Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Journal
- Bayerische israelitische Gemeindezeitung
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 7 (1.4.1929)
- Article
- Ein letzter Gruß an Frau Hedwig Stern
- Date
- 1929-04-01
- Page
- Seite 109 (sequence 2)
- Language
- German
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Bayerische Israelitische Gemeindezeitung 109 Nr. 7 In Augsburg Hotel Bayerischer Hoff I wohnt man gut und billig im | Du gelebt hast und die nun in jeder Stunde des Tages Deine erfreuende und beruhigende Gegenwart vermissen werden. Und Deine Kinder, sie wissen noch nicht, welche Mutter sie verloren haben, trotzdem Dein kleiner Junge mit solch eifersüchtiger Liebe an Dir hing, als hätte er gewußt, wie bald er Dich würde für immer entbehren müssen. Aber auch uns wirst Du unvergessen bleiben, denn Deine ernste Pflichterfüllung, die nie die eigene Person als das Wichtigste ansah, hat uns ein Frauenideal verkörpert, das wert ist, daß wir ihm nachstreben. G. W. II. Als vor drei Jahren die wirtschaftliche Frauenschule auf dem Lande in Wolfratshausen gegründet wurde, da war es Frau Hedwig Stern-Neumeyer, deren Wissen und Facherfahrung uns allen, Alten und Jungen, maßgebend und wegweisend war und so ist es in all diesen schweren Anfangsjahren geblieben. Nicht nur, weil Hedwig Stern die entsprechende Vorbildung besaß, war ihr Rat und ihr Urteil entscheidend für uns alle, die wir an diesem Werke mit ihr bauten, — es war ihre Persönlichkeit, die sie zur Führerin machte. Immer wußte sie einen Weg und einen Rat, wenn Schwierigkeiten entstanden, immer wußte sie sich auch in anderer Meinung und Ansicht hineinzudenken und ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Sie verstand es, bei den jungen Mädchen, die hier lernten, wie bei den Damen, die lehrten, die richtigen Worte zu finden. Ihre ernste und doch so liebevolle, die Jugend verstehende Ansprache am vorjährigen Schlußfeste der Schule klingt mir noch Selbst durchdrungen von der Größe der Verantwortung, von dem Ernst der Arbeit und der Wichtigkeit dieser ländlichen Bildungsstätte für die jüdische weibliche Jugend, wußte sie diese Gedanken und Empfindungen auch bei anderen zu wecken und zu erhalten, nicht mit großen Worten, nur mit der überzeugenden Lauterkeit ihres Wesens, mit ihrem stillen, aber unentwegten Wirken. Sie kannte nur die Sache und ihr diente sie als zweite Vorsitzende des Kuratoriums der Schule nach ihrem Willen ungenannt, selbstlos und treu. So stehen wir nicht nur erschüttert, sondern auch verwaist, da sie von uns gegangen und nur das Wissen um ihre Art, um ihr Wollen gibt uns Mut, ja legt uns die Verpflichtung auf, die Hände nicht schmerzgebeugt ruhen zu lassen, sondern das Haus, zu dem wir mit ihr zusammen den Grundstein gelegt haben, in ihrem Sinne weiter zu bauen. Recha Stark. Ausstellung jüdischer Bücher Es war eine sehr sinnige und folgerichtige Anordnung, daß, als die hiesige israelitische Kultusgemeinde anläßlich des allgemeinen Buchtages in München am 22. März ebenfalls Gelegenheit nahm, eine Buchausstellung zu veranstalten, zum Ausgangspunkt dieser Bücherschau die Bibel gewählt wurde. Die Bibel, das Buch der Bücher, die Essenz der jüdischen Kultur. Jenes Buch, das den ganzen Verlauf der jüdischen Geschichte entscheidend beeinflußt, bis auf den heutigen Tag. Ja, bis auf den heutigen Tag und ungeachtet allen atheistischen Gefasels, wenn man bedenkt, wie viel Ströme jüdischen Blutes für dies heilige Buch geflossen sind bis in unsere allerneueste Zeit hinein, bis in die Tage der unseligen Lemberger Pogrome z. B., da Juden, knapp nach dem Kriege starben und sich verbrennen ließen für ihre einzige Würde, „al kiddusch Haschern", um ihre heiligen Thorarollen zu retten. Bei keinem Volk ist daher das „Buch", die Literatur, so sehr ein Kulturelement als beim jüdischen. Allerdings nicht jene Art von Allerweltsliteratur, wie man sie überall vorfindet, jene rein belletristischen Erzeugnisse literarischer Geister, denen ihr Vildungswert keineswegs abgesprochen werden soll. Sondern jene Literatur, die, wie gesagt, der Ausdruck der ..MIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII ......... ,t'aiur8 KUNST-GEWERBE-HAUS SÄ Täglicher Eingang uon 'ClfirSTieilfieitejt in KRRGEN UND MHNSCHETTEN \ HHRRE- SHHWLSin mocl. Farbkombinafionen GHRNITUREN, RÜSCHEN | VORHHNGE, PORHHNGSTOPFE fesche neue SEIDENSTOFFE für Tee- und Sporfkleider « Neu aufgenommen: STRÜMPFE.\ nur Ia Qualitäten jHarienplatz2 Spitzen/icius S/vosa STüaufer S/ieatinerstr. SS Cafe Luitpold — Palmengarten Tabarln Luitpold neue Leitung: Hans Keckeisen Erstklassige Küche u. Wirtschaftsführung jeder Art zu mäßigen Preisen Täglich nachm, und abends Konzert, Sonn- und Feiertags nachmittags 4-Uhr-Tee Tatarin täglich Künstlerprogramm mit Tanz Telephon 900 65, 92 7 99 OSKAR WÜRZBACH, MÜNCHEN 02 Salvatorstraße 11/1 / Telephon 93 0 62 Fabrikation sämtlicher Reiseartikel u, Lederwaren Hausfrauen nehmt zur Bewältigung Eurer großen Wäsche die Wäscherei der Münchner Hausfrau Landwehrstr. 57/59 Tel. 596858 in Änspruch. Sie bietet Euch alle Vorteile. Besichtigung des gesamten Betriebes gerne gestattet.