzert schreibt die Nürnberger Kritik durchwegs sehr günsttg. Folgenden Bericht entnehmen wir der „Nürnberg-Fürther Morgenpost": Das zugunsten der Nothilfe der israelitischen Kultusgemeinde in der Hauptsynagoge veranstaltete Konzert bot neben der ausdrucksvollen Interpretation auch einen fesselnden Einblick in die jüdische kirchenmusikalische Kunst. Die Leitung lag in den Händen von Josef Ziegler, dem erfolgreichen Komponisten des „Noh-odom". Ich konnte zwar die konzertierenden Musiker nicht sehen und daher auch die Einwirkung des Dirigenten auf seinen Chor nicht beobachten, schließe aber auf ein verständnisvolles und musizierfreudiges Zusammenarbeiten aus den ganz offenbar guten Qualitäten des Chors, der plastischen Darlegung der einzelnen Gesänge und dem fülligen Chorklang auf beiden Seiten. Die vorübergehenden kleinen rhythmischen und tonlichen Schwankungen (wie im „Sochrenu") werden bei weiterer gegenseitiger Einfühlung immer seltener werden. Einen Sopran von bedeutendem Umfang, ansehnlicher Kultur und leicht biegsamer Tonentfaltung besitzt Sonja Ziegler, die die Solosätze in Liszts Psalm und Zieglers Moh-odom mit warmer Ausdrucksbeseelung sang. Auch der Bariton des Oberkantors Theodor Fraenkel besitzt eine edle Klangfarbe und starke Resonanz. Diese stimmlichen Vorzüge wie auch eine intelligente Deklamation bildeten wertvolle Komponeneten seiner immer warmblütigen Vortragsweise. Dr. Kurt Stern trat als Solo- Violinist im Arioso und Liszt-Psalm vermöge seines seelenvollen Geigentones erfolgreich hervor. Einen Löwenanteil an dem sehr gut Fortsetzung Seite 129 haimarm feit 1345 Haimann Um SdjUlerbenkma! Das haus ber guten Seiben Haimami feit 1345